Parkraummangel in Sankt AugustinAnwohner ärgern sich über geparkte Lieferwagen

Lieferwagen blockieren Parkplätze.
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Sankt Augustin – Dass sich die Corona-Pandemie auch auf die Parkplätze im Stadtteil Mülldorf auswirkt, hätte vor gut zwei Jahren vermutlich kein Experte prognostiziert. Doch inzwischen ist es so. „Durch die steigende Zahl der Homeoffice-Arbeitsplätze sind tagsüber mehr Stellflächen belegt als in der Zeit vor Corona“, berichtete Rainer Gleß, Technischer Beigeordneter der Stadt, bei der Vorstellung des Parkraumkonzeptes Mülldorf. Manche Wagen würden deswegen tagelang nicht bewegt, eine Fluktuation bei den Stellplätzen falle weg.
Politik reagierte auf Beschwerden der Anwohner wegen fehlender Parkplätze
Auch auf Antrag von Claudia Feld-Wielpütz (CDU), die in Mülldorf ihren Wahlkreis hat, wurde im September 2018 einstimmig der Beschluss im Rat gefasst, ein Konzept über die Parksituation in dem Stadtteil zu erstellen. Anwohner hätten sich darüber beschwert, dass rund um die Haltestelle 66 kein öffentlicher Parkraum vorhanden sei. Zudem sei die Anzahl der Bewohner stetig gewachsen, nicht jedoch die Zahl der Stellplätze.

Wer hier nicht wohnt, darf auch nicht parken. Fremde müssen eine Strafe zahlen.
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Das bestätigten die Bürgerinnen und Bürger bei der Vorstellung des Konzeptes. „Immer ist alles vollgeparkt. Wenn ich abends Besuch bekomme, dann muss er im ganzen Viertel herumkurven, um einen Stellplatz zu finden“, schilderte eine Anwohnerin. Das wurde in der Untersuchung auch bestätigt.
„Vor allem im Bereich der Ankerstraße und im Europaviertel sind die Parkplätze abends und in der Nacht sehr stark belegt“, bestätigte Arne Blase vom Büro für Stadtverkehrsplanung, das die Studie erstellt hatte.
Kostenlose Stellplätze werden von Lieferdiensten wie Firmenparkplätze genutzt
Einen Grund für den Mangel an Stellplätzen nach Feierabend sahen die meisten Teilnehmer der Infoveranstaltung an den Transportwagen von Lieferdiensten, die die Straße als „Firmenparkplatz“ nutzten.
Und: Auch Anwohner stellten ihre Fahrzeuge auf der Fahrbahn ab. „Garagen werden als Lagerplätze für Gartengeräte und Sperrmüll genutzt“, berichtete ein Anwohner. Das Ordnungsamt solle einschreiten.

Garagen werden als Lagerplätze genutzt.
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Dessen Fachdienstleiter Frank Schley berichtete, dass jeder jederzeit auf der Straße parken dürfe, solange sein Auto angemeldet sei. Anhänger müssten jedoch nach 14 Tagen entfernt werden. Aber auch da geben es schon Spezialisten, die ihn einfach um zehn Zentimeter verschöben „und somit den Platz für zwei weitere Wochen blockieren“. Das Ordnungsamt könne da leider nichts machen.
Stadtrat in Sankt Augustin diskutiert über Anwohnerparken
Einige Anwohner beschwerten sich auch, dass „hässliche Verkehrsinseln“, die zudem äußerst ungepflegt wirkten, wertvollen Parkraum blockieren.

Kein Platz für Autos oder Bäume: Grüne Pflanzinseln nehmen den Anwohnern Stellflächen weg.
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Gleß berichtete, der Stadtrat diskutiere zurzeit über Anwohnerparken. Diese Information stieß bei fast allen Anwesenden auf Zustimmung. Auch in der Siedlung Im Spichelsfeld soll es eingeführt werden. Wenn die rund 250 Parkplätze auf dem noch freien Grundstück vor der Hochschule durch die geplante Bebauung wegfielen, entwickele sich Parkdruck, so Gleß.
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Ein Bürger schlug vor, ob nicht alternativ das oft leere Huma-Parkhaus genutzt werden könne. Gleß sagte zu, dies prüfen zu lassen.



