Leverkusen – In Leverkusen erkrankten im Jahr 2015 deutlich mehr Menschen an Tuberkulose: Waren für das Jahr 2014 noch neun Fälle gemeldet worden, stieg die Zahl für das Jahr 2015 auf elf, was einen Anstieg um 22,2 Prozent bedeutet. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts waren in ganz Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr 1261 Menschen und damit 17,9 Prozent mehr als 2014 erkrankt. Hervorzuheben ist jedoch, dass das Infektionsrisiko für die Allgemeinbevölkerung niedrig ist. Der Anstieg der Fälle gehe „auf die Reihenuntersuchungen bei Flüchtlingen, die in Gemeinschaftsunterkünfte kommen, zurück“, sagte Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. Die Flüchtlinge steckten sich meist auf der Flucht oder in den engen Lagern mit der Krankheit an, so Lobscheid weiter.
Seltene Erkrankung in Deutschland
Tuberkulose, die durch Bakterien ausgelöst wird und meist die Lungen befällt, gehört in Deutschland zu den seltenen Erkrankungen. Hierzulande trete sie beispielsweise bei Obdachlosen oder Drogenkranken auf, ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Behandelt wird sie mit einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten, welche die Bakterien abtöten.
Infizierte geben die Bakterien jedoch nur weiter, wenn eine sogenannte offene TBC vorliegt, das heißt, wenn die Tuberkuloseherde eine Verbindung nach außen haben wie zum Beispiel über die Atemwege. Allerdings brauche man nicht befürchten, vom Anhusten gleich krank zu werden, sagt Lobscheid, man müsse schon viele Stunden in einem ungelüfteten Raum mit einem Kranken verbringen, um selbst Gefahr zu laufen, Tuberkulose zu bekommen. (dre)
