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Staubilanz des ADACWo es in NRW zu den meisten und längsten Staus kommt

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Stau auf der a1

Stau auf der A1

Köln/Bonn – Im zweiten Corona-Jahr 2021 gab es auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen wieder ein Drittel mehr Staus als 2020, das geht aus der Staubilanz des ADAC für das abgelaufene Jahr hervor. Laut der Verkehrsdatenbank des Automobilclubs stieg die Anzahl der Staumeldungen auf den mehr als 2200 Autobahnkilometern im vergangenen Jahr von knapp 162.000 (2020) auf rund 215.500 – das ist ein Plus von 33 Prozent.

Die Gesamtlänge aller Stauereignisse inklusive stockender Verkehre in NRW wuchs von rund 197.000 auf fast 240.000 Kilometer (plus 22 Prozent). Die stärkste Zunahme gab es mit über 40 Prozent bei der Staudauer: 106.500 Stunden steckten Verkehrsteilnehmer 2021 in Stau und stockendem Verkehr fest (2020: 75.000), das sind umgerechnet 4437,5 Tage oder gut zwölf Jahre.

A3 und A4 bei Köln auf Platz 2 und 3 der Stauschwerpunkte

Drei Abschnitte in NRW, darunter zwei aus dem Großraum Köln, gehörten erneut zu den Top-15-Stauschwerpunkten: Auf dem zweiten Platz die A 3 (Oberhausen - Köln) mit 323. Staukilometer je Autobahnkilometer, gefolgt von der A 4 (Aachen-Köln) mit 243 Staukilometer je Autobahnkilometer, auf Platz 12 landete die A 1 (Dortmund - Münster) mit noch 117 Staukilometer je Autobahnkilometer. Unrühmlicher Spitzenreiter dieser Parade ist übrigens mit weitem Abstand die A 3 (Passau – Linz ) gewesen mit 660 Staukilometer je Autobahnkilometer, was laut ADAC an den weiter andauernden Grenzkontrollen gelegen hat.

Staurekorde 2021 in Zahlen

Die meisten Staus gab es auf der A 46 (Düsseldorf - Wuppertal) mit 14 228 Meldungen.

Die in Summe längsten Staus gab es mit 21 169 Kilometern auf der A 3 zwischen Köln und Oberhausen. Staudauer: 7412 Stunden.

Mit 416 Staukilometer je Kilometer Autobahn war die A 40 (Duisburg - Essen) spitze in NRW.

Den längsten Stau in NRW mit 26 Kilometern gab es am 7. April auf der A 45 (Hagen - Gießen) zwischen den Anschlussstellen Freudenberg und Dillenburg.

Insgesamt lag das Stauaufkommen 2021 in NRW aber weiterhin deutlich unter dem Niveau des letzten Jahres vor der Pandemie. Zwar war die Anzahl der Staumeldungen nur noch um etwa 15 Prozent niedriger (2019: 253.000 Staus) als 2019, die gemeldeten Staus waren aber in Summe nur etwa halb so lang (2019: 453.000 Kilometer) und auch in der Dauer um fast 38 Prozent kürzer (2019: 171 000 Staustunden). Im Monatsvergleich gab es allerdings Ausreißer in die Gegenrichtung: So zählte der ADAC von Juli bis September schon wieder mehr Staus als 2019.

Berufspendler kehren aus dem Homeoffice zurück

„Zu Beginn des Jahres war die Mobilität durch den Winter-Lockdown noch stark eingeschränkt. Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen gab es ab Juni dann deutlich mehr und längere Staus. Berufspendler sind aus dem Homeoffice zwischenzeitlich wieder verstärkt ins Büro zurückgekehrt. Auch besondere Ereignisse wie das Schneechaos im Februar oder die Hochwasserkatastrophe im Juli haben das Staugeschehen beeinflusst. Zum Jahresende hat der Verkehr auf den meisten Autobahnen in NRW wegen der hohen Infektionszahlen und verschärften Corona-Verordnung dann wieder abgenommen“, erklärt Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC in NRW.

Grafik Stau in NRW

Im bundesweiten Vergleich belegt Nordrhein-Westfalen in der aktuellen ADAC Staubilanz weiter den Spitzenplatz. Knapp ein Drittel aller Stauereignisse entfielen 2021 unverändert auf NRW (32 Prozent). Auch bei den Staukilometern (28 Prozent) und Staustunden (31 Prozent) hatte Nordrhein-Westfalen unverändert den größten Anteil.

NRW sichert sich den traurigen Spitenplatz

Bei der Stau-Belastung lag Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich mit einem Anteil von 26 Prozent ebenfalls wieder vorne. Mit insgesamt rund 321.000 Kilometer mal Stunden nahm dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr in Nordrhein-Westfalen um 48 Prozent zu (2020: 217.000 Kilometer mal Stunden). Er lag aber noch 29 Prozent unter dem Wert von 2019 (452.000 Kilometer mal Stunden). Die Stau-Belastung beschreibt die räumlich-zeitliche Ausdehnung eines Staus. Sie ermittelt sich, indem man die Länge (Kilometer) und die Dauer (Minuten bzw. Stunden) eines Staus miteinander multipliziert. So werden langanhaltende Staus entsprechend stärker berücksichtigt als kurzfristige Stauereignisse.

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Der ADAC rechnet damit, dass in diesem Jahr das Verkehrsaufkommen mit abnehmendem Pandemiegeschehen rasant steigen wird und hat deshalb vier Forderungen aufgestellt: So sollten Homeoffice-Regelungen weiter beibehalten, die Fahrgastzahlen im ÖPNV gesteigert, Totalausfälle weiterer Brücken verhindert und schließlich Bau- und Sanierungsprozesse beschleunigt werden. (kmü)