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VorkaufsrechtSatzung für Teile des Gladbacher Gewerbegebiets West erlassen

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Das Foto zeigt eine S-Bahn am Gladbacher Gleisdreieck

Die Bahnstrecke verläuft nahe am Gleisdreieck

Gladbachs Stadtrat hat eine Vorkaufssatzung für Teile des Gewerbegebiet West erlassen

 18,8 Hektar groß ist das Gebiet, in dem die Stadt Bergisch Gladbach seit kurzem ein Vorkaufsrecht per Satzung ausüben kann. Es geht um Teilbereiche des Gewerbegebiets West, das in Gänze rund 65 Hektar groß ist. Die 18,8 Hektar umfassen das Gebiet des Dämmstoffherstellers G+H Isover sowie Bereiche beidseitig der Straße Britanniahütte und der Hermann-Löns-Straße.

Im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung entschied sich der Stadtrat, eine Vorkaufssatzung zu beschließen. Mit 11,1 Hektar machen die Flächen des Dämmstoffherstellers den Großteil des Satzungsgebietes aus.

Hier geht es der Stadt um die langfristige Sicherung des Standorts eines seit Jahrzehnten mit der Kreisstadt verwurzelten Industrieunternehmens. Der Vergleich zur Papierfabrik Zanders liegt nahe, und er ist auch gewollt. Das für Zanders erlassene Vorkaufrecht ermöglicht die momentane Entwicklung der knapp 37 Hektar im Herzen der Stadt.

Marktüblicher Preis

Das Vorkaufsrecht hatte es der Verwaltung ermöglicht, beim Verkauf der Flächen zu einem marktüblichen Preis zuzugreifen. Der Stadtrat hatte dies später gebilligt. Die Stadt kann vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen, sie muss es aber nicht. Flächen, für die ein Vorkaufsrecht besteht, liegen unter anderem auch im sogenannten Gleisdreieck im Stadtteil Gronau.

Der Stadt geht es, wie Abteilungsleiterin Helge Mehrtens beschreibt, um die Sicherung des Gewerbestandorts an der Jakobstraße. Im Stadtgebiet fehlten entsprechende Flächen oder seien durch heranrückende Wohnbebauung möglicherweise in Frage gestellt. Die Planerin führt auch den sogenannten Wohnungsbauturbo an, der eine Rolle spielen könnte.

Nutzungsfrage ungeklärt

Einige Flächen auf dem Werksgelände würden nach den jüngsten Umstrukturierungen nicht mehr genutzt. „Das Grundstück könnte sogar zum Spekulationsobjekt werden“, meint Mehrtens. Mit der Satzung für das Vorkaufsrecht werde solchen Absichten ein Riegel vorgeschoben. Was die Planer in der Stadtverwaltung beschäftigt, sind auch Entwicklungen im Umfeld des beabsichtigten Ausbau der S-Bahn-Strecke.

Eine neue Straße soll als Brückenbauwerk über das Gleisdreieck führen und im Umfeld der Kalkstraße einmünden in das vorhandene Straßennetz; gedacht ist das als Ersatzroute, wenn im Zuge des Gleisausbaus auch der Bahnübergang Tannenbergstraße geschlossen wird. Dieses künftige Verkehrsbauwerk werde auch Pfeiler im Umfeld der von der nach Süden abzweigenden Stichstraße mit Wendehammer an der Britanniahütte benötigen, sagt Mehrtens.

Auch Auswirkungen zum Straßenbereich Isover seien möglich. Auf diese Weise könne die Stadt dafür sorgen, dass es auch im Umfeld der Bahnstrecke eine geordnete städtebauliche Entwicklung gebe. Der Kauf von Grundstücken könnte für die angestrebten Veränderungen erforderlich werden.