Köln – Schlechte Nachricht für Bahnpendler in der Region. 2020 und 2021 sollen die Preise für Dauerkarten wie das Jobticket jeweils um rund 2,8 Prozent steigen. Das hat der Tarifbeirat des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg einstimmig als Empfehlung an die Verbandsversammlung beschlossen, die am 28. Juni über die Preissteigerung entscheiden wird. Betroffen von dem Aufschlag sind nur die Zeitkarteninhaber, im Bartarif sollen die Preise bis 2022 konstant bleiben.
Die Beratungen im Tarifbeirat sind nicht öffentlich. Hinter verschlossenen Türen soll heftig über die Erhöhung gestritten worden sein. SPD und Grüne wollten nach der Preissteigerung um 3,5 Prozent zu Jahresbeginn am liebsten eine Nullrunde oder gar Senkungen, während die Verkehrsunternehmen mit gestiegenen Personal- und Sachkosten argumentierten und eine Steigerung um sogar 5,7 Prozent vorsahen.
Zur Kompensation sollen kurzfristig Verbesserungen im Jobticket und bei anderen Zeitkarten geprüft werden. Außerdem sind in der Prüfung die kostenlose Beförderung von Kindern in Begleitung von einem Erwachsenen (außer bei Fahrten zur Schule) sowie in Begleitung von Inhabern eines Mobiltickets. Möglich sei auch ein einheitlicher Preis für alle Kinderfahrten von 1,50 Euro.
Auf Dauer schwebt dem Tarifbeirat ein Umlagemodell zur Finanzierung des Nahverkehrs vor. Städte und Gemeinden sollen je nach Größe anteilig an den Kosten beteiligt werden, die bislang von den Pendlern allein geschultert werden. Das Geld könnte beispielsweise aus Parkgebühren kommen, um den Autoverkehr zu Gunsten des öffentlichen Personennahverkehr stärker zur Kasse zu bitten, ist eine Überlegung. (kmü)

