Köln – Wären die Auflagen nicht, wie sie sind, das Spiel wäre ein Renner geworden. Kein Platz wäre frei geblieben im Rheinenergiestadion. Alle hätten sehen wollen, wie die Bayern zu Fall gebracht werden. Doch es kam alles ganz anders. Keine Schlangen vor den Eingängen. Ungewöhnliche Ruhe rund ums Stadion. Und mit der Münchner Pleite wurde es auch nichts. Nur 750 Fans durften unter Corona-Bedingungen die Partie live vor Ort verfolgen. Wer sich zu den Glücklichen zählen durfte, das bestimmte das Losglück unter den Dauerkartenbesitzern.
Schon in den vorherigen beiden Heimspielen hatte der FC deutlich weniger Fans als möglich in das Stadion lassen dürfen. Zu den Partien gegen Stuttgart und Augsburg waren nur 15 000 statt den früheren 50 000 Zuschauern erlaubt. Das bisher letzte Spiel in einem vollen Stadion ist schon etwas länger her: Das Derby gegen Mönchengladbach Ende November.
Sorge der Fans um Geisterspiele
„Gerade im Gladbach-Spiel hat man gesehen, wie wichtig die Fans für den FC sind. Mit unserer Unterstützung haben wir für den 4:1-Sieg gesorgt“, sagt Dauerkartenbesitzer Christian Görlich. Einige Fans haben Angst, dass der FC ohne Fans sportlich wieder Probleme bekommt. „2020 haben wir ja gesehen, wie schlecht der FC in den Geisterspielen war. Ich habe Angst, dass das jetzt wieder anfängt“, sagt Frank Bremer.

Gerade im Gladbach-Spiel hat man gesehen wie wichtig die Fans für den FC sind.
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Die Regel, dass überall in Nordrhein-Westfalen genau 750 Zuschauer in den Stadien zugelassen sind, kann nicht jeder verstehen. „Dortmund zum Beispiel hat eine viel höhere Kapazität als wir, aber die durften am Freitag auch nur vor 750 Zuschauern spielen. Das verstehe ich nicht“, kritisiert ein Fan.
Verständnis für die Beschränkungen
Trotzdem zeigen die meisten Verständnis für die Beschränkungen. „Aus Sicherheitsgründen ist es logisch, dass nur so wenige ins Stadion dürfen, aber das ist natürlich schade. Gerade das Spiel gegen Bayern ist ja neben dem Derby eigentlich das Spiel des Jahres“, erklärt Marco Festen. Christian Görlich versucht optimistisch zu sein: „Wir sind zwar nur 750, aber dann müssen wir jetzt halt alle zehn Mal so laut sein.“
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Der Spielverlauf erwies sich für dieses Vorhaben jedoch als nicht förderlich. Nach zwei schnellen Toren der Bayern machte sich unter den anwesenden FC-Anhängern früh die Erkenntnis breit, dass es nichts werden würde mit der erhofften Überraschung gegen den Primus. Verhältnismäßig laut wurde es nur ein Mal: Als Mark Uth in der 31. Minute zum vermeintlichen 1:2 verkürzte. Doch das Tor zählte nicht.
Am Ende reichte die Unterstützung der 750 Fans nicht aus. Der FC verlor gegen übermächtige Bayern deutlich mit 0:4. Die wenigen Anhänger, die dabei waren, durften sich trotzdem zu den Glücklichen zählen. „Selbst wenn wir verlieren, bin ich sehr glücklich, einer der wenigen zu sein, die nicht zu Hause sitzen müssen, sondern das Spiel hier schauen dürfen“, sagte Christian Görlich vor dem Anpfiff.



