Der 1. FC Köln hätte in Freiburg einen Punkt verdient gehabt, stand am Ende beim 1:2 aber mit leeren Händen da.
1. FC KölnAbgezockte Freiburger zwingen tapfere Geißböcke in die Knie

Der Freiburger Lukas Kübler (l.) verhindert in letzter Sekunde den 2:2-Ausgleich gegen FC-Stürmer Marius Bülter.
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Alles versucht, aber nichts gewonnen. Der 1. FC Köln hat eine Woche nach dem wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Mainz einen kleinen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga erlitten. Der Aufsteiger lieferte dem favorisierten SC Freiburg beim 1:2 (1:2) zwar einen großen Kampf, stand am Ende des 19. Spieltags gegen den effizienten und abgezockten Sportclub aber mit leeren Händen da. „Meine Laune ist einerseits wegen des Ergebnisses nicht so gut, andererseits kann ich aufgrund der gezeigten Leistung aber auch schon mit dieser Niederlage umgehen“, analysierte Lukas Kwasniok.
Der FC-Coach hatte sich wie in der zweiten Halbzeit beim 2:1 gegen Mainz für eine Viererkette entschieden und besetzte die defensiven Positionen im mit 34.700 Zuschauern ausverkauften Europaparkstadion international mit dem Belgier Alessio Castro-Montez, dem Norweger Sebastian Sebulonsen, dem Niederländer Rav van den Berg und dem US-Amerikaner Kristoffer Lund. Insgesamt gab es im Vergleich zum Mainz-Spiel fünf Änderungen in der ersten Elf der Kölner
Aktivposten Linton Maina erzwingt Freiburger Eigentor
Der FC-Coach hatte Routinier Florian Kainz zugunsten der Youngster Fynn Schenten und Youssoupha Niang komplett aus dem Kader gestrichen und überraschend auch für Eric Martel keinen Platz in der Startelf. „Tom Krauß hat es zuletzt sensationell gemacht. Beide sind defensive Sechser und da muss ich bei einer Viererkette eine Entscheidung treffen. Gejubelt hat Eric nicht, aber er ist Profi“, erklärte Kwasniok. Der Sechser saß erstmals seit dem 31. März 2024 (1:1 in Augsburg) beim Anpfiff wieder auf der Bank. Krauß und Jakub Kaminski bildeten wie gegen Mainz das Mittelfeldzentrum der Kölner, die mit Marius Bülter und Ragnar Ache als Doppelspitze aufliefen.
Die körperlich robuste FC-Offensive sollte die negative Bilanz der Kölner in Freiburg aufbessern. In den jüngsten 18 Spielen beim Sportclub konnten die Geißböcke nur einmal gewinnen. Was dieses Unterfangen auf dem Papier noch schwerer erscheinen ließ: Der Sportclub hat in seinen 13 Pflicht-Heimspielen dieser Saison nur einmal verloren.
Das im 4:4:2 angeordnete Kwasniok-Team suchte trotzdem sofort den Weg nach vorn. Linton Maina verpatzte aber einen Zwei-gegen-Eins-Konter, weil er sich nicht zwischen eigenem Abschluss und Pass auf Ache entscheiden konnte (2.). Dann zielte Bülter aus 20 Metern nur knapp über das Tor (6.).
Freiburg findet prompte Antwort
Der FC belohnte sich in der 10. Minute für seine starke Anfangsphase. Maina dribbelte nach einem elfmeterwürdigen Foul an Bülter im nächsten Anlauf in den Freiburger Strafraum und suchte gezielt Ache. Max Rosenfelder nahm dem Kölner Mittelstürmer die Arbeit ab und lenkte den Ball zum 0:1 ins eigene Netz. Die Antwort des Europa League-Teilnehmers ließ nur 92 Sekunden auf sich warten. Yuito Suzuki kam nach einer Reihe von Kopfballduellen an den Ball, drehte sich auf und fand im Strafraum die Lücke für Derry Scherhant, der Sebulonsen sowie Castro-Montez entkam und FC-Keeper Marvin Schwäbe per Lupfer zum 1:1 überwand (11.).
Die beiden frühen Tore ließen beide Teams etwas vorsichtiger agieren. Linton Maina hatte nach einem langen Sebulonsen-Einwurf und Kopfballverlängerung von Ache die beste Chance (37.), ansonsten dominierten die Abwehrreihen. Auch deshalb war der 1:2-Pausenrückstand für die Geißböcke reichlich unnötig. Jan-Niklas Beste hatte Raum zum Flanken und fand Goalgetter Igor Matanovic, der sich im Kopfballduell gegen Van den Berg durchsetzte. Teamkollege Mathias Ginter stoppte den Ball am Fünfer, der zurück vor die Füße von Matanovic fiel. Der Kroate hatte keine Mühe, auch im dritten Pflichtspiel in Serie zum 2:1 zu treffen (44.).
FC lässt Chancen zum Ausgleich liegen
Der Gegentreffer kurz vor der Pause machte die Kölner aber eher trotzig, als dass er sie schockierte. Der FC griff zu Beginn der zweiten Halbzeit mutig an und verzeichnete durch Ache (46.) und Bülter (48.) zwei große Chancen zum Ausgleich. Ache striff eine Flanke von Castro-Montez frei stehend am Fünfer aber nur leicht mit dem Kopf und Bülter ließ sich nach einer Zwei-gegen-Eins-Situation mit Maina am Fünfer noch von Lukas Kübler bremsen.
Der erste Schwung der zweiten Hälfte endete ohne das erhoffte 2:2 und dann schien das Spiel verloren, als Matanovic im Kölner Strafraum den ausgestreckten Arm von Alessio Castro-Montez traf. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied zum Entsetzen der Gäste auf Handelfmeter (64.). Marvin Schwäbe entpuppte sich aber einmal mehr als Elfmeter-Killer und verhinderte Matanovics Doppelpack (66.).
Wir sind enttäuscht über die Niederlage. Es war mehr drin.
Die Hoffnung der Kölner auf etwas Zählbares blieb lebendig. Kwasniok brachte Said El Mala, Isak Johannesson und Eric Martel. Schwäbe musste zunächst gegen Jan-Niklas Beste erneut die Entscheidung verhindern (79.), ehe Castro-Montez nach einem Foul an Marius Bülter aus 17 Metern die Chance zum direkten Freistoß bekam. Der Schuss des Belgiers rauschte allerdings rechts oben vorbei (82.).
Es war die letzte Chance für die bis zum Schluss tapfer kämpfenden Geißböcke, die eine unglückliche Niederlage einstecken mussten und nun nur noch fünf Zähler Vorsprung auf Platz 16 haben. „Wir sind enttäuscht über die Niederlage, es war mehr drin. Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir die besseren Chancen und haben sie nicht nutzen können. Die Leistung der Mannschaft war grundsätzlich gut“, sagte FC-Sportchef Thomas Kessler.
Statistik:
SC Freiburg: Atubolu; Kübler (55. Günter), Ginter, Rosenfelder (63. Ogbus), Treu; M. Eggestein, Osterhage (63. Höfler); Beste, Y. Suzuki, Scherhant (76. Grifo) - Matanovic (76. Höler). - 1. FC Köln: Schwäbe; Castro-Montes, Sebulonsen, van den Berg (87. L. Waldschmidt), Lund Hansen (77. Johannesson); J. Kaminski, Krauß (77. Martel); Thielmann (67. S. El Mala), Maina (87. Schenten); Ache, Bülter. - SR.: Dankert (Rostock). - Zuschauer: 34700 (ausverkauft). - Tore: 0:1 Rosenfelder (10./Eigentor), 1:1 Scherhant (11.), 2:1 Matanovic (44.). - Gelbe Karten: Scherhant; Krauß (4), Castro-Montes (2). - Besondere Vorkommnisse: Schwäbe (1. FC Köln) hält Handelfmeter von Matanovic (SC Freiburg) (66.).
