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1. FC KölnDer FC Augsburg soll ein Vorbild sein

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Andrej Kramaric von der TSG Hoffenheim im Zweikampf mit Cenk Özkacar (r.) vom 1. FC Köln.

Andrej Kramaric von der TSG Hoffenheim im Zweikampf mit Cenk Özkacar (r.) vom 1. FC Köln. 

Der 1. FC Köln spielt am Freitagabend beim FC Augsburg und hofft als Außenseiter auf eine Überraschung.

Der FC Augsburg ist in doppelter Hinsicht ein Vorbild für den 1. FC Köln. Die Fuggerstädter haben sich seit ihrem Aufstieg im Jahr 2011 als Fußball-Bundesligist etabliert. Jahr für Jahr als Abstiegskandidat gehandelt, spielt der FCA mittlerweile seine 15. Erstliga-Saison in Serie. Etwas, was dem 1. FC Köln auch immer vorgeschwebt hat, nur ist es ihm nicht gelungen.

Ähnlich verhält es sich im Verlauf dieser Saison. Augsburg hat nach dem missglückten Experiment mit Sandro Wagner als Trainer unter Manuel Baum vier seiner jüngsten fünf Spiele gewonnen, darunter das aufsehenerregende 2:1 in München und der späte Sieg am vergangenen Wochenende in Wolfsburg, als Michael Gregoritsch (87.) und der Ex-Kölner Elvis Rexhbecaj (90.+3) als Einwechselspieler einen 1:2-Rückstand in ein 3:2 drehten. „Alles enge Spiele mit einem Tor her oder hin“, beschrieb Lukas Kwasniok die Augsburger Serie.

Ein Vorbild für den FC-Coach, der „fest davon überzeugt“ ist, dass es seinem Team gelingt, im letzten Drittel der Saison ebenso eine Serie hinzulegen. Einerseits aus eigener Erfahrung, denn mit Carl Zeiss Jena gewann Kwasniok am Ende der Saison sechs aus sieben Spielen und schaffte den Klassenerhalt. Anderseits eil seine Mannschaft allen den Glauben vermittelt, dass sie nicht weit weg ist davon, Spiele hintereinander gewinnen zu können. „Wenn wir hier eine Grütze zusammenspielen würden und dauerhaft mit drei Toren Unterschied verlieren würden, wäre ich schon längst nicht mehr da und der Glaube wäre auch schon verloren gegangen“, erklärte Kwasniok.

Der 44-Jährige sieht seine These durch die Haltung der Spieler bestätigt: „Die Jungs sitzen in der Kabine, stehen auf dem Trainingsplatz und haben das Gefühl, wir sind in der Lage das nächste Spiel zu gewinnen. Und wenn du ein Spiel gewinnst, dann kannst du auch das nächste gewinnen.“ Wahrscheinlich braucht es dafür einfach einmal einen glücklichen Moment, einen Elfmeter, wie in Augsburg zum 2:2 in Wolfsburg bekommen hat.

Augsburg hat seine Stabilität unter Manuel Baum wiedergefunden

Kwasniok sieht sein Team als Außenseiter nach Augsburg reisen. Der FCA hat unter Manuel Baum die unter Sandro verloren gegangene Stabilität   zurückgewonnen und noch kein Heimspiel seit dem Trainerwechsel verloren. „Sie sind jetzt im 5:2:3 sehr gefestigt, haben mit Claude Maurice, Mert Kömür und Michael Gregoritsch Unterschiedsspieler und wissen, dass sie als Mannschaft funktionieren müssen, um erfolgreich zu sein“, sagte der FC-Coach.

Seine Parole für den Auftritt in der WWK-Arena lautet „erst einmal abarbeiten“. Was nichts anderes bedeutet, als zunächst vornehmlich den einen Punkt zu verteidigen. Dafür spielt Kwasniok auf durch vier Ausfälle (siehe Kasten) ausgedünnten Rechtsverteidiger-Position mit dem Gedanken, den nächsten Youngster ins kalte Wasser zu werfen. Beim 2:2 zum Jahresauftakt in Heidenheim stand Fynn Schenten überraschend in der Startelf, in Augsburg könnte es hinten rechts Cenny Neumann sein. „Ich scheue mich nicht, die Jungs einfach reinzuwerfen, auch weil ich das Gefühl habe, dass die Mannschaft sehr stabil in sich ist. Wir haben volles Vertrauen in die Jungs“, kündigte Lukas Kwasniok an.

Cenk ist einfach ein Vorbild, was Einsatz, Bereitschaft und Haltung angeht.
Lukas Kwasniok, Trainer 1. FC Köln

Cenk Özkacar war zuletzt einer der Spieler, die für die von Kwasniok angesprochene Stabilität gesorgt haben. „Rund um die Winterpause war die Situation in der Innenverteidigung sehr speziell, da haben Spieler ihre Chance bekommen. Wenn sie sie nutzen, dann bleiben sie meistens auch in der Startelf“, erklärte der FC-Coach Özkacars Wandlung vom Ergänzungs- zum Stammspieler.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich die letzten vier Spiele auf dem Platz stand und dem Team helfen konnte. Ich merke, dass ich selbstbewusster werde und hoffe, dass ich mich durch meine harte Arbeit für weitere Einsätze empfehlen kann“, sagte Özkacar auf der FC-Clubseite. Hört man Lukas Kwasniok reden, wird dem wohl so sein: „Cenk gibt Vollgas, hat ein brutales Herz, ist ein extrem offener Mensch und hat schon viele Stationen hinter sich. Er ist einfach ein Vorbild, was Einsatz, Bereitschaft und Haltung angeht.