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1. FC KölnEllyes Skhiri stellt sich ins WM-Schaufenster

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AL RAYYAN, QATAR - NOVEMBER 22: Ellyes Skhiri of Tunisia battles for possession with Mikkel Damsgaard of Denmark during the FIFA World Cup Qatar 2022 Group D match between Denmark and Tunisia at Education City Stadium on November 22, 2022 in Al Rayyan, Qatar. (Photo by Francois Nel/Getty Images)

Gewohnt zweikampfstark: Kölns tunesischer WM-Teilnehmer Ellyes Skhiri (r.).

Während es für die Profis des 1. FC Köln nach der Rückkehr von der USA-Reise in den Urlaub geht, spielt Dauerläufer Ellyes Skhiri bei der Weltmeisterschaft für Tunesien - und kann sich dort noch interessanter machen für potenzielle Abnehmer.

Wenn der Lufthansa-Flug 469 aus Austin am Donnerstag gegen 9.30 Uhr in Frankfurt/Main landet, wird die Reisegruppe des 1. FC Köln deutlich kleiner sein, als eine Woche zuvor in die andere Richtung. Ein Großteil der FC-Delegation nutzt den achttägigen USA-Trip des Fußball-Bundesligisten in die texanische Hauptstadt nämlich, um von dort aus die nächste Reise zu starten. Diesmal wird es in den Urlaub gehen, der nach vier anstrengenden Monaten und 24 Pflichtspielen mehr als nötig ist.

Die drei Bundesliga-Niederlagen zum Abschluss des Jahres und die Müdigkeit, mit der die Kölner unterwegs waren, legen diesen Schluss s nahe. Erst am 8. Dezember bittet Steffen Baumgart wieder zum Training. Der Chefcoach selbst erholt sich mit einem Abstecher nach San Francisco und einer Familienreise nach Australien. Costa Rica, New York, Hawaii, Los Angeles oder die Dominikanische Republik lauten unter anderem die Ziele der FC-Profis sowie des Trainer- und Funktionsteams. Zeit zum Erholen und Abschalten vom Fußball, der die Kölner seit Juli pausenlos in Atem gehalten hat.

„Wenn wir am Montag vor der Reise in die USA gefragt hätten, wer mitfliegen möchte, hätten die meisten wohl abgewunken. Ich denke aber, dass am Mittwoch kaum jemand dabei ist, der nicht sagt, es war eine coole Reise“, sagte Christian Keller zum Ende des USA-Trips zufrieden. Der FC-Sportchef wies auf die zahlreichen interessanten Einblicke in die amerikanische Sport- und Lebenskultur sowie die teambildenden Maßnahmen hin, die eine solche Reise immer mit sich bringen.

Wenn wir am Montag vor der Reise in die USA gefragt hätten, wer mitfliegen möchte, hätten die meisten wohl abgewunken. Ich denke aber, dass am Mittwoch kaum jemand dabei ist, der nicht sagt, es war eine coole Reise.
Christian Keller, Sportchef 1. FC Köln

„Schade, dass nicht alle dabei waren“, sagte Keller und meinte die Verletzten wie Dimitrios Limnios oder Sebastian Andersson sowie die Nationalspieler. Florian Kainz (Österreich), Ondrej Duda (Slowakei), Mathias Olesen (Luxemburg), Denis Huseinbasic, Eric Martel, Jan Thielmann (alle U21) und Jonas Urbig (U20) waren mit ihren Auswahlmannschaften unterwegs.

Während es auch für diese Gruppe nun in den Urlaub geht, muss Ellyes Skhiri noch auf seine Freizeit warten. Der Tunesier wird es gerne tun, spielt er doch für sein Land und den FC aktuell bei der Weltmeisterschaft in Katar. Im ersten Gruppenspiel gegen Dänemark (0:0) zeigte Skhiri mit 91 Prozent Passquote und 13,16 gelaufenen Kilometern eine starke Leistung und war so maßgeblich am überraschenden Punktgewinn der Nordafrikaner beteiligt. Als weitere Gegner warten Australien (Samstag, 26. November) und Titelverteidiger Frankreich (Mittwoch, 30. November) auf Tunesien. Ob der FC-Sechser die WM als Schaufenster so nutzen kann, dass er sich noch im Winter seinen Traum von einem Wechsel zu einem europäischen Topclub erfüllen kann, wird sich zeigen.

Klar ist dagegen, dass Skhiri, dessen Vertrag beim FC zum 30. Juni 2023 ausläuft, den Kölnern durch seine WM-Teilnahme ein nettes Sümmchen einbringt. Für jeden Spieler, der in Katar aufläuft, zahlt die Fifa nämlich täglich 10.000 Euro. Da die Abstellungsperiode am 14. November begann, erhält der FC für Skhiri bis zum Ende der Gruppenphase am 1. Dezember 180.000 Euro. Sollten die Tunesier ins Achtelfinale oder weiter vorstoßen, erhöht sich diese Summe entsprechend täglich um 10.000 Euro.

Geld erhalten die Kölner auch für Ismail Jakobs, der bei der WM für den Senegal aufläuft. Das FC-Eigengewächs spielt zwar aktuell für die AS Monaco in Frankreich; die Fifa berücksichtigt aber auch Spieler, die in den vergangenen zwei Jahren bei einem Club unter Vertrag standen, mit einem Viertel der Summe – also 2500 Euro pro Tag.