Abo

Nach irritierenden AussagenFC-Trainer Kwasniok bittet um Entschuldigung

2 min

Sichtlich angefasst: FC-Trainer Lukas Kwasniok.

Lukas Kwasniok hat nach irritierenden Worten um Entschuldigung gebeten. Im Anschluss an das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim  hatte sich der Trainer über fehlende Unterstützung der Fans beklagt.

Es war ein bemerkenswerter Einstieg in die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg: Bevor Lukas Kwasniok die Fragen zum Spiel beantwortete, bat der Trainer des 1. FC Köln in einer achtminütigen Erklärung um Entschuldigung für seine irritierenden Aussagen, die er im Anschluss an das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim getätigt hatte. Nach dem 2:2-Unentschieden hatte der 44-Jährige angedeutet, die fehlende Unterstützung der Fans zu bedauern. Diese hatten aufgrund eines medizinischen Notfalls geschwiegen. Am Tag nach dem Spiel war bekannt geworden, dass der 90 Jahre alte Mann seinen Verletzungen in einem Krankenhaus erlag.

„Ich bitte um Entschuldigung“, sagte Kwasniok am Mittwoch sichtlich angefasst. „Ich glaube, es gibt zwei Dinge, die wichtiger sind als der Fußball. Das ist die Geburt und der Tod eines Menschen.“ Die Informationslage rund um den Notarzteinsatz sei „unübersichtlich“ gewesen, schilderte Kwasniok: „Mittlerweile haben wir aus den Medien entnommen, dass ein FC-Fan verstorben ist. Ich hoffe, das ist der richtige Moment, um mein Beileid auszusprechen, ihnen viel Kraft zu wünschen. Es gibt, glaube ich, im Leben nichts Schlimmeres, als einen geliebten Menschen zu verlieren. Das ist mir extrem wichtig.“

Ich glaube, es gibt zwei Dinge, die wichtiger sind als der Fußball. Das ist die Geburt und der Tod eines Menschen.
Lukas Kwasniok, FC-Trainer

Der FC hatte in der laufenden Saison aus unterschiedlichen Gründen schon mehrfach auf seine aktive Fanszene verzichten müssen. Da der Aufsteiger ohne die Unterstützung von den Rängen einen sportlichen Nachteil habe, sei der Zwiespalt „nicht einfach, weil es auf der einen Seite immer um Menschlichkeit geht, aber im Leistungssport auf der anderen Seite einzig und allein um Punkte. Und daran werde ich gemessen“, erklärte Kwasniok. Sein Fokus habe darauf gelegen, „dass ich das auch schade fand, dass das zum wiederholten Male der Fall gewesen ist“, sagte Kwasniok „Aber wenn die Werte und die Vereinbarungen auch in den Kurven so sind, dann gilt es, das zu akzeptieren.“

Am Samstag hatte der FC-Trainer gesagt, dass ein eingestellter Support für die Mannschaft grundsätzlich schade sei, „weil das Heimspiel in dem Moment dann nicht mehr ein solcher Vorteil ist, wie es mit Support der Südkurve der Fall ist“. Die Aussagen hatten in der Folge für Kritik gesorgt. (mit sid)