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1. FC KölnKwasniok lobt den „Geist“ - Abwehrnot immer größer

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Jahmai Simpson-Pusey (r.) zeigte ein gelungenes Debüt für den 1. FC Köln.

Dem 1. FC Köln gehen die Innenverteidiger aus. Mit Eric Martel und Dominique Heintz fallen die nächsten beiden Defensivleute aus. Die Geißböcke müssen hinten wohl nochmal nachlegen.

Glück und Unglück lagen für Eric Martel am Samstagnachmittag in der Heidenheimer Arena eng beieinander. Drei Minuten nach seinem Kopfballtor zum 1:1-Ausgleich (18.) kassierte der Defensivspieler des 1. FC Köln für ein taktisches Foul die Gelbe Karte. Es war seine fünfte in dieser Saison. Martel fehlt damit gesperrt, wenn der Aufsteiger am Mittwoch den FC Bayern zum ersten Heimspiel im neuen Jahr empfängt. „Natürlich hätte ich gegen die Bayern gerne gespielt, so müssen wir hinten halt wieder rumrotieren“, ärgerte sich Martel, dass er das Duell mit dem Rekordmeister verpasst.

Die personelle Situation im Kölner Abwehrzentrum wird damit immer dramatischer. Mit Dominique Heintz war gegen Heidenheim ein weiterer Innenverteidiger ausgefallen. Die Blessur des Routiniers hat sich als Muskelverletzung im Adduktorenbereich herausgestellt. Trainer Lukas Kwasniok rechnet mit einer drei- bis vierwöchigen Ausfallzeit. Auch Joel Schmied wird erst im Februar zurückerwartet. Rav van den Berg fehlt gegen die Bayern ein letztes Mal gesperrt. Mit Timo Hübers und Lucia Kilian ist in dieser Saison nicht mehr zu rechnen.

Man hat gesehen, dass er Lösungen mit Ball hat und sich eine Menge zutraut. Ich glaube, auf den Jungen können wir uns freuen.
Marvin Schwäbe, FC-Torwart, über Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey

Die beiden einzigen derzeit noch verfügbaren gelernten Innenverteidiger heißen Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar. Gegen Heidenheim hatte der frisch verpflichtete Engländer den Vorzug vor Özkacar erhalten – und sich erstaunlich schnell eingefügt. „Es war eine kurze Nacht im Trainerteam. Wir haben alles abgewogen – und mit Jahmai im Nachhinein die richtige Entscheidung getroffen“, erklärte Kwasniok, der die Leistung von „Überraschungsei“ Simpson-Pusey als „à la bonne heure“ lobte. „Ich hoffe, dass es der Beginn einer guten Reise für ihn beim FC sein kann.“ Auch Marvin Schwäbe zeigte sich angetan von der Vorstellung des 20-Jährigen: „Man hat gesehen, dass er Lösungen mit Ball hat und sich eine Menge zutraut. Ich glaube, auf den Jungen können wir uns freuen.“ Dennoch werden die Kölner im ausgedünnten Abwehrzentrum wohl noch einmal nachlegen müssen.

Die Blitz-Premiere der Leihgabe von Manchester City war nicht die einzige Überraschung, mit der Lukas Kwasniok aufwartete. Mit Fynn Schenten fand sich ein zweiter Bundesliga-Debütant in der Startelf wieder. „Bei Fynn haben wir gewusst, was wir bekommen. Er ist seit drei Wochen bei uns und in jedem Training engagiert“, adelte Kwasniok den 18-jährigen Angreifer, der in Windeseile das Herz des Trainers erobert hat. „Ich liebe den Jungen“, schwärmte Kwasniok.

1. FC Köln: Eric Martel hebt Charakter nach zweimaligem Rückstand hervor

Mit dem 2:2 (1:2) in Heidenheim verteidigten die Kölner ihren Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Tabellenvorletzten. „Für die Tabellensituation war es wichtig, dass wir nicht verloren haben“, meinte Eric Martel, dessen Team auf der eisigen Ostalb einen zweimaligen Rückstand aufholte. „Das zeigt den Charakter der Mannschaft“, freute sich Martel, der sich nach Marvin Pieringers Fallrückzieher-Traumtor (15.) für den ersten Ausgleich verantwortlich zeichnete. Die erneute Heidenheimer Führung durch Julian Niehues (26.) glich Joker Said El Mala per Bogenlampe aus (48.).

Nach einer schwächeren ersten Halbzeit hatte der FC sich das Remis aufgrund einer Leistungssteigerung verdient. „Es war ein gutes Spiel, wir haben uns viele Chancen erspielt“, resümierte Jakub Kaminski, der selbst drei sehr gute Möglichkeiten ausließ. In der Nachspielzeit vergab Ragnar Ache die wohl größte Chance auf den Sieg. „Mit einem Quäntchen Glück gewinnen wir hier“, befand Martel. Sein Trainer war mit dem Zähler dennoch einverstanden: „Ich habe einen guten Geist meiner Mannschaft gesehen“, sagte Kwasniok. „Wir sind zufrieden.“