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1. FC KölnSaid El Malas Premiere sichert einen Punkt beim HSV

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Am zweiten Pfosten durchgelaufen: Said El Mala trifft per Kopf zum 1:1-Ausgleich.

Am zweiten Pfosten durchgelaufen: Said El Mala trifft per Kopf zum 1:1-Ausgleich. 

Der 1. FC Köln hat mit einem verdienten Punkt im Gepäck die Rückreise aus Hamburg angetreten. Said El Mala war mal wieder der Torschütze für die Geißböcke. 

Der 1. FC Köln steht auch nach dem 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga-Saison 2025/26 über dem Strich und hat im achten Anlauf seinen ersten Punkt in einem Samstagabend-Topspiel geholt. Das 1:1 (1:1) im Aufsteigerduell beim Hamburger SV taugte trotz dieser guten Nachrichten aber nicht zum erhofften Befreiungsschlag für die Geißböcke und ihren Trainer Lukas Kwasniok. Relegationsplatz 16 bleibt vor dem rheinischen Derby am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach nur einen Punkt entfernt. Die Abstiegsnot ist unvermindert groß.

„Jeder Punkt ist enorm wichtig und gegen Hamburg haben wir diese Saison insgesamt vier geholt. Wir haben heute den Kampf angenommen, unsere Leistung abgerufen und sind nach einem Rückstand zurückgekommen“, lobte Kapitän Marvin Schwäbe die Vorstellung seines Teams.

Cenk Özkacar ersetzt Jahmai Simpson-Pusey

Lukas Kwasniok ließ sich für sein Schicksalsspiel mal wieder etwas einfallen. Der 44-Jährige setzte auf die gleiche Startelf, die vor einer Woche ebenfalls Samstagabends gegen Borussia Dortmund unglücklich mit 1:2 verloren hatte. Mit einer Ausnahme: Cenk Özkacar ersetzte den gesperrten Jahmai Simpson-Pusey. Kwasniok war an den 25 Spieltagen zuvor eher durch ständige Wechsel als durch Konstanz in seiner Personalauswahl aufgefallen.

Der FC-Coach ordnete sein Team wieder im 4:2:3:1 an. Tom Krauß musste  als Rechtsverteidiger ran und Isak Johannesson erhielt trotz seines schwachen Auftritts gegen den BVB erneut eine Chance von Beginn an. HSV-Trainer Merlin Polzin entschied sich für ein 3:4:3 und schickte den Ex-Kölner Damion Downs in die Startelf. Wohl in der Hoffnung, dass der Stürmer gegen seinen Ausbildungsclub besonders motiviert ist.

HSV trifft mit dem ersten Torschuss traumhaft

Die Hamburger stellten sich tief auf und erwarteten den FC erst an der Mittellinie. Die Geißböcke konnten den anfänglichen Ballbesitz aber nicht nutzen, weil sie ihren Stoßstürmer Ragnar Ache suchten, aber nicht fanden. Gleich viermal spielten sie Ache zu ungenau an. Das Aufsteigerduell entwickelte sich schon ab Minute zehn zu einem zähen Hin und Her. Der HSV tat wenig für das Spiel, verwickelte die Kölner in Zweikämpfe und hatten die kleinen Schiedsrichter-Entscheidungen auf seiner Seite.

Der FC tat sich mit Ball schwer, kam dann aber durch Einzelaktionen zu ersten Abschlüssen. Said El Mala fand aus 16 Metern nur den Kopf von Jordan Torunarigha (26.) und Jakub Kaminski ereilte mit dem Kopf von Warmed Omari das gleiche Schicksal (29.). Vier Ecken holten die Kölner in dieser Phase heraus. Sie verpufften genauso wie alle Hereingaben in den Strafraum, denen zumeist der Mut fehlte.

Was Mut ausmacht, zeigte Fabio Vieira. Der Portugiese nahm einen langen Pass von William Mikelbrencis direkt auf und überlupfte Marvin Schwäbe im Kölner Tor von rechts aus 14 Metern. Ein wunderbarer Treffer mit dem ersten Hamburger Torschuss aus dem Nichts (39.). „Das macht er überragend, den so mit einem Kontakt reinzuhauen“, erkannte FC-Stürmer Said El Mala den Kunstschuss Vieiras neidlos an.

Erstes Bundesliga-Kopfballtor für El Mala

Die Kölner ließen die Köpfe hängen und Lukas Kwasniok sank auf der Bank erstmal in sich zusammen. Fünf Minuten später stand der FC-Coach wieder und durfte sich freuen. Johannesson war zunächst an HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes gescheitert. Die daraus resultierende fünfte Ecke brachte aber den Ausgleich. Rav van den Berg verlängerte Kaminskis Hereingabe mit der Schulter an den zweiten Pfosten, wo El Mala eingelaufen war und sein neuntes Saisontor erzielte (45.) - sein erster Kopfballtreffer in der Bundesliga.

„Das haben wir trainiert. Wir wussten, dass Hamburg auf dem zweiten Pfosten nicht so stark ist“, erklärte der Torschütze. „Das war ein Co-Trainer-Tor. Er hat gesagt, lauft durch, am zweiten Pfosten gibt es einfache Tore. Said war heute die ausübende Gewalt“, sagte Lukas Kwasniok zu der einstudierten Variante.  Der FC durfte das verdiente 1:1 auch mit in die Pause nehmen, weil Downs in der Nachspielzeit am Fünfer zu überrascht darüber war, dass er völlig blank stand (45.+2).

Der blass gebliebene Youssoupha Niang blieb beim FC in der Kabine. Linton Maina kam für den Youngster und hatte die erste Chance der zweiten Halbzeit. Sein Schuss aus 15 Metern zentraler Position flog über das Tor. Da war mehr drin (54.), wie in so manch anderer Szene. Der FC hatte mehr vom Spiel, stand nach einer Stunde bei 7:0-Ecken und ließ defensiv nichts mehr zu. Klare Torchancen gab es aber auch für die Gäste nicht, weil das Spiel im letzten Drittel zu ungenau war.

Auf dem Spiel heute können wir auf jeden Fall aufbauen.
Said El Mala, Torschütze 1. FC Köln

Daran änderte sich bis tief in die Nachspielzeit nichts. Dann verpasste der eingewechselte Daniel Elfadli nach der ersten HSV-Ecke den Lucky Punch (90.+5). Anschließend hatte auf der anderen Seite Eric Martel den Sieg nach einem Freistoß von Florian Kainz auf dem Kopf, traf aus drei Metern aber nur das Außennetz (90.+6). Ärgerlich für den FC war dann noch, dass der gerade aus einer Verletzung gekommene Sebastian Sebulonsen in der letzten Szene wegen Zeitspiels seine fünfte Gelbe Karte sah und im Derby gegen Gladbach am kommenden Samstag gesperrt ist.

„Dieser Punkt ist enorm wichtig, auch wenn wir drei hätten mitnehmen können. Dafür waren wir im letzten Drittel aber nicht gefährlich genug und zu unsauber. Auf dem Spiel heute können wir auf jeden Fall aufbauen“, sagte Said El Mala. Sein Trainer, der auch bei einem fünften Auftritt im Volksparkstadion unbesiegt blieb, konnte sich auch irgendwie mit dem Ergebnis anfreunden: „Wir nehmen den Punkt mit, auch wenn es sich in Summe so angefühlt hat, als hätten wir als Sieger den Platz verlassen können. Zwei Punkte für uns und einer für den HSV hätte gepasst. Das geht aber leider nicht.“


Statistik:

Hamburger SV: Heuer Fernandes; Omari, L. Vuskovic, Torunarigha (79. Balde); Mikelbrencis (79. Elfaldli), Sambi Lokonga, Remberg, Muheim; Fábio Vieira (90.+2 Otele), Downs (66. Stange), Königsdörffer (66. Dompe). - 1. FC Köln: Schwäbe; Krauß (84. Chavez), van den Berg, Özkacar, Lund Hansen; Johannesson, Martel; Niang (46. Maina), Kaminski (90.+1 Kainz), El Mala (74. Bülter); Ache (74. Sebulonsen). – SR.: Welz (Wiesbaden). – Zuschauer: 57.000. – Tore: 1:0 Vieira (39.), 1:1 El Mala (45.). – Gelbe Karten: Remberg, Muheim; El Mala, Lund, Kaminski, Sebulonsen.