Der 1. FC Köln hat in Augsburg einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst. Nach dem 0:2 wird die Lage zunehmend kritischer.
1. FC KölnLukas Kwasniok ist bedient

Wieder nur Enttäuschung. Die FC-Spieler bedanken sich nach dem 0:2 in Augsburg für die Unterstützung ihrer Fans.
Copyright: IMAGO/MIS
Lukas Kwasniok war bedient und enttäuscht. „Wir haben ein wichtiges Spiel verloren. Es war eigentlich ein klassisches 0:0-Freitagabendspiel“, sagte der Trainer des 1. FC Köln nach der 0:2 (0:0)-Niederlage beim FC Augsburg. Eine Niederlage, die im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wehtut. Nach nur zwei Siegen aus den letzten 15 Partien wird die Situation der Kölner immer herausfordernder. Wenn Gladbach und Mainz ihre Spiele am Wochenende gewinnen, würde der FC auf Platz 14 abrutschen. „Wir sind immer noch in der Verlosung und stehen über dem Strich. Nächsten Samstag wollen wir gegen Borussia Dortmund den Topspiel-Fluch brechen und gegen einen der Großen gewinnen“, bleibt Kwasniok davon überzeugt, dass der FC den Kampf gegen den Abstieg erfolgreich gestalten wird.
Angeschlagener El Mala sitzt nur auf der Bank
Der 44-Jährige reagierte auf die insgesamt acht Ausfälle mit drei Änderungen in der Startelf. Marius Bülter, Jahmai Simpson-Pusey und Luca Waldschmidt standen beim Anpfiff für Sebastian Sebulonsen, Joel Schmied (beide verletzt) und den unter der Woche angeschlagenen Said EL Mala auf dem Platz. Allzweckwaffe Jakub Kaminski besetzte die rechte defensive Schiene, auf der die Kölner gleich vier Ausfälle zu verkraften haben. Eine Aufstellung, die zu Kwasnioks Ankündigung passte, dass es in Augsburg erst einmal ums „Abarbeiten“ geht.
Die Geißböcke traten auch genauso auf. Sicherheit ging vor. Über Ballkontrolle versuchte der FC den Augsburgern in ihrem 500. Bundesligaspiel den Schwung zu nehmen. Das gelang in den ersten zehn Minuten nicht. Rodrigo Ribeiro hatte die erste Chance (4.). Dann prüfte Dominic Banks Kapitän Marvin Schwäbe im Kölner Tor. Noch in der gleichen Minute leistete sich Eric Martel einen groben Schnitzer im Aufbau. Ribeiro kam an den Ball und zielte aus 18 Metern nur knapp links vorbei.
Danach bekam der FC Kontrolle über die Partie, weil die Gastgeber sich zurückzogen und den Kölner den Ball überließen. Nach vorne ging bei der Kwasniok-Elf aber nichts. Der FC fand gegen das stabile 5:3:2 der Gastgeber keine Tiefe und scheute das Risiko. Es entwickelte sich ein Ballgeschiebe, weil auch die Augsburger mehr auf die Defensive und zweite Bälle achteten, als Druck nach vorne entfachen zu wollen. Bis zur 36. Minute passierte nichts, dann spielten sich die Kölner endlich mal in den Strafraum. Kaminski Schuss wurde aber geblockt.
Martel trifft nur die Latte
Der FC hatte nun tatsächlich eine erste Druckphase und holte zwei Ecken heraus. Kaminski gab eine davon herein und Martel köpfte aus zwölf Metern an die Latte (38.). „Uns fehlt halt auch das Quäntchen“, verzweifelte Lukas Kwasniok. Das 0:0 zur Halbzeit entsprach dem Niveau der zähen Partie.
Kwasniok brachte zur zweiten Hälfte Isak Johannesson für den gelbbelasteten Martel, um das Offensivspiel seiner Mannschaft anzukurbeln. Die Idee fruchtete in genau einem Moment. Der Isländer schlug eine starke Flanke auf den Kopf von Kristoffer Lund, der aus sechs Metern an FCA-Keeper Finn Dahmen scheiterte (48.).
Auf der anderen Seite zeigten die Augsburger, wie man einen gelungenen Angriff erfolgreich zu Ende bringt. Nach einer Verlagerung auf die rechte Seite überlief der erst 19-jährige Verteidiger Banks den nicht nur in dieser Szene indisponierten Marius Bülter und flankte gegen den zu passiven Lund an den Fünfer, wo Ribeiro den Ball mit der Hacke elegant ins Netz rauschen ließ. Sein Gegenspieler Jahmai Simpson-Pusey konnte nur noch staunen (55.).
Kwasniok war mit nun Abarbeiten fertig und wechselte El Mala und Youssoupha Niang ein (67.). Es musste offensiv etwas passieren. Es tat sich aber nichts, weil die Augsburger weiter extrem aufmerksam und konsequent verteidigten. Kwasniok versuchte es weiter. Der FC-Coach brachte noch Fynn Schenten und Felipe Chavez.
Schlotterbeck rettet auf der Linie
Die Kölner warfen alles nach vorne und hätten es tief in der Nachspielzeit beinahe geschafft. Keven Schlotterbeck stoppte nach einer Flanke von Niang einen Kopfball von Cenk Özkacar auf der Linie und hätte beim Versuch den Ball wegzuschlagen fast ein Eigentor fabriziert. Finn Dahmen war aber zur Stelle und fischte den Ball noch von der Linie (90.+4).
Als dann Marvin Schwäbe beim letzten Eckball mit nach vorne ging und Michael Gregoritsch abwehren konnte, durfte Alexis Claude-Maurice den Ball nach vorne treiben und aus 40 Metern zum 2:0 und 150. Bundesligasieg der Fuggerstädter treffen (90.+6).
„In der ersten Halbzeit war es ein 50:50-Spiel. Keiner wollte dem anderen Raum geben, keiner wollte Fehler machen. Am Ende hat es die eine Situation beim 1:0 entschieden. Da sind wir nur begleitend zu lange nebenher gelaufen“, erklärte FC-Kapitän Schwäbe. Der Torwart musste am Ende ernüchtert feststellen, dass Augsburg aktuell seine engen Spiele alle zieht und der FC sie in der Regel verliert.
FC Augsburg: Dahmen; Banks, K. Schlotterbeck, Zesiger; Rieder, Massengo (82. Rexbecaj), Jakic (50. Keitel), Fellhauer (82. Kade); Kömür (82. Wolf), Claude-Mauríce; Ribeiro (68. Gregoritsch). — 1. FC Köln: Schwäbe; van den Berg, Simpson-Pusey (78. Chavez), Özkacar; Kaminski, Martel (46. Johannesson), Krauß (84. Schenten), Lund; Waldschmidt (67. El Mala), Bülter (67. Niang); Ache. — SR.: Welz (Wiesbaden). — Zuschauer: 30.660. — Tore: 1:0 Ribeiro (55.), 2:0 Claude Maurice (90.+6). — Gelbe Karten: Massengo, Zesiger; Martel.
