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1. FC KölnMaina und Schwäbe sorgen für Erleichterung

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Linton Maina (l.) jubelt mit Kristoffer Lund und Jakub Kaminski (r.) über das Siegtor des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg.

Linton Maina (l.) jubelt mit Kristoffer Lund und Jakub Kaminski (r.) über das Siegtor des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg.

Der 1. FC Köln hat sich im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg gesichert.

Nicht schön, aber erfolgreich. Und nichts anderes hat für den 1. FC Köln zum Auftakt des 20. Spieltags der Fußball-Bundesliga gezählt. Die Geißböcke haben sich mit dem zweiten Heimsieg hintereinander weiter Luft im Abstiegskampf verschafft. Ein Tor von Linton Maina und ein in der Schlussphase überragender Torwart Marvin Schwäbe sicherten beim schwer erkämpften 1:0 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg drei wichtige Punkte und distanzierten die Niedersachsen auf vier Punkte.

„Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und versäumt, das 2:0 zu machen. Am Ende müssen wir uns bei unserem Torwart bedanken. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft etwas zu verlieren hatte. Das war ein wichtiges Heimspiel und drei wichtige Punkte“, sagte FC-Sportchef Thomas Kessler.

Kwasniok bringt Martel und Özkacar neu

Lukas Kwasniok sah die Notwendigkeit, im Vergleich zum 1:2 in Freiburg zwei Änderungen in seiner Startelf vorzunehmen. Der FC-Coach nahm Jan Thielmann und Innenverteidiger Rav van den Berg raus und ersetzte sie durch Eric Martel und Cenk Özkacar. Wechsel, die eine veränderte Grundformation vermuten ließen – mit Martel im Zentrum einer Dreierkette.

Kwasniok beließ es aber bei seinem 4:4:2 von Freiburg und besetzte die Doppelsechs mit Martel und Tom Krauß. Er verzichtete damit auf einen kreativen Sechser und setzte auf Kampfkraft, Leidenschaft und Laufstärke. „Wenn der VfL die Kugel durchs Zentrum laufen lässt, müssen wir uns auf sehr viel Leidenszeit einstellen“, hatte Kwasniok seine Strategie schon am Mittwoch angedeutet.

Kämpferische Doppelsechs gegen Wolfsburger Klasse

Die Besetzung der Doppelsechs hatte zudem den Vorteil, dass der vom VfL ausgeliehene Jakub Kaminski gegen seinen Noch-Arbeitgeber endlich mal wieder auf seiner Lieblingsposition „linke Schiene“ arbeiten konnte. Özkacar erhielt den Vorzug vor Van den Berg, weil der Türke mehr Körperlichkeit als der Niederländer mitbringt.

Arbeit bekam die Kölner Defensive erst einmal nicht. Die Anfangsphase war auf beiden Seiten von Fehlern übersät und hektisch in den Vorträgen. Zudem schien der Platz schwierig zu bespielen, weil er durch Kälte und Regen seifig geworden war. Es dauerte bis zur 13. Minute, ehe der FC eine erste Offensivaktion startete. 60 Sekunden später gab es auch die erste Torchance, Ragnar Ache schlug nach einer Kopfballablage von Marius Bülter aber mit links über den Ball.

Maina sorgt für die verdiente Führung

Der FC-Mittelstürmer hätte dann für die Führung sorgen können. Kristofer Lund, der auf links erstaunliche Freiheiten genoss und diese auch in Anspruch nahm, hatte eine schicke Flanke an den Fünfer abgesendet. Ache köpfte aber genau auf VfL-Keeper Kamil Grabara (18.). Die viel zu passiven Wolfsburger boten weiter viel an. Als Linton Maina von rechts einfach mal so ins Zentrum laufen durfte und aus 17 Metern mit links abzog, stand es 1:0. Moritz Jenz hatte den Schuss entscheidend und unhaltbar für Grabara abgefälscht (29.). Für den formstarken Maina war es der dritte Scorerpunkt (2 Tore/1 Assist) in vier Spielen.

Die Gäste, bei denen Topscorer Amoura aus disziplinarischen Gründen fehlte, enttäuschten und verzeichneten durch Patrick Wimmer nur einen halbwegs brauchbaren Abschluss in Hälfte eins. Der Trainerwechsel auf Daniel Bauer ist offensichtlich schon verpufft. Der FC versäumte es allerdings, die Wolfsburger Schwächen auszunutzen. Das 1:0 zur Pause war zu wenig für die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen.

VfL-Coach Daniel Bauer war unzufrieden und brachte zur zweiten Hälfte mit Kento Shiogai und Adam Daghim zwei neue Kräfte. Die Wolfsburger vermittelten tatsächlich den Eindruck, als wollten sie etwas mehr tun. Dzenan Pejcinovic hätte das 1:1 machen können, schoss aber frei aus sieben Metern rechts vorbei und stand dabei wohl auch knapp nicht im Abseits (59.).

Schwäbe rettet in der Nachspielzeit zweimal

Das Kölner Offensivspiel war mit dem Pausenpfiff zum Erliegen gekommen, weil wie so häufig die Präzision in den Aktionen fehlte.  Ein Sololauf mit Abschluss rechts neben das Tor von Linton Maina (68.) war die einzig nennenswerte und gefährliche Offensivaktion. Auf der anderen Seite zögerte Dahim zu lange, sodass Sebastian Sebulonsen noch blocken konnte (73.).

Kwasniok wechselte Isak Johannesson (66.), Said El Mala und Jan Thielmann ein (beide 76.). El Mala kam auch gleich zum Abschluss, zielte aber zu weit nach rechts (80.). Den Kölnern fehlte weiter das 2:0 und es kamen Erinnerungen an das 1:1 gegen St. Pauli auf, als der FC den Ausgleich mit der letzten Aktion des Gegners kassierte. Was diesmal dank Marvin Schwäbe nicht passierte. Der Kapitän hielt gegen Shiogai (90.+2) und Daghim (90.+4) überragend und die drei Punkte fest. „Die letzten Wochen waren nicht leicht, diese drei Punkte waren sehr wichtig für uns“, freute sich Schwäbe.


Statistik

1. FC Köln: Schwäbe; Castro-Montez, Sebulonsen, Özkacar, Lund (86. Van den Berg); Maina (76. Thielmann), Krauß, Martel, Kaminski (76. El Mala); Bülter (66. Johannesson), Ache (86. Niang). — VfL Wolfsburg: Grabara; Fischer (75. Lindström), Vavro, Jenz, Gerhardt (90.+1 Zehnter); Vinicius Souza (46. Shiogai), Arnold; Eriksen, Majer (46. Daghim), Wimmer, Pejcinovic. – SR.: Petersen (Stuttgart). – Zuschauer: 50.000. – Tor: 1:0 Maina (29.). – Gelbe Karten: Ache; Eriksen, Shiogai, Gerhardt.