Der neue Vorstand des 1. FC Köln hat wie angekündigt eine Satzungs- und Strukturkommission ins Leben gerufen, die sich nun konstituiert hat. Mit am Tisch sitzt Stefan Müller-Römer (57), langjähriger Vorsitzender des Mitgliederrats und im Jahr 2019 für ein halbes Jahr auch FC-Präsident.
1. FC KölnStefan Müller-Römer mischt wieder mit

Stefan Müller-Römer (r.) als Vorsitzender des Mitgliederrats auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln im September 2019 neben Eckhard Sauren (l.) und Werner Wolf, die in den Vorstand gewählt wurden.
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Die Satzung des 1. FC Köln ist 13 Jahre alt und die aktuelle Gremien-Struktur des Vereins mit Vorstand, Mitgliederrat, Aufsichtsrat, Beirat und Gemeinsamer Ausschuss seit langem umstritten. Zwei Themen, die im Wahlkampf vor der jüngsten Mitgliederversammlung im Programm aller drei Vorstands-Kandidatenteams eine gewichtige Rolle gespielt hatten und dabei zum Teil kontrovers und erbittert diskutiert worden waren.
Der am 27. September 2025 neu gewählte Vorstand des FC mit Präsident Jörn Stobbe sowie den beiden Vizepräsidenten Jörg Alvermann und Ulf Sobek hat seinen Worten aus dem Wahlkampf jetzt Taten folgen lassen und eine Satzungs- und Strukturkommission ins Leben gerufen. Die Kommission hat sich unter dem Vorsitz von Jörg Alvermann am Donnerstag in einer dreistündigen Sitzung konstituiert und ihre Arbeit aufgenommen.
Vorrangiges Ziel ist es, auf der Mitgliederversammlung 2026 eine neue Satzung zur Abstimmung vorzulegen. Zudem steht die Gouvernements-Struktur auf dem Prüfstand, zuvorderst der Gemeinsame Ausschuss. Stobbe, Alvermann und Sobek hatten im Wahlkampf angekündigt, dass sie zudem die Aufgaben der einzelnen Gremien klarer definieren wollen. Auf der to do-Liste steht ferner die Überprüfung der Rechtsform des FC. Im Raum steht eine Rückführung aus der aktuellen Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) in eine GmbH oder sogar in einen eingetragenen Verein.
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Der neue Vorstand des 1. FC Köln: Jörn Stobbe (M.), Präsident, Jörg Alvermann (l.), Vizepräsident, und Ulf Sobek (r.), Vizepräsident.
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Der FC-Vorstand hat zunächst elf Mitglieder in die Kommission berufen, die unter anderem durch eine Beteiligung von Mitgliedern erweitert werden soll. Neben Alvermann gehören der Vorstandschef der Sparkasse Köln Bonn Ulrich Voigt und Dorothea Zechmann aus der Wahlkommission des FC zu der Expertenrunde. „Es ist uns gelungen, Fachkunde aus den Gremien und der Geschäftsstelle sowie von externen Rechts- und Finanzprofis zu integrieren. Schon bei den ersten Gesprächen war zu spüren, dass in allen Expertinnen und Experten die Leidenschaft für den FC geradezu brennt“, erklärte der Vorsitzende der Kommission, Jörg Alvermann.
Das prominenteste Mitglied dürfte aber Stefan Müller-Römer sein. Der Anwalt für Urheber- und Medienrecht ist nicht nur einer der Väter der aktuellen FC-Satzung aus dem Jahr 2012, er war auch maßgeblich an der Installierung des Mitgliederrats beteiligt, dessen Vorsitzender er von den Anfängen im Jahr 2013 bis im September 2020 war. Müller-Römer hatte in dieser Funktion gemeinsam mit dem Mitgliederrat für die Mitgliederversammlung 2019 Werner Wolf, Eckhard Sauren und Jürgen Sieger als Vorstand zur Wahl vorgeschlagen.
Das Trio wurde bekanntlich auch gewählt. Wolf und Sauren blieben sechs Jahre im Amt, Sieger trat nach drei Monaten zurück und wurde zunächst durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Mitgliederrats Carsten Wettich ersetzt, der dann 2020 zum ordentlichen Vizepräsidenten gewählt wurde.
Von 2013 bis 2020 Vorsitzender des Mitgliederrats und 2019 FC-Präsident
Stefan Müller-Römer, der nach dem Rücktritt von Werner Spinner von März bis September 2019 auch das Präsidentenamt beim FC innehatte, gab nach der sogenannten E-Mail-Affäre im September 2020 das Amt des Mitgliederratsvorsitzenden ab. Der 57-Jährige zog sich dann nach der Mitgliederversammlung im November 2021 sogar komplett aus der Gremienarbeit beim 1. FC Köln zurück.
Vier Jahre später mischt der meinungsstarke und streitbare Jurist aus dem Kölner Agnesviertel wieder mit. Sein Comeback dürfte für Aufsehen sorgen. Grund für seine Mitarbeit in der Satzungs- und Strukturkommission wird in erster Linie sein Mitwirken an der Satzung von 2012 sein. Müller-Römer weiß um die Stärken und Schwächen der in die Jahre gekommenen Satzung, verfügt zudem über langjähriges Wissen in der Gremienarbeit, bei der er auch mit dem neuen Präsidenten Jörn Stobbe zusammengearbeitet hat, als dieser Beiratsmitglied und Aufsichtsratsvorsitzender beim FC war. Zudem ist Müller-Römer seit Jahren mit Vizepräsident Ulf Sobek bekannt.
