Nach dem Aus von Lukas Kwasniok spricht Jan Thielmann über das neu zusammengestellte Trainerteam des 1. FC Köln und das Cheftrainer-Debüt von René Wagner am Ostersonntag in Frankfurt.
1. FC KölnThielmann begrüßt Beförderung von Wagner und hofft auf Startelf-Rückkehr

Fühlt sich bereit für die finale Phase des Abstiegskampfes: Der wiedergenesene FC-Profi Jan Thielmann.
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Jan Thielmann ist zwar erst 23 Jahre alt, aber in einer Hinsicht ist er schon ein alter Hase. Seit seinem Bundesligadebüt im Dezember 2019 hat er die Trainer beim 1. FC Köln kommen und gehen sehen. René Wagner, der kürzlich für Lukas Kwasniok übernahm, ist bereits der siebte Chefcoach, den Thielmann in seiner Profizeit am Geißbockheim erlebt. Das ist zu viel, findet er: „Wir alle würden gut daran tun, wenn wir den Trainer einfach mal machen lassen und ein gewissen Vertrauen in ihn haben. Man sieht ja in diversen anderen Vereinen, dass Trainer, die über mehrere Jahre da sind, Erfolg haben können“, sendete Thielmann einen Appell für mehr Konstanz an der Kölner Seitenlinie.
Gleichzeitig hat der Offensivmann schon eine gewisse Routine bei Trainerwechseln entwickelt. „Ich gewöhne mich schnell an neue Menschen. Auch mit dem neuen Trainerteam haben wir uns relativ schnell gefunden“, berichtete Thielmann, der bereits erste Effekte festgestellt hat: „Durch einen Trainerwechsel erhofft man sich einen neuen, frischen Wind. Gerade diejenigen Spieler, die beim alten Trainer hinten dran waren, haben eine neue Chance. Jeder bietet sich an, die Trainingseinheiten laufen gut. Ich sehe eine gute Qualität und eine gute Reaktion.“
René ist sehr herzlich und hat für jeden ein offenes Ohr. Er kommt sowohl als Co-Trainer als auch als Cheftrainer sehr gut an die Mannschaft ran.
Das sei nicht zuletzt ein Verdienst von Interims-Chefcoach René Wagner. „René ist sehr herzlich und hat für jeden ein offenes Ohr. Er kommt sowohl als Co-Trainer als auch als Cheftrainer sehr gut an die Mannschaft ran. Dazu hat er einen unheimlich guten Draht zu erfahrenen Spielern. Ich glaube, dass er bei den Spielern, die schon länger dabei sind, und den neuen Spielern eine gute Mischung finden wird“, hat Thielmann durchweg lobende Worte für den vorherigen Assistenztrainer parat. Behält er mit seiner Prognose recht, dürften etwa die unter Kwasniok wenig berücksichtigten Routiniers Florian Kainz und Luca Waldschmidt im Saison-Endspurt noch eine Rolle spielen.
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Unterstützung erhält Wagner von den neu installierten Co-Trainern Armin Reutershahn (66) und Lukas Sinkiewicz (40). „Sie bringen frischen Wind rein und sind beide sehr lebendig“, schilderte Thielmann seine bisherigen Eindrücke. Reutershahn, der dem ehemaligen FC-Coach Friedhelm Funkel in fast 200 Spielen zur Seite stand, habe „schon einige Trainerstationen miterlebt“ und verfüge somit über eine „unfassbare Erfahrung“, weiß Thielmann. Der frühere FC-Verteidiger Sinkiewicz komme wiederum über die Emotionen. „Sinke bringt ein gewisses Temperament und Feuer mit“, erklärte Thielmann. „Es macht Spaß mit ihnen, weil sich beide ganz gut ergänzen.“
Thielmann hat auch schon ein paar Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen FC-Chefcoach ausgemacht. „Jeder Trainer macht gewisse Abläufe anders. Man versucht, den besten Weg zu finden, um eine Mannschaft anzupacken. René hat sicherlich andere Wege als Lukas. Er ist auch ein anderer Typ“, meint der ehemalige U21-Nationalspieler. Daher müsse es bei einem Trainerwechsel nicht immer eine externe Lösung sein. „Auch ein interner Wechsel sorgt für einen Impuls.“ Auf dem Feld müsse ebenfalls nicht alles über den Haufen geworfen werden. „Wir müssen schauen, dass wir an gewissen Stellschrauben drehen. Einen großen Cut brauchen wir aber nicht“, meint Thielmann mit Blick auf die vielen Auftritte, in denen der FC seinen Kontrahenten das Leben schwer machte.
1. FC Köln: Wagner-Debüt am Sonntag bei angeschlagener Eintracht
Das 3:3 vor der Länderspielpause gegen Borussia Mönchengladbach war nach nunmehr sieben Spielen ohne Sieg zwar nicht der dringend erforderliche Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Doch immerhin sorgte das Remis im Derby dafür, dass der Tabellenfünfzehnte weiterhin Anschluss an das untere Drittel hat. „Wir sind noch in einer relativ komfortablen Situation. Die Teams über uns sind nicht so weit weg. Ich hoffe daher nicht, dass wir einen Feuerwehrmann brauchen“, erklärte Jan Thielmann. Trotzdem weiß er, was die Stunde für den FC geschlagen hat: „Wir müssen nicht schön spielen und keine Preise für das schönste Tor gewinnen – auch wenn das Fallrückziehertor von Ragnar Ache sehr geil war. Aber wir brauchen Punkte, das ist uns allen bewusst.“
Ein erfolgreiches Cheftrainer-Debüt von René Wagner am Ostersonntag (17.30 Uhr, DAZN) bei der ebenfalls angeschlagenen Frankfurter Eintracht wäre ein erster Schritt aus der Krise, ehe es die Kölner im Anschluss gegen Werder Bremen und den FC St. Pauli mit zwei direkten Konkurrenten zu tun bekommen. „Frankfurt ist eine Riesenchance für uns, ein Ausrufezeichen zu setzen. Wenn wir mit Punkten zurückkommen, würde uns das das Leben für die Sechs-Punkte-Spiele einfacher machen“, blickte Thielmann voraus.
Die in der Rückrunde personell gebeutelten Kölner treten die Reise an den Main wohl in deutlich verbesserter Personallage an. Jahmai Simpson-Pusey und Sebastian Sebulonsen haben ihre Sperren abgesessen, zudem sind Alessio Castro-Montes und Joel Schmied nach ihren Blessuren in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. „Ich bin ein Freund von Konkurrenzkampf. Wenn unsere Nationalspieler zurückkommen, haben wir bis auf die Langzeitverletzten wieder alle Spieler an Bord. Es macht unfassbar viel Spaß, wieder mit mehr Jungs auf dem Platz zu stehen“, freut sich Thielmann. Nach überstandener Muskelverletzung und einem Kurzeinsatz gegen Gladbach drängt auch das kampfstarke Eigengewächs zurück in die erste Elf. „Durch die Länderspielpause bin ich sehr fit“, sagte der Rechtsaußen und fügte selbstbewusst an: „Natürlich wäre ich eine Option für die Startelf.“
