Der 1. FC Köln startet gegen die TSG Hoffenheim mit der Erinnerung an Ragnar Aches Wundertor in die Saison
1. FC Köln vor HoffenheimHoffen auf neue magische Momente

Weil es so schön war: Ragnar Ache trifft gegen den staunenden Oliver Baumann per Fallrückzieher.
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Wer am 21. Februar im Rhein-Energie-Stadion war, wird sich daran erinnern, wie Ragnar Ache das vielleicht schönste Tor in der Geschichte Müngersdorfs erzielte. Nach Said El Malas Flanke von der rechten Seite stieg der Stürmer im Strafraum hoch und traf per Fallrückzieher derart satt ins Tor, dass die 50.000 Zuschauer gleich wussten, dass sie einen magischen Moment erlebt hatten. Es war das 1:0 nach einer Viertelstunde, die Partie endete nach zwischenzeitlichem Rückstand 2:2 durch El Malas achtes Saisontor. Es war ein schöner Fußballnachmittag im Kölner Stadion.
Entsprechend positiv wird Ache Heimspiele gegen die TSG Hoffenheim abgespeichert haben, wenngleich es schwierig sein dürfte, eine Wundertat wie seinen Fallrückzieher in die Spielplanung aufzunehmen. Eine Wiederholung wird schwierig, doch Ache, ein tiefsinniger Mann, wird sich seinen Treffer gewiss noch einmal ins Bewusstsein rufen, bevor er am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum Bundesliga-Auftakt auf den neuen Hybridrasen schreitet.
Trainer René Wagner wollte nicht gesondert auf Aches mögliche Zusatzmotivation durch den Treffer aus der Vorsaison eingehen. Lieber blieb er allgemein. „Ich glaube, wenn einer von den Jungs nicht heiß wäre auf das erste Spiel, dann hätte er seinen Job verfehlt. Ragnar wie auch alle Spieler freuen sich auf ein volles Stadion zu Hause, auf viel Energie. Wir haben eine riesige Chance, das Spiel zu gewinnen.“
Auch die Matchfitness soll nach der Trainingswoche, die mehr im Zeichen der Spielvorbereitung stand als die Tage vor dem Pokalduell bei den Würzburger Kickers (2:1), nun deutlich besser sein. „Ich glaube, dass wir die richtigen Mittel finden werden, um den Hoffenheimern wehzutun. Jede Mannschaft hat Schwachstellen, die wir entblößen müssen. Jeder unserer Spieler ist gewillt, alles zu geben“, verspricht der Trainer, und weiter: „Wir werden in jeder Sekunde des Spiels mit voller Akribie und voller Power arbeiten.“
Die Gäste werden auf zwei wichtige Offensivspieler verzichten müssen: Fisnik Asllani hat nach überstandener Verletzung noch Trainingsrückstand; der ehemalige Kölner Tim Lemperle fehlt wegen einer Gelb-Rot-Sperre vom letzten Spieltag der vergangenen Saison.

Torschütze gegen Charlton Athletic: Tottenhams Talent Mikey Moore ist ein Transferziel des 1. FC Köln.
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Er erwarte dennoch „eine sehr intensive gegnerische Mannschaft; sehr, sehr viel Tiefe, auch gute Positionsrotation. Eine Mannschaft, die sich nach dem letzten Jahr gefestigt hat. Sie haben auf den Positionen, wo sie Verstärkung brauchten, nachgelegt, haben sich verjüngt, haben mehr Geschwindigkeit und Dynamik im Kader“, beschrieb Wagner.
Das Kölner Abschlusstraining am Freitag verlief unfallfrei, Wagner steht damit außer den unterschiedlich schwer am Muskel verletzten Luca Waldschmidt und Sebastian Sebulonsen der komplette Kader zur Verfügung. Jedenfalls der Teil des Kaders, der schon da ist. Denn dem Vernehmen nach fehlt noch ein potenzieller Startelfspieler, der die Offensive verstärken soll. Die Rede ist von Mikey Moore, einem Talent der Tottenham Hotspur.
Sie haben auf den Positionen, wo sie Verstärkung brauchten, nachgelegt, haben sich verjüngt, haben mehr Geschwindigkeit und Dynamik im Kader
Der 1. FC Köln verhandelt seit Wochen mit den Engländern über eine Leihe des 19-Jährigen. Doch das Geschäft stockt. Tottenham investiert derzeit massiv in den Kader; rund 350 Millionen Euro haben die Londoner bereits ausgegeben. Trainer Roberto De Zerbi erklärte am Mittwoch, es sei wichtig, für Moore und den Verein nun eine Lösung zu finden. Er würde den Profi zwar grundsätzlich gern behalten, weil er ein Eigengewächs und sehr talentiert sei. Doch dürfe man keine Fehlentscheidung treffen, da Moore vor allem Spielpraxis benötige. Die Spurs jagen unter anderem Cody Gakpo vom FC Liverpool. Solange der letzte Zugang fehlt, muss Moore bleiben – was die Kölner zunehmend nervt.
Moores Leistungen schwankten zuletzt. Nach einer zähen Vorbereitung traf er im Test gegen Hoffenheim doppelt, vergab am ersten Spieltag der Saison gegen Brentford jedoch reihenweise Gelegenheiten. Die Kritik nach der üblen 0:3-Niederlage fiel drastisch aus: Moore habe zwar lebhaft gewirkt, doch fehle ihm bislang die Qualität für die Premier League. Im Ligapokal gegen den Zweitligisten Charlton Athletic steuerte er dann am Mittwoch ein Tor und eine Vorlage bei, was seinen Kritikern recht zu geben schien, dass der junge Mann in der Bundesliga besser aufgehoben sein könnte als bei einem Premier-League-Klub, der nach Platz 17 in der Vorsaison die Spitze angreifen will.
Die Kölner würden Moore gern weiter ausbilden, und offenbar ist der Spieler längst überzeugt vom Bundesligisten, bei dem bereits die jungen Engländer Jahmai Simpson-Pusey und Reigan Heskey unter Vertrag stehen – und wo ein Trainer agiert, der verlustfrei zwischen Deutsch und Englisch umschalten kann. Doch Geduld ist gefragt – das Transferfenster schließt am Dienstagabend.
1. FC Köln: Schwäbe - Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah - Krauß, Johannesson - Maina, Bülter, S. El Mala – Ache; Hoffenheim: Baumann - Coufal, Kabak, Hajdari, M. Rots - Avdullahu, Burger - De Cat, Wimmer - Moerstedt, Hlozek; Schiedsrichter: Badstübner (Nürnberg).

