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1. FC Köln zu Gast beim VfB StuttgartTimo Schultz fordert eine andere Einstellung

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Positive Entwicklung: Davie Selke trainierte erstmals wieder mit der Mannschaft.

Vor dem schweren Gang zum VfB Stuttgart beklagt der 1. FC Köln den kurzfristigen Ausfall eines Innenverteidigers. Hoffnung macht die Rückkehr des besten FC-Torschützen ins Mannschaftstraining.

Die Bundesliga-Saison 2023/24 des 1. FC Köln wird auch als eine der vielen schlechten Nachrichten in Erinnerung bleiben. Es vergeht kaum eine Woche, in der die Geißböcke Nachrichten vermelden müssen, die ihnen das Leben schwer machen. Die Woche vor dem schweren Gang am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum Tabellendritten VfB Stuttgart bildete da keine Ausnahme. Immerhin dauerte es bis einen Tag vor dem Auftritt im Schwabenländle, dass die Kölner verkünden mussten, dass mit Timo Hübers einer ihrer Schlüsselspieler ausfällt. Der Abwehrchef des FC, der schon vor zwei Wochen beim 1:1 in Hoffenheim krank passen musste, liegt wieder flach. Eine Magen-Darm-Verstimmung hinderte den 27-Jährige am Donnerstag und Freitag, am Training teilzunehmen. Die Mannschaft machte sich deshalb am Freitag ohne Hübers auf den Weg nach Stuttgart. Mit an Bord war dafür Faride Alidou. Die Leihgabe von Eintracht Frankfurt hatte krank das Heimspiel gegen Werder Bremen (0:1) verpasst und erst am Donnerstag wieder trainieren können. Mit Alidou hat Trainer Timo Schultz eine zusätzliche Option für seine Offensive auf der Bank.

Es gab noch eine zweite gute Nachricht am Freitag. Davie Selke nahm erstmals seit seiner schweren Fußverletzung Mitte Januar wieder am Mannschaftstraining teil. Der mit fünf Treffern immer noch erfolgreichste Kölner Torschütze dieser Saison absolvierte das Aufwärmprogramm und beendete die Einheit nach gut 30 Minuten mit einem Lächeln im Gesicht. Es ist also gut möglich, dass der 29-Jährige bei einem weiteren positiven Verlauf für das Nachbarschaftsduell mit Bayer Leverkusen am 3. März schon wieder eine Joker-Option ist und für das Derby eine Woche später in Gladbach sogar mehr als das. Dem Kölner Angriffsspiel würde Selke sicher guttun. „Im Spiel gegen Bremen waren wir in unserem Spiel mit Ball nicht mutig genug. Das müssen wir uns ankreiden. Wir wissen, dass wir da ein Thema haben“, sagte Timo Schultz vor dem Spiel in Stuttgart.

Es ist eine Einstellungssache, häufiger ins Risiko zu gehen. Die Jungs kennen das Thema, wir arbeiten jede Trainingseinheit daran. Ich glaube, gegen Stuttgart werden wir uns wieder mehr Chancen erspielen.
Timo Schultz, Trainer 1. FC Köln

Neben personellen Alternativen denkt der FC-Coach hinsichtlich der Lösung für dieses Problem auch über die mentale Vorbereitung seiner Spieler nach: „Es ist eine Einstellungssache, häufiger ins Risiko zu gehen. Die Jungs kennen das Thema, wir arbeiten jede Trainingseinheit daran. Ich glaube, gegen Stuttgart werden wir uns wieder mehr Chancen erspielen.“ An Überzeugung mangele es seinen Spielern nicht: „Was Engagement, Überzeugung, Druck und Leidenschaft angeht, sind wir am Limit. Da kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen und das werden wir auch am Samstag wieder sehen.“ Dass dem Trainer zuletzt und aktuell mit Hübers und Jeff Chabot sowie schon länger mit Selke, Mark Uth und Luca Waldschmidt Spieler fehlen, die Verantwortung übernehmen können, sieht er als weniger problematisch an. „Im Grunde genommen ist es mir egal, wer Verantwortung übernimmt, auch als junger Spieler kann man die Standards verantworten“, lobte Schultz die selbstbewussten Auftritte seiner beiden 19-jährigen Max Finkgräfe und Justin Diehl. Eine Einschränkung hatte er dann aber doch: „Natürlich ist man als älterer Spieler erfahren und kann Ruhe in das Spiel bringen. Wir erwarten das von den Spielern, aber das machen auch alle.“

Beim Gegner, der aus den beiden vergangenen Spielzeiten weiß, wie sich Abstiegskampf anfühlt, rechnet Trainer Sebastian Hoeneß mit kämpferischen Kölnern: „Für den FC geht es um sehr, sehr viel. Sie werden alles tun, um die Klasse zu halten. Entsprechend hoch wird die Leistungsbereitschaft und ihr Intensitätsniveau sein. Wir haben Respekt vor der Aufgabe.“ Auch, weil der VfB-Coach am Samstag auf wichtige Spieler verzichten muss. Neben Torwart Alexander Nübel (Hüftprellung) fehlt auch Deniz Undav mit einem Muskelfaserriss. Der Sturmkollege des Ex-Kölners Serhou Guirassy (18 Tore in 16 Partien) sorgte im Hinspiel in Müngersdorf als Joker mit einem Doppelpack im Alleingang für den 2:0-Sieg der Stuttgarter. Für Sebastian Hoeneß zählt aber ohnehin nur das Hier und Jetzt: „Für mich hat der FC eine gut besetzte Mannschaft, bei der zuletzt ein neuer Geist zu sehen war.

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfB Stuttgart:
Bredlow; Vagnoman, Anton, Ito; Mittelstädt, Karazor; Stiller, Leweling, Millot, Führich; Guirassy. – 1. FC Köln: Schwäbe; Schmitz, Kilian, Chabot, Finkgräfe; Martel, Huseinbasic; Ljubicic, Kainz, Maina; Thielmann. – SR.: Ittrich (Hamburg).