Abo

„Das Frauen-Team hat eine überragende Saison gespielt“Zwei FC-Mannschaften, ein klares Zeichen

3 min
Marina Hegering und Jan Thielmann vom 1. FC Köln am Geißbockheim.

Marina Hegering und Jan Thielmann vom 1. FC Köln am Geißbockheim.

FC-Spielerin Marina Hegering und FC-Profi Jan Thielmann vom 1. FC Köln sprechen über den Saisonstart und das Miteinander im Verein.

Da standen sie am Donnerstagmittag am Geißbockheim einträchtig nebeneinander: Marina Hegering und Jan Thielmann. Zwei Profis, zwei Mannschaften, zwei Wettbewerbe – und doch ist der gemeinsame Auftritt mehr als eine terminliche Überschneidung. Der 1. FC Köln will auch seine Bundesliga-Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken.

1. FC Köln im Pokal gegen Würzburg gefordert

Dass Hegering und Thielmann vor dem Pflichtspielstart gemeinsam Auskunft geben, ist ein sichtbares Zeichen für das Miteinander der beiden Profimannschaften. „Ich glaube, es ist ein gutes Zeichen“, sagt Thielmann. Die Frauen hätten in der vergangenen Saison eine „überragende Saison“ gespielt, die Männer ihr Ziel mit dem Klassenerhalt erreicht. „Deswegen ist es, glaube ich, ein Schulterschluss zwischen zwei Profimannschaften.“ Für Thielmann beginnt die Saison am Montag (18 Uhr) mit der ersten Runde im DFB-Pokal bei den Würzburger Kickers.

Der Drittligist ist als Aufsteiger mit einem Sieg und einem Unentschieden gut gestartet. „Auswärts bei einem Aufsteiger oder bei einem vermeintlich kleineren Verein ist immer schwer“, sagt Thielmann. Der FC müsse die Inhalte aus der Vorbereitung auf den Platz bringen. Dann sehe er die Kölner Chancen „sehr hoch“. Die FC-Pokalauftritte in der jüngeren Vergangenheit, die teils erst spät entschieden wurden, mahnen zur Vorsicht. Thielmann weiß, dass kleinere Vereine die Gelegenheit wittern, einen Favoriten zu ärgern. „Wir werden alles dafür tun, dass es dieses Mal ein klares Ergebnis wird.“

Der 24-Jährige blickt trotz einer persönlich sehr mäßigen Vorsaison selbstbewusst auf die neue Spielzeit. Die Vorbereitung sei eine seiner besseren gewesen, sagt 24-Jährige, der schon seit 2019 dem Profi-Kader angehört und nun vor einer wegweisenden Saison steht. Ob als Zehner, hängende Spitze oder auf dem rechten Flügel – er sieht sich vor allem offensiv. Und zwar in der Startelf. „Jeder konnte sich in der Vorbereitung zeigen, jetzt liegt es am Trainer, wen er aufstellt. Ich würde meine Chancen für Montag relativ hoch ansetzen“, sagt der Offensivspieler.

Persönlich will er mehr Verantwortung übernehmen. Neue Spieler und Talente aus der eigenen Jugend müssten erst lernen, was es bedeute, für den FC zu spielen. „Da nehme ich den einen oder anderen an die Hand.“ Mit Abschiedsgedanken habe er sich entgegen anders lautender Berichte nach eigenen Worten nie beschäftigt. „Für mich ist klar: Ich bin Spieler des 1. FC Köln, bin stolzer Spieler des 1. FC Köln und gebe jeden Tag 100 Prozent.“ Für die FC-Frauen beginnt die Bundesliga-Saison bereits am Samstag (12 Uhr) mit dem schwierigen Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt.

„Wir haben nichts zu verlieren“, sagt die erfahrende Abwehrspielerin. Frankfurt gehöre zu den Teams, die ganz oben angreifen könnten. Der FC könne dennoch mit Selbstvertrauen antreten. Die Neuzugänge seien sehr gut angekommen, die Mannschaft müsse sich in der Defensive aber weiter einspielen. Das Ziel für die Saison formuliert die 36-Jährige noch zurückhaltend: Die gute vergangene Spielzeit soll bestätigt werden. Der FC will zeigen, dass der Aufschwung im Frauenfußball des Vereins nachhaltig ist. „Die Entwicklung ist sehr positiv“, sagt Hegering. (LW)