Der 1. FC Köln ist mit einer Punkteteilung ins neue Jahr gestartet. Nach schwacher erster Halbzeit zeigten die Geißböcke eine deutliche Leistungssteigerung und hätten das Spiel am Ende fast noch gewonnen.
2:2 in Heidenheim1. FC Köln kommt nach zweimaligem Rückstand zurück

FC-Stürmer Ragnar Ache hatte mehrere Chancen auf dem Fuß.
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Der 1. FC Köln hat seine Sieglosserie zwar nicht beenden können, aber einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga auf Distanz gehalten. Zum Start aus der Winterpause trennte sich der Aufsteiger vom 1. FC Heidenheim auswärts 2:2 (1:2). In einem munteren Schlagabtausch glichen Eric Martel und der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Said El Mala nach zweimaligem Rückstand für den FC aus. Damit beträgt der Kölner Vorsprung auf den Tabellenvorletzten weiter fünf Punkte. „Die Zuschauer haben ein wildes Spiel erlebt. In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, weshalb wir uns darüber ärgern können, nicht drei Punkte mitgenommen zu haben. Ich habe aber einen guten Geist meiner Mannschaft gesehen. Deshalb bin ich insgesamt zufrieden“, meinte Lukas Kwasniok.
Nach den Nichtnominierungen von Luca Waldschmidt und Florian Kainz wartete der Kölner Trainer mit zwei weiteren Überraschungen auf. Mit dem 18-jährigen Fynn Schenten und dem erst zu Wochenbeginn dazugestoßenen Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey (20) berief Kwasniok gleich zwei Debütanten in die Startelf. Während Simpson-Pusey in der Dreierkette den Platz des kurzfristig ausgefallenen Dominique Heintz (muskuläre Verletzung im Adduktorenbereich) übernahm und damit den Vorzug gegenüber Cenk Özkacar erhielt, stürmte Schenten über die rechte Seite. Alessio Castro-Montes, von Kwasniok zum Gewinner des Trainingslagers in Spanien ernannt, wurde mit seinem zweiten Startelfeinsatz belohnt und übernahm auf der linken Schiene.
In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, weshalb wir uns darüber ärgern können, nicht drei Punkte mitgenommen zu haben.
Auf dem trotz Schneetreibens gut zu bespielenden Rasen entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, die von den Kölnern mit einer Doppelchance eröffnet wurde. Erst scheiterte Ragnar Ache nach einem Steckpass von Jakub Kaminski am herausstürzenden Diant Ramaj (9.), dann zwang der Pole den Heidenheimer Schlussmann nach einem Vorstoß von Schenten zu einer Glanztat (11.). Auf der Gegenseite geriet der FC durch ein Traumtor in Rückstand, welches eine Mannschaft in dieser Art wohl nur einmal in der Saison kassiert. Mit dem Rücken zum Tor stehend beförderte Marvin Pieringer eine Hereingabe von Jan Schöppner per Fallrückzieher unter die Latte (15.).
Die Gäste antworteten mit dem postwendenden Ausgleich. Castro-Montes flankte von links mit Effet auf Eric Martel, der sich in der Luft gegen Jonas Föhrenbach durchsetzte und mit dem Hinterkopf per Aufsetzer ins lange Eck verlängerte (18.). Doch nur neun Minuten später lag der FC erneut im Hintertreffen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam Julian Niehues aus dem Gewühl zum Nachschuss, den Simpson-Pusey unglücklich ins eigene Netz abfälschte. Die Kölner befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl, weil Castro-Montes wegen einer blutenden Wunde behandelt werden musste.
In der Folge verloren die Kölner den Zugriff und konnten sich glücklich schätzen, vor der Pause nicht sogar noch ein drittes Tor kassiert zu haben. Marvin Schwäbe rettete gegen den frei stehenden Arijon Ibrahimovic zur Ecke (31.), dann rutschte Sirlord Conteh bei einem der gefährlichen Heidenheimer Umschaltaktionen am Ball vorbei (36.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wäre dem FC aus dem Nichts fast der Ausgleich gelungen. Simpson-Pusey kam nach einem Eckball am langen Pfosten zweimal zum Abschluss, wurde aber jeweils geblockt.
1. FC Köln: Said Ed Mala gleicht direkt nach seiner Einwechslung aus
Kwasniok reagierte auf den problematischen Auftritt seines Teams und brachte zur zweiten Halbzeit El Mala für den enttäuschenden Denis Huseinbasic. Gerade mal drei Minuten waren absolviert, als Kölns Shootingstar zu viel Platz geboten bekam, von links nach innen zog und mit einer noch abgefälschten Bogenlampe über Ramaj hinweg das 2:2 erzielte. Kurz darauf verhinderte Schwäbe gegen Schöppner einen abermaligen Rückstand (51.), ehe Kaminski per Schlenzer die erste Kölner Führung auf dem Fuß hatte (54.).
Erneut Kaminski (62.) und Ache (63.) vergaben weitere Chancen für den FC, der gegen weit zurückgezogene Heidenheimer die Oberhand gewann. Kurz vor Schluss verpassten die Gäste gleich zweimal den Lucky Punch. El Mala zielte nach einem Konter langen Pfosten vorbei (86.), in der Nachspielzeit fand Ache aus kurzer Distanz ein letztes Mal seinen Meister im überragenden Ramaj (90.+1). „Mit unseren Chancen hätten wir das Spiel auch gewinnen können. Nach dem zweimaligen Rückstand in der ersten Halbzeit können wir den Punkt aber mitnehmen“, sprach Kapitän Schwäbe von einem gerechten Remis.
1. FC Heidenheim: Ramaj; Traoré (78. Busch), Mainka, Siersleben, Föhrenbach; Niehues; Schöppner (60. Beck), Dorsch; Conteh (83. Kaufmann), Ibrahimovic (60. Honsak); Pieringer (78. Schimmer). – 1. FC Köln: Schwäbe; Sebulonsen, Martel, Simpson-Pusey; Thielmann (75. Bülter), Krauß, Huseinbasic (46. El Mala), Castro-Montes (75. Lund); Schenten (62. Maina), Kaminski; Ache (90.+2 Niang). – SR.: Schröder (Hannover). – Tore: 1:0 Pieringer (15.), 1:1 Martel (18.), 2:1 Niehues (26.), 2:2 El Mala (48.). – Gelbe Karten: Ibrahimovic, Föhrenbach; Martel (5). – Zuschauer: 15.000 (ausverkauft).
