Alessio Castro-Montes präsentiert sich nach der Winterpause wie ausgewechselt. Der technisch versierte Belgier bereitete innerhalb einer Woche gleich zwei Tore mit einer Hereingabe vor.
Alessio Castro-Montes dreht aufDer gefühlte Neuzugang des 1. FC Köln

Feiner Fußballer: Alessio Castro-Montes (r.) zählt zu den technisch stärksten Spielern der Kölner.
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Ragnar Ache geriet geradezu ins Schwärmen. „Seine Flanken sind überragend. Wenn er den Ball hat, versuche ich immer, im Strafraum in eine gute Position zu kommen“, benannte der Mittelstürmer des 1. FC Köln die wohl größte Qualität seines Mitspielers Alessio Castro-Montes. In der 57. Minute des Heimspiels gegen den FSV Mainz 05 (2:1) funktionierte das Zusammenspiel zwischen den beiden Sommer-Neuzugängen des Fußball-Bundesligisten besonders gut. Auf Höhe des Strafraums legte Castro-Montes sich den Ball auf seinen eigentlich schwächeren linken Fuß und schlug eine präzise Flanke an den zweiten Pfosten. Dort schraubte Ache sich in die Höhe und köpfte mithilfe der Unterkante der Latte zum 1:1 ein.
Für Castro-Montes war es die zweite Torvorlage innerhalb einer Woche. Beim Spiel in Heidenheim (2:2) hatte er bereits das Kopfballtor von Eric Martel mit einer punktgenauen Hereingabe serviert. „Ich weiß, dass ich gute Flanken schlagen kann“, sagte er nach der Partie gegen Mainz mit einem Schmunzeln. Damit bestätigte der Belgier die guten Eindrücke aus dem Trainingslager, zu dessen Gewinner er von Trainer Lukas Kwasniok und Sportdirektor Thomas Kessler ernannt worden war. „Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt mehr Chancen bekomme, zu spielen“, sagte Castro-Montes. Vor dem Jahreswechsel war er auf lediglich vier Einsätze gekommen. Was in der kurzen Winterpause mit ihm passiert ist, kann er gar nicht so genau sagen. „Ich habe einfach die Chance genutzt, als ich sie bekommen habe. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, erklärte der 28-Jährige, der im Spätsommer 2025 für zwei Millionen Euro Ablöse vom belgischen Meister Union Saint-Gilloise nach Köln gewechselt war.
Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt mehr Chancen bekomme, zu spielen.
Es brauchte allerdings Zeit, ehe sich der Belgier auf der ersten Station außerhalb seines Geburtslandes zurechtgefunden hatte. „Alessio hatte sicherlich keinen ganz so einfachen Start bei uns und nicht so die Einsatzzeiten, wie er sich das selbst auch erhofft hat. Manchmal braucht der ein oder andere Spieler ein paar Wochen länger, um irgendwo anzukommen“, erklärte Thomas Kessler. „Umso schöner“ sei es, dass Castro-Montes sein Potenzial nunmehr abrufe. „Dass er ein guter Fußballer ist, wussten wir bereits, als wir ihn verpflichtet haben“, sagte Kessler. Gegen Mainz habe man „wieder gesehen: Er hat einfach Qualitäten, die uns helfen können“. Mit 90 Kontakten war kein anderer Kölner Profi so häufig am Ball wie Castro-Montes, der mehr als zehn Kilometer zurücklegte und sieben Flanken schlug.
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Damit Alessio Castro-Montes gegen den Abstiegskonkurrenten aus Mainz im Vollbesitz seiner Kräfte war, wurde er unter der Woche gegen München (1:3) geschont. „Gegen Bayern hatte ich das Gefühl, wenn ich ihn nach langer Zeit ohne Einsätze laufen lasse, wird es gegen Mainz nichts werden“, schilderte Lukas Kwasniok seine Überlegungen. Auch der Trainer sieht Castro-Montes immer besser in Schwung kommen: „Er hat unter Beweis gestellt, dass er auf beiden Seiten mit seinem rechten Fuß und seiner Spielintelligenz eine Verstärkung sein kann.“ Kwasniok lobte zudem die Mentalität des Sommer-Zugangs: „Er ist ein Synonym für Widerstandsfähigkeit und Beharrlichkeit. Denn sein Beginn in Köln war nicht ganz so einfach.“
1. FC Köln: Vorbereitung auf das Spiel in Freiburg startet am Dienstag
Letzteres galt auch für die Vorstellung der Gastgeber in den ersten 45 Minuten gegen Mainz. „Wir waren zu passiv und haben uns nicht genug Chancen herausgespielt“, nannte Castro-Montes die Gründe für den verdienten 0:1-Rückstand zur Pause. In seiner Halbzeitansprache verzichtete Lukas Kwasniok auf ein Donnerwetter, das es zuvor schon von den Rängen gegeben hatte. „Der Trainer hat uns gesagt, dass wir mutig sein und uns vertrauen sollen“, berichtete Castro-Montes, der nach Abpfiff erleichtert festhielt: „Wir hatten nichts mehr zu verlieren. Ich bin glücklich, dass wir das Spiel herumdrehen konnten.“ Das nach zuvor acht sieglosen Spielen in Folge fast schon ungewohnt gewordene Gefühl eines erfolgreichen Wochenendes durften die FC-Profis am trainingsfreien Montag genießen. Die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr) beginnt am Dienstagnachmittag.
