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Das Kölner Spiel in der AnalyseEin Sieg auch für die Stimmung und die FC-Seele

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Spieler 1. FC Koeln Jubel, jubeln waehrend des Spiels der 1. Bundesliga zwischen 1. FC Koeln und TSG Hoffenheim, RheinEnergieStadion am 29. August 2026 in Koeln, Deutschland. Foto von Ralf Treese/DeFodi Images  Spieler 1. FC Koeln celebrates, celebrating during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and TSG Hoffenheim at RheinEnergieStadion on August 29, 2026 in Cologne, Germany. Photo by Ralf Treese/DeFodi Images DFB / DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. Photo by Ralf Treese/DeFodi Images - *** 1. FC Köln player celebrates during the Bundesliga match between 1. FC Köln and TSG Hoffenheim, RheinEnergieStadion on August 29, 2026, in Cologne, Germany. Photo by Ralf Treese, DeFodi Images. Player 1 FC Cologne celebrates during the Bundesliga match between 1 FC Cologne and TSG Hoffenheim at RheinEnergieStadion on August 29, 2026 in Cologne, Germany. Photo by Ralf Treese, DeFodi Images. DFB and DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. Photo by Ralf Treese, DeFodi Images.

Kollektiver Jubel vor der Südkurve: Die Kölner Mannschaft und ihre Fans feiern den 3:2-Sieg gegen Hoffenheim.

Der 1. FC Köln zeigt beim 3:2-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim Comeback-Qualitäten. Der Erfolg macht jetzt einiges einfacher.

Der 1. FC Köln hat zum Bundesliga-Auftakt am Samstagnachmittag die TSG Hoffenheim mit 3:2 bezwungen.

Das Wichtigste zuerst

Als Schiedsrichter Florian Badstübner nach der fünfminütigen Nachspielzeit die Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und der TSG Hoffenheim abpfiff, brach ein kollektiver Jubelorkan in Müngersdorf aus. Der FC bewies Comeback-Qualitäten und rang die Kraichgauer nach einem 1:2-Rückstand noch mit 3:2 nieder.

Der umjubelte Kölner Held war der erst in der 65. Minute eingewechselte Neuzugang Thijs Dallinga, der mit zwei Treffern in absoluter Torjägermanier zum Matchwinner avancierte. Nach einer ersten Halbzeit, in der beide Mannschaften auf sehr überschaubarem Niveau gespielt hatten, kam es im zweiten Durchgang noch zu einem echten Schlagabtausch und einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Aus Kölner Sicht hatte zudem Torhüter Marvin Schwäbe großen Anteil am Sieg. Erst parierte er in der 57. Minute den Elfmeter von Max Moerstedt, zwei Minuten später verhinderte der Keeper gegen Moerstedt erneut das 1:2. Mit dem Pokalsieg beim Drittligisten aus Würzburg (2:1) und dem Auftakterfolg gegen Hoffenheim ist der Kölner Saisonstart also geglückt – auch wenn es natürlich noch Verbesserungspotenzial gibt.

Die Tore

In der 27. Minute gingen die Gäste in Führung. Daghim wurde von den Kölnern am Strafraum nicht angegriffen und zog auf Höhe des rechten Pfostens aus gut 18 Metern flach in die rechte Ecke ab. Marvin Schwäbe stand etwas zu weit in der Mitte des Tores und konnte den nicht sonderlich druckvollen Schuss nicht parieren.

In der 51. Minute glich Said El Mala für die nach dem Wiederanpfiff aktiveren Kölner aus. Der Außenspieler spielte zunächst einen Doppelpass mit Johannesson, ließ halblinks im Strafraum Hajdari locker stehen und schoss aus gut acht Metern aufs Tor. Bernardo fälschte den Ball unhaltbar ins eigene Netz ab.

In der 67. Minute brachte Kabak Hoffenheim erneut in Führung. Nach Coufals Eckball von rechts stieg der Innenverteidiger rund neun Meter vor dem Tor am höchsten und köpfte den Ball platziert in die rechte Ecke.

In der 72. Minute glichen die Kölner erneut aus. Linton Maina tauchte nach einem Doppelpass mit Gideon Mensah links neben dem Strafraum auf und spielte den Ball flach in die Mitte. Dallinga lief auf Höhe des ersten Pfostens ein und schob das Leder aus gut sechs Metern ins Netz.

In der 82. Minute drehte Dallinga die Partie mit seinem zweiten Treffer. Moerstedt wollte im eigenen Strafraum im Zweikampf mit Tom Krauß klären, legte den Ball dabei aber unfreiwillig für Dallinga auf. Der Stürmer ließ sich aus 15 Metern nicht zweimal bitten und traf ins linke Eck.

Das war gut

Der FC ließ sich auch von negativen Ereignissen nicht aus der Bahn werfen. Womöglich wäre eine Kölner Mannschaft früher nach dem Gegentor zum 1:2 mitten in der zweiten Halbzeit eingebrochen und auf die Verliererstraße geraten, doch diesmal war das Gegenteil der Fall. Das lag auch an der Qualität, die Trainer René Wagner von der Bank aus ins Spiel bringen konnte. Der Coach bewies ein glückliches Händchen, wechselte den Doppeltorschützen Dallinga, Vorlagengeber Linton Maina und auch Rückkehrer Ellyes Skhiri ein, der allerdings beim 1:2 keine gute Figur machte.

Das war schlecht

Die erste Halbzeit war kein Zuckerschlecken, sondern vielmehr Stückwerk – von beiden Mannschaften. Wie schon im Pokalspiel in Würzburg war ein echter Plan des FC nur schemenhaft zu erkennen. Im Kölner Spiel fehlte lange Zeit auch die Präzision. Davon zeugen die mäßige Passgenauigkeit und die vielen Flanken, die beim Gegner landeten. Nur 22 Prozent der Flanken kamen beim eigenen Mitspieler an.

Moment des Spiels

Das war aus Kölner Sicht natürlich das Siegtor von Dallinga samt den anschließenden Emotionen. Auch die Feierlichkeiten nach dem Abpfiff taten der FC-Seele einfach gut.

Moment zum Vergessen

Beide Gegentore kassierte der FC zu leicht. Vor dem 0:1 griffen die Kölner Daghim nicht konsequent genug an, vor dem 1:2 konnte Kabak ungehindert zur Führung der Gäste einköpfen. Solches Abwehrverhalten dürfte sich gegen stärkere Mannschaften rächen.

Den roten Rauch aus der Südkurve nach dem Ehrenapplaus für den verstorbenen Ex-OB Fritz Schramma, durch den sich der Anpfiff um knapp drei Minuten verzögerte, muss man wohl als eingepreiste Fanfolklore verbuchen, die dem Klub aber wieder einiges kosten dürfte.

Spieler des Spiels

Thijs Dallinga. Am Niederländer führt kein Weg vorbei. Der Stürmer traf in echter Torjägermanier. Die Leihgabe aus Bologna könnte für den FC zu einem ganz wichtigen Faktor werden.

Das sagen die Beteiligten

René Wagner (1. FC Köln): „Wir wollten bereits in der ersten Halbzeit verhindern, dass Hoffenheim zu viel Raum in der Tiefe bekommt. Sie sind eine Mannschaft, die sehr aggressiv in die freien Räume spielt. Deshalb war es unser Ziel, nicht zu früh herauszurücken und ihnen keinen unnötigen Raum hinter unserer Kette zu geben. In ein oder zwei Situationen haben wir das in der ersten Halbzeit noch etwas zu lange zugelassen. Da müssen wir schneller herauskommen. Trotzdem hatten wir auch in diesen Phasen immer wieder gute Aktionen. Nach der Pause haben wir etwas mehr aufgemacht und deutlich aggressiver nach vorne gespielt. Dadurch sind wir natürlich auch mehr ins Risiko gegangen. Aber genau da hat man gesehen, wozu diese Mannschaft in der Lage ist. Ich bin deshalb stolz, dass wir nach zwei Rückständen jeweils zurückgekommen sind und das Spiel noch gewonnen haben. Über diesen Heimsieg freuen wir uns sehr – er war für uns enorm wichtig.“

Christian Ilzer (TSG Hoffenheim 1899): „Das Spiel hat gezeigt, wie eng das Leistungsniveau in dieser Liga ist. Nach einer kurzen Anfangsphase haben wir schnell die Kontrolle übernommen und verdient geführt. In der ersten Halbzeit haben wir vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Chance von El Mala, die wir selbst vorbereitet haben, gehört zum Spiel – das muss man schnell abhaken. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann einige Probleme: Bernardo musste sich früh verletzen, kurz darauf kassierten wir den Ausgleich. Dazu waren wir vorne nicht effizient genug und haben mit dem Elfmeter eine weitere Großchance vergeben. Danach waren wir in unseren Zuordnungen nicht mehr klar und konsequent genug. Köln bekam immer mehr Oberwasser, entwickelte großen Druck, und das Spiel wurde wild. Genau das wollten wir eigentlich verhindern. Die drei Gegentore und unsere fehlende Effizienz nach vorne sind die Punkte, an denen wir diese aus unserer Sicht unnötige Niederlage festmachen müssen.“

FC-Stürmer Thijs Dallinga: „Für mich und das Team ist es ein perfekter Start. Wir haben in der vergangenen Woche zwei Spiele gewonnen, nachdem wir in beiden zurücklagen. Das ist sehr positiv. Wir haben zwei Chancen bekommen. Zum Glück war ich kaltschnäuzig genug, um beide zu verwandeln. So einen Start wünscht du dir als Stürmer. Ich konnte dem Coach zeigen, dass ich bereit bin, Tore zu schießen. Ich habe viele gute Geschichten über die Kölner Fans gehört. Das haben sie heute bewiesen, und es ist schön, für sie zwei Tore geschossen und das Spiel gewonnen zu haben. Ich hatte Gänsehaut, als ich getroffen habe. Das hoffe ich noch häufig zu erleben.“

FC-Jungstar Said El Mala: „Ich trage die Nummer 10 mit Stolz. Das ist etwas ganz Besonderes. Dafür arbeite ich jeden Tag hart und will den Fans das auch zeigen.“ Zum Doppelpack von Thijs Dallinga: „Das kostet! Thijs ist ein super Junge. Vom ersten Tag an hat er perfekt reingepasst. Er hat Qualitäten in der Box, das merkt man direkt. Er kann einen Ball festmachen, aber in der Box ist er einfach eiskalt. Das zeichnet ihn aus. Ich bin froh, dass er da ist.“ Zu seinen muskulären Problemen: „Ich hatte in der 65. Minute wieder Krämpfe, keine Ahnung, warum. Da muss ich mal nachhaken. Aber ich habe alles auf dem Platz gelassen, was ging, und der Mannschaft so gut wie möglich geholfen.“

Das sagen wir

Man muss nicht um den heißen Brei herumreden: Dieser Sieg war für den 1. FC Köln ganz wichtig. Nicht nur für das Punktekonto, sondern noch mehr taugt er als Stimmungsaufheller. Der FC hatte unter René Wagner die vergangene Saison unbefriedigend beendet. Der Trainer ging nicht unbelastet und sicherlich schon mit einer Portion Druck in die neue Spielzeit.

Zwar war der FC am vergangenen Montag im Pokal eine Runde weitergekommen, doch der Auftritt beim Drittliga-Aufsteiger aus Würzburg (2:1) hinterließ einige Fragezeichen. Und Sorgen. Bei manchem sorgte er gar schon für Befürchtungen. Auch die erste Halbzeit gegen Hoffenheim entsprach nicht dem Gusto der FC-Fans. Nicht von ungefähr gab es zur Pause Pfiffe – und das gegen einen Gast aus Hoffenheim, der wahrlich kein übermächtiger Auftaktgegner war und gleich ohne sein Offensivtrio Asllani, Lemperle und Kramaric antrat.

Doch die Kölner Mannschaft zeigte Charakter und steigerte sich nach der Pause deutlich, sodass der Erfolg am Ende auch verdient war. Er macht dem FC, aber auch seinem Trainer nun vieles leichter. Vielleicht zeigt sich das auch am kommenden Freitag im Spiel beim VfB Stuttgart.