Der 1. FC Köln muss nicht einmal perfekt sein, um sein Saisonziel zu erreichen. Doch es gilt, schnell an ein paar Dingen zu arbeiten.

Das Potenzial ist eigentlich daHinweis auf ein Kölner Kommunikationsproblem

Der 1. FC Köln um den hoffnungsvollen Mikey Moore (M.) gab das Spiel gegen Bremen in der zweiten Halbzeit aus der Hand.
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Die Saison ist noch sehr jung: Erst drei Spieltage sind absolviert, die Liga muss sich noch sortieren. Doch wir wagen bereits eine vorsichtige Prognose: Der 1. FC Köln muss nicht einmal alles richtig machen, um den Klassenerhalt zu erreichen – schließlich ist dieser das Minimalziel des Vereins. Das ist bei genauer Betrachtung erst einmal logisch: Kein Klub dieser Welt gibt den Abstieg als Saisonziel aus.
Der Kölner Kader, für den in erster Linie Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler verantwortlich zeichnet, ist sicher nicht perfekt – vor allem nicht in der Defensive. Er scheint aber absolut konkurrenzfähig zu sein, insbesondere im Vergleich zu Konkurrenten wie Gladbach, Paderborn, Union, dem HSV, Bremen und möglicherweise auch dem so erfrischend gestarteten Aufsteiger Elversberg. Der FC muss sich hinter diesen Mannschaften ganz sicher nicht verstecken. Rückkehrer Ellyes Skhiri könnte Stabilität bringen. Spieler wie Said El Mala sowie die Neuzugänge Mikey Moore und Thijs Dallinga wecken Hoffnung auf besseren Fußball als in den Jahren zuvor – und Fantasie für eine möglichst sorgenfreie Saison mit Perspektive für die kommenden Spielzeiten.
Passivität des 1. FC Köln nach der Pause
Doch der FC muss schnellstmöglich einige Dinge abstellen. Es ist wohl zu viel verlangt, dass die Mannschaft über die gesamte Spielzeit ihr Niveau hält. Gleichwohl müssen die Kölner ihre ausgeprägte Unbeständigkeit und ihren Wankelmut in den Griff bekommen. Gegen Hoffenheim, phasenweise sogar in Stuttgart und am Samstag in der ersten Halbzeit gegen Werder gab es Abschnitte, in denen das Team von Trainer René Wagner überlegen war. Unerklärlich ist indes, warum sich davor – und am Samstag vor heimischem Publikum auch danach – immer wieder viel zu lange Phasen der Passivität einschlichen. Werder war absolut schlagbar, der FC muss sich da an die eigene Nase fassen. Auch er hat den Gegner durch seine Inaktivität und Trägheit selbst aufgebaut.
Ein Erklärungsansatz: Die Mannschaft ist relativ jung und noch nicht stabil genug, die Automatismen greifen noch nicht wie geplant. Zudem darf man nicht vergessen, dass der 38-jährige Coach in seine erste Bundesliga-Saison als Cheftrainer gestartet ist.
Mainas Aussage wirft Fragen auf
Zwar sollte man unmittelbar nach dem Abpfiff nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Die Aussagen von Linton Maina („Keiner wusste so richtig, was zu tun ist“, „Die Mannschaft war kaputt“) werfen dennoch Fragen auf. Am dritten Spieltag sollte man noch was im Tank haben. Und eigentlich ist auch nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet Wagner – der immer auch ein bisschen wie ein Fußball-Nerd wirkt – seinen Spielern keinen klaren Plan an die Hand gibt. Der Coach will allerdings, dass die Mannschaft während des Spiels auch selbstständig entscheidet, was sie tut. Damit sind einige Spieler offenbar noch überfordert. Es fehlt offenbar an Kommunikation und gemeinsamer Reaktion.
Zudem muss der FC dringend an seiner Defensive arbeiten. Die letzte weiße Weste datiert vom 30. Januar. Das liegt vor allem daran, dass der FC seine Standardschwäche einfach nicht in den Griff bekommt und auch gegen Bremen erneut ein Gegentor kassierte, dem eine Standardsituation vorausgegangen war. Der FC macht es seinen Gegnern mitunter viel zu leicht.
Unterm Strich sind es aber Probleme, die sich beheben lassen sollten. Das Potenzial für die erhoffte sorgenfreie Saison ist jedenfalls vorhanden. Vier Punkte nach drei Spielen sind zudem ein solider Start – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
