Weil Said El Mala und Thijs Dallinga ausfallen, könnte Mikey Moore schon in Stuttgart für den FC starten
1. FC Köln in StuttgartZwei Lücken – ein Hoffnungsträger

Mikey Moore am Donnerstag beim Abschlusstraining des 1. FC Köln im Franz-Kremer-Stadion
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Viel auszusetzen gibt es nicht am nun zu Ende gehenden Transfersommer des 1. FC Köln. Trainer René Wagner hatte zu Beginn der Vorbereitung angekündigt, dass den zehn Abgängen idealerweise zehn Zugänge gegenüberstehen sollten. Dass es exakt so gekommen war, war dem Cheftrainer nun sogar eine persönliche Anmerkung auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (Freitag, 20.30 Uhr, Sky) wert. „Hat gepasst“, sagte der 38-Jährige mit dem Lächeln eines Mannes, der es genießt, wenn Pläne aufgehen.
Nach dem 3:2-Auftaktsieg über die TSG Hoffenheim und dem vorausgegangenen Pokalerfolg bei den Würzburger Kickers ist der Kölner Start in die Pflichtspielsaison gelungen. Man gibt sich gelassen am Geißbockheim; und das, obwohl die beiden Torschützen des Bundesliga-Auftakts in Stuttgart fehlen werden. Said El Mala und Zweifach-Torschütze Thijs Dallinga sind erkrankt, verpassten am Donnerstag das Abschlusstraining und traten die Reise mit der Mannschaft nach Stuttgart nicht an. Ein Rückschlag.
Idealerweise, das stellt sich nun heraus, hätten Sportchef Thomas Kessler und seine Leute den potenziellen Wunderspieler Mikey Moore also gleich zweimal verpflichtet. Schließlich könnte der junge Brite sowohl El Mala als auch Dallinga ersetzen, jedoch wohl nicht gleichzeitig. „Das Schöne ist, dass er alles kann. Wir haben eine Option auf der Zehn gesucht, zwischen den Linien. Er kann aber auch beide Seiten spielen – und fühlt sich auf allen Positionen wohl, was auch nicht so ganz normal ist“, sagte der Trainer. Und klar, „mit Sicherheit“ könne Moore auch in der Spitze spielen.

Mikey Moore und FC-Trainer René Wagner
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Erst in dieser Woche gaben die Tottenham Hotspur Moore frei, sein neuer Trainer ist glücklich. „Über Mikey haben wir lange genug hypothetisch gesprochen. Er war der Spieler, den wir gesucht haben. Wir haben ihn knapp sechs Wochen lang verfolgt und sind geduldig geblieben. Das hat sich ausgezahlt.“
Wagner konstruierte keinen Vorwurf daraus, dass es nur zu einem Mikey Moore gereicht hatte – im Gegenteil. Dass man einen jungen Spieler aus England dazunimmt und keinen vergleichbaren Mann aus der eigenen Akademie, das liege an Moores Klasse, nicht an der Geringschätzung des eigenen Nachwuchses. „So einen Spieler wie Mikey hatten wir nicht, den hat keiner in der Bundesliga. Von denen gibt es nicht viele“, schwärmte Wagner. Für ein Jahr ist Moore ausgeliehen, eine Kaufoption haben die Kölner mit Tottenham nicht vereinbaren können. Doch so weit denkt am Geißbockheim vorerst niemand. „Ich hoffe, dass wir jetzt ein Jahr viel Spaß mit ihm haben werden“, sagte Wagner.
Reigan Heskey braucht Zeit
47 Pflichtspiele absolvierte Moore in der vergangenen Saison für die Glasgow Rangers, eine bemerkenswerte Zahl für einen damals 18-Jährigen. Reigan Heskey begab sich in diesem Sommer auf einen vergleichbaren Weg – hängt aber eine Spielzeit und ein Lebensjahr hinter Moore zurück: Der Außenstürmer kam von Manchester City zum FC und ist bislang ohne Pflichtspielminute für die Kölner. „Er war bei City ein brutaler Unterschiedsspieler“, sagte Wagner über den 18-Jährigen, und weiter: „Bei Reigan war uns von Anfang an klar, dass er Zeit brauchen wird. Er hat U19-, U20-Fußball gespielt. Um in der Bundesliga Fuß zu fassen, gehört mehr dazu, als im eins gegen eins unfassbar gut zu sein“, erklärte Wagner – und zog die Parallele zu Said El Mala: „Reigan kommt nicht wie Said aus der Dritten Liga, sondern aus der Jugend. Er muss die Bundesliga auch athletisch bewältigen. Fußballerisch haben wir überhaupt keine Bedenken.“ Rechts sei man mit Linton Maina und Jan Thielmann gut aufgestellt, Wagner sprach von einer „Luxussituation“.
Weil Dallinga erkrankt ist, fehlte allerdings eine Alternative zu Ragnar Ache für die Mittelstürmerposition – das führte zu einem beinahe sensationellen Comeback: Am Mittwoch begrüßte Wagner Imad Rondic zurück im Kölner Bundesligakader, in der Kabine spielten sich dem Vernehmen nach außergewöhnliche Szenen ab. „Wir haben ihn als halben Neuzugang vorgestellt, er wurde mit viel Applaus und Jubel willkommen geheißen. Weil er so ein geiler Typ ist“, berichtete Wagner.
Der Bosnier war zu Beginn der Vorbereitung vom Training freigestellt worden, um sich einen neuen Verein zu suchen. Der damalige Sportchef Christian Keller hatte Rondic im Februar 2025 noch von Widzew Lodz verpflichtet und ihm einen gut dotierten Vertrag bis 2029 gegeben. Beim FC kam er in zehn Pflichtspielen auf ein Tor. In der vergangenen Saison war er zu Preußen Münster ausgeliehen, wo er in 14 Einsätzen zweimal traf.

René Wagner beobachtet Mikey Moore auf dem Trainingsplatz.
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Weil er keinen neuen Verein fand, darf er nun bleiben – und reist nach einer Vorbereitung ohne Mannschaftstraining und Testspiele sogar zum Bundesligaspiel nach Stuttgart. „Ich habe noch nie in meinem Leben einen Spieler gesehen, der nach einem Rückschlag jeden Tag mit einem Lächeln in die Kabine kommt. Wir haben einen Spieler in den Kader zurückbekommen, der uns jeden Tag Energie geben wird. Und dann weiß man im Fußball nie – es gibt die verrücktesten Geschichten“, raunte Wagner. Selten hat ein Trainer konsequenter einen Hattrick herbeigeredet: Rondic habe im Individualtraining mit Kevin McKenna „auch schon ein paar Dinger reingeschweißt“, berichtete der Coach lächelnd, wies allerdings darauf hin, dass man von einem Spieler ohne Spielpraxis kaum erwarten könne, „eine Direkthilfe“ zu sein.
Dennoch sei Rondic (27) „der Typ Mensch, den wir hier wollen. Wer sich so astrein verhält, hat es verdient, bei uns im Mannschaftstraining zu sein.“
VfB Stuttgart: Bredlow - Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Mittelstädt - Prömel, Stiller - Leweling, Undav, Führich - Pejcinovic; 1. FC Köln: Schwäbe - Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah - Krauß - Johannesson, Skhiri - Moore, Maina - Ache; Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle).


