22 Spieler hat der 1. FC Köln in dieser Saison bislang eingesetzt. Die fünf Profis mit den wenigsten Minuten erzählen unterschiedliche Geschichten.
Kader des 1. FC KölnWer bislang die wenigsten Minuten hat – und warum

FC-Trainer René Wagner mit Zugang Reigan Heskey, der noch auf seinen ersten Startelf-Einsatz wartet.
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Der 1. FC Köln hat in dieser Bundesligasaison bislang 22 Profis eingesetzt und liegt damit im Mittelfeld. RB Leipzig führt als international vertretener Klub die Tabelle an, 25 Spieler liefen bislang für die Sachsen auf. In Freiburg hält es Julian Schuster dagegen lieber übersichtlich: Nur 19 Profis standen in den ersten sechs Partien der neuen Spielzeit auf dem Platz. In Köln steht nur ein Feldspieler bei null Einsätzen: Rav van den Berg, der im Sommer 2025 für viel Geld ans Geißbockheim gekommen war. Die fünf Kölner Spieler mit den bislang wenigsten Minuten der Saison erzählen unterschiedliche Geschichten.
Rav van den Berg (22 Jahre/null Starts/null Spielminuten): Der ehemalige Kapitän der niederländischen U21-Nationalmannschaft wirkte bereits in der Sommervorbereitung seltsam gebremst. Dabei hatte er nach einem problematischen ersten Jahr angreifen wollen. In der Vorsaison schien er nach dem brillanten Auftritt gegen Freiburg (4:1) am zweiten Spieltag früh seinen Rhythmus gefunden zu haben. Doch eine Schulterverletzung samt Operation zwang ihn in eine mehr als zwei Monate lange Pause. Eine Rotsperre nach einem ärgerlichen Handspiel im letzten Einsatz des Jahres überschattete das Wintertraining: Er absolvierte es mit der Aussicht, die ersten beiden Spiele des neuen Jahres zu verpassen. Unter René Wagner spielte er dann zwar beim 2:2 in Frankfurt durch. Doch im Saisonfinale blieb er sechsmal ohne Einsatz.
Auch in der neuen Saison kommt der Niederländer nicht vom Fleck. Viermal stand er nacheinander nicht im Kölner Kader. Zuletzt fehlte er wegen einer Muskelverletzung, die er sich im ersten Mannschaftstraining nach seiner Rückkehr von der niederländischen U21-Nationalmannschaft zugezogen hatte. Auch da hatte er bei drei möglichen Einsätzen in der EM-Qualifikation keine Minute auf dem Platz gestanden.

Rav van den Berg schaffte es zuletzt nicht mehr in den Kader des 1. FC Köln.
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Imad Rondic (27/0/7) hat die zweitwenigsten Minuten. Der Bosnier, im Winter 2025 noch von Christian Keller verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2029 ausgestattet, war im Sommer nicht mehr für den Kader vorgesehen, fand dann aber keinen Klub. Weil er sich im Individualtraining tadellos verhielt und offenbar ein netter Kerl ist, der der Kabine viel Energie gibt, durfte er ins Teamtraining zurückkehren und erhielt beim 1:4 in Stuttgart sogar die ersten Bundesliga-Minuten seiner Karriere. Doch wie vor einer Woche im Derby gegen Borussia Mönchengladbach zeigte sich deutlich, dass der Mittelstürmer, der im Training zwar immer wieder sein Gespür für Situationen und viele gute Abschlüsse zeigt, den Ansprüchen auf dem großen Platz kaum gerecht werden kann. Die Kölner dürften sich tendenziell eher im eigenen Nachwuchs nach Alternativen zu den derzeit verletzten Angreifern Thijs Dallinga (Kreuzband) und Ragnar Ache (Muskelverletzung) umsehen – zumal Rondic selbst mit einer Muskelverletzung vorerst fehlt. Ein Kandidat ist Malek El Mala aus dem Kader der U21.
Luca Waldschmidt (30/0/18) wartet ebenfalls noch auf seine erste Startelf-Nominierung. Der Angreifer kam am Freitag in Frankfurt beim Stand von 0:1 in der 84. Minute ins Spiel, hatte aber nur noch vier Ballkontakte und keinen Torschuss. Obwohl die Kölner momentan ohne echten Mittelstürmer spielen, hat der technisch starke und erfahrene Offensivmann kaum Aussichten. Dass er noch körperlichen Rückstand hat, könnte auch daran liegen: Muskuläre Probleme haben ihn zu Saisonbeginn wochenlang ausgebremst. Schon in der vergangenen Saison hatte er unter René Wagner nur einmal von Beginn an gespielt und nie über die volle Distanz.

Luca Waldschmidt fand in Frankfurt nicht mehr in die Partie.
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Reigan Heskey (18/0/23): Der Engländer war bei seiner Ankunft in Köln gleich einer der Hoffnungsträger. Rechtzeitig zum Trainingslager stieß er zur Mannschaft und deutete in der Vorbereitung seine enormen Fähigkeiten am Ball sowie ein mächtiges Tempo an. Als Sieger der Premier League 2 mit Manchester City kam er mit viel Schwung nach Köln. Doch muss er sich an das Niveau der Bundesliga gewöhnen, das sah man zu Beginn sogar im Training. Bei seiner Einwechslung in Frankfurt (0:1) deutete er sein Potenzial an, als er nach starkem Dribbling erst im letzten Moment geblockt wurde. FC-Geschäftsführer Thomas Kessler ist nicht überrascht von der Entwicklung. „Als Reigan reingekommen ist, hat er gezeigt, was er für eine Qualität hat. Er arbeitet sich täglich in die Mannschaft hinein und fühlt sich wohl“, sagte Kessler: „Es war nicht zu erwarten, dass er von Beginn an einschlägt. Jede Minute wird ihm weiterhelfen.“
Als Reigan reingekommen ist, hat er gezeigt, was er für eine Qualität hat. Er arbeitet sich täglich in die Mannschaft hinein und fühlt sich wohl
Joel Schmied (28/1/81): Der Schweizer war eine Entdeckung der Vorbereitung. In der vergangenen Saison hatte er wegen Muskelverletzungen insgesamt 15 Spiele verpasst und auch alle Chancen auf eine WM-Teilnahme mit der Schweiz verloren. Entsprechend gut kam er durch den Sommer, erlebte eine stabile Vorbereitung und war gleichauf mit seinen Konkurrenten Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili. Dann aber entschied sich René Wagner gegen Schmied. Die Innenverteidiger-Position schien damit das Prunkstück des Kölner Kaders. Schließlich saß neben Schmied auch Rav van den Berg auf der Bank.

Joel Schmied erlebte eine solide Vorbereitung. Beim 0:1 in Frankfurt kam er zu seinem ersten Startelf-Einsatz der Saison.
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Als Wagner am 6. Spieltag in Frankfurt auf Dreierkette umstellte, legte der Trainer zwar Wert auf die Feststellung, der Wechsel sei „keine Reaktion auf irgendwas“. Doch womöglich spielten die zuvor wackligen Auftritte der Kollegen eine Rolle dabei, dass Schmied seine Chance erhielt. Er löste die Aufgabe gut, bis er mit Beschwerden im Sprunggelenk vom Platz musste. Die Untersuchungen zu Wochenbeginn zeigten jedoch, dass der 28-Jährige nicht schwerer verletzt ist. Zu seinen bislang 81 Spielminuten dürften bald weitere hinzukommen – mindestens in der Dreierkette, womöglich aber auch als Teil eines veränderten Innenverteidiger-Duos.
