Nach dem turbulenten Oster-Debüt fordert der Kölner Coach vor dem Duell mit der kriselnden Eintracht die gleiche Gier von seiner Mannschaft
FC vor Spiel in FrankfurtRené Wagner kehrt an den Ort seines Bundesliga-Debüts zurück

René Wagner bei seinem Debüt mit dem 1. FC Köln im April 2026 gegen Eintracht Frankfurt
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Für René Wagner bedeutet die Partie in Frankfurt eine Rückkehr an den Ort, an dem für ihn eine neue Karrierephase begann. Am Ostersonntag dieses Jahres – es scheint länger her – stand er zum ersten Mal als Cheftrainer einer Bundesligamannschaft an der Seitenlinie. Er amtierte als „Interims-Cheftrainer“, wie er in diesen Tagen präzisierte. Eine Woche zuvor hatte er nach dem 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach von Lukas Kwasniok übernommen, jenem charismatischen Emotionsmenschen, der die Kölner zu einem blendenden Auftakt geführt, dann aber rasch seinen Zauber verloren hatte.
Der Auftakt in seine Ära als Chef geriet holprig: Nach torloser erster Halbzeit kassierte der FC durch Burkardt und Kalimuendo einen Doppelschlag und lag nach 69 Minuten 0:2 zurück. Doch Kaminski und Castro-Montes sorgten für eine Auferstehung. Die Wende gab Wagner die frühe Gelegenheit, der Mannschaft seinen Respekt zu bekunden und einen Pakt mit den Spielern zu schließen.
Taktisch erreichte der FC im weiteren Saisonverlauf zwar nicht mehr die nächste Stufe. Doch auf das Unentschieden in Frankfurt folgte ein 3:1 im Heimspiel gegen Werder Bremen. Mit diesen vier Zählern aus zwei Spielen hatten die Kölner die zum Klassenerhalt nötigen 30 Punkte bereits zusammen. Am Ende ging der VfL Wolfsburg mit 29 Punkten über die Relegation in die Zweite Liga.
Wagner erinnert sich vor der Rückkehr nach Frankfurt an die Kraft der Mannschaft, deren Verbindung zu seinem Vorgänger geschwächt war. „Wenn ich zurückdenke, denke ich an eine Mannschaft, die brutal zurückgekämpft hat“, sagt Wagner. „In der Phase nach dem 2:0 hofft man natürlich, dass man durch Einwechslungen, durch Impulse von der Bank noch mal etwas verändern kann. Das haben wir da geschafft, und das war auch so ein bisschen für mich die Bestätigung, dass wir als Gruppe, als Mannschaft, die Liga halten können. Nach dem 0:2 in Frankfurt zurückzukommen und am Ende noch einen Punkt zu holen, das hat uns viel, viel Kraft gegeben“, sagt der 38-Jährige.
Das sind Momente, die ich für das restliche Leben mitnehmen werde
Mit drei späten Wechseln wendete Wagner das Spiel und gewann Vertrauen zurück – jedenfalls das der Mannschaft. Die Fans blieben skeptisch und sind es noch heute. „Es war natürlich etwas Besonderes. Zwei meiner besten Freunde waren da, meine Frau war im Stadion. Ich habe mich super gefreut. Das sind Momente, die ich für das restliche Leben mitnehmen werde“, sagt der Trainer.
Damals debütierte auch bei Frankfurt ein neuer Cheftrainer: der unglaubliche Albert Riera. Der Spanier ist längst wieder Geschichte, doch auch Rückkehrer Adi Hütter, der die Eintracht nach seiner ersten Amtszeit mit mehr als 140 Spielen zurück zum Erfolg führen soll, steckt in Schwierigkeiten. In den ersten fünf Saisonspielen hat die Eintracht erst fünf Punkte gesammelt. Nach dem 0:6 in Leipzig wollen die Fans im eigenen Stadion die Wende erleben.
Der FC will das verhindern. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir wieder mit der gleichen Gier wie beim letzten Mal in Frankfurt auftauchen. Damit sie eben nicht ihr Erfolgserlebnis sammeln können, sondern dass wir genau das Gegenteil forcieren und das Spiel gewinnen.“
Eintracht Frankfurt: Atubolu - Collins, R. Koch, Brassier - Knauff, Onyedika, Aseko, Kosugi - Doan, Uzun – Burkardt; 1. FC Köln: Schwäbe - Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Sosa - Krauß, Johannesson - Moore, Maina - Bülter, El Mala; Schiedsrichter: Brand (Schwebheim).
