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Fragen & Antworten zum Kölner StartMehrere FC-Baustellen und nur noch wenig Zeit

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Frankfurt, Deutschland 05. April 2026: 1.Bundesliga - 2025/2026 - Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Köln Im Bild: v.li. Trainer Rene Wagner 1.FC umarmt freundschaftlich Ellyes Skhiri Frankfurtkurz vor Spielbeginn. /// DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video /// Deutsche Bank Park Hessen *** Frankfurt, Germany 05 April 2026 1 Bundesliga 2025 2026 Eintracht Frankfurt vs 1 FC Köln In the picture from left coach Rene Wagner 1 FC hugs friendly Ellyes Skhiri Frankfurt shortly before the start of the match DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Deutsche Bank Park Hessen Copyright: xFotostandx/xRacochax

Arbeiten vielleicht bald wieder zusammen: FC-Trainer René Wagner und Ellyes Skhiri (r.). Mit dem defensiven Mittelfeldspieler verhandeln die Kölner wieder.

Am Montag bestreitet der FC sein erstes Pflichtspiel der neuen Saison. Doch der Kader ist noch nicht fertig und der Verbleib von El Mala weiter nicht sicher.

Mit dem Pokalspiel beim Drittligisten Würzburger Kickers startet der 1. FC Köln am kommenden Montag (24. August, 18 Uhr) in die neue Saison. Und zwar mit Hoffnungen, gewisser Zuversicht, aber auch noch vielen Unklarheiten und einigen Problemen. Vor dem ersten Pflichtspiel gibt es noch mehrere offene Baustellen zu beheben – und die Zeit wird knapp.

Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Saisonauftakt der Kölner.

Darf der FC jetzt überhaupt noch Said El Mala verkaufen?

Nach dem geplatzten Transfer zu Borussia Dortmund und akutem Interesse von RB Leipzig müssen die FC-Bosse entscheiden, ob ein Abgang des Jungstars überhaupt noch vertretbar ist. Nach Jakub Kaminski würden die Kölner einen weiteren Schlüsselspieler verlieren, ohne hochkarätig nachgebessert zu haben. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler hat zwar monatelang mit möglichen Nachfolgern gesprochen, doch viele Kandidaten sprangen ab – weil unklar war, wie lange sich der El-Mala-Poker hinziehen würde. Inzwischen sind es nur noch zwei Wochen bis Transfermarkt-Schluss, die Optionen und aufgerufenen Preise sind ganz andere als noch vor Wochen. Vor allem, wenn der FC für El Mala eine Ablöse von deutlich über 50 Millionen Euro bekäme.

Auf der anderen Seite: Diese Summe, die mit Abstand die höchste in der Vereinsgeschichte wäre, können die Verantwortlichen nicht einfach so in den Wind schlagen.

Die Familie El Mala sollte allerdings auch wissen: Zu diesem späten Zeitpunkt kann sie vom FC kein Entgegenkommen mehr erwarten. Entweder Leipzig erfüllt die finanziellen Forderungen des FC und die Kölner finden zudem sofort Ersatz – oder der 19-Jährige bleibt.

Der gescheiterte Wechsel nach Dortmund schlägt weiter hohe Wellen. DFB-Rekordspieler Lothar Matthäus hätte ihn begrüßt als wichtigen Schritt, international Erfahrungen zu sammeln und sich für die deutsche Nationalmannschaft zu empfehlen. „El Mala soll einen guten Charakter haben, aber trotzdem kann etwas von so einer Geschichte im Kopf eines Spielers hängen bleiben“, so Matthäus bei „Sky“. Der Weltmeister findet aber auch positive Worte Richtung Köln. „Ich wünsche El Mala, dass er die Sache abhakt und wieder eine gute Saison spielt. Wenn Köln mit ihm erneut in der Liga bleibt, hat der FC am Ende alles richtig gemacht.“

Fazit: Finanziell wäre der Verkauf sagenhaft lukrativ und würde den Handlungsspielraum auch auf dem Transfermarkt deutlich vergrößern, sportlich wäre er dagegen ein großes Risiko – womöglich sogar ein unkalkulierbares. Der FC hat zwar den hochveranlagten Reigan Heskey von Manchester City bereits verpflichtet, doch der 18-Jährige ist keine Sofortlösung. Das verlangt auch keiner von Heskey. Er soll reifen.

Wann kommt endlich der benötigte Neuzugang für die Sechser-Position?

Ein erfahrener, führungsstarker Mann für das Zentrum soll und muss kommen. Eine Woche vor Saisonstart ist die Suche aber immer noch nicht beendet. Überraschend, steht doch der Abgang von Eric Martel (jetzt Mainz) seit Monaten fest. Auch die Suche nach dem Sechser hing lange am El-Mala-Poker. Mit Paul Okon-Engstler wurde zwar ein neuer Spieler für diese Position verpflichtet. Der 21-Jährige, mit Australien bei der WM, bringt viel Potenzial, aber keine Erfahrung in einer europäischen Topliga mit. Die derzeitigen Lösungen sind Abräumer Tom Krauß (25) und Isak Johannesson (23). Die Kandidaten, die in der Öffentlichkeit gelandet sind – Ellyes Skhiri, Edson Alvarez, Rani Khedira und Vinícius Souza – haben eines gemeinsam: Es sind Deals ohne große Ablöse. Bei Alvarez probierte der FC eine Leihe, doch Mexikos Kapitän erwies sich in puncto Gehalt als zu teuer. Routinier Khedira (32), der noch ein Jahr bei Union unter Vertrag steht, bleibt jetzt doch für eine weitere Saison bei den Köpenickern.

Dennoch deutet sich nun eine Lösung an. Denn die Rückkehr von Skhiri nimmt doch noch Form an. Der FC hat nach Informationen dieser Zeitung die Gespräche mit dem 31-Jährigen wieder aufgenommen. Lagen Klub- und Spielerseite beim Salär lange auseinander, hat man sich inzwischen deutlich angenähert. Mit Frankfurt hatte sich der FC bereits weitgehend über die Ablöse geeinigt, die ohnehin überschaubar ist, da der bei Eintracht kaum noch berücksichtigte Tunesier nur bis 2027 unter Vertrag steht und von der Gehaltsliste soll.

Fazit: Die Priorität war lange klar, die Zeit drängt. Jetzt soll wohl Skhiri die Vakanz auf der Sechs lösen. Ein erfahrener Mann mit viel Qualität, der Köln und den FC bestens kennt. Der allerdings zuletzt auch nicht mehr der unumstrittene Spieler aus seiner einstigen Kölner Zeit war und eine Schwächephase durchmachte.

Und was ist mit dem Ersatz für Schlüsselspieler Jakub Kaminski?

Der Pole wechselte per Ausstiegsklausel zu Benfica Lissabon – ein finanzieller Coup für den FC, der nach nur einer Saison Kaminskis in Köln einen Gewinn von 11,5 Millionen Euro einstrich. Doch der Weggang des temporeichen, emsigen Flügelspielers hinterließ ein großes Loch. Kaminski war der zweitbeste FC-Scorer und der lautstärkste Kölner Spieler. Ein Ersatz ist noch nicht da. Die weiterhin anvisierte Verpflichtung von Top-Talent Mikey Moore (19, Tottenham) ist kaum ausreichend. Zumal der Engländer ohnehin eher auf der Spielmacher-Position eingeplant ist. Marcel Regula (19, Lubin), an dem der FC interessiert war, steht vor einem Transfer zum FC Burnley. Derzeit hat Wagner mit El Mala, Heskey, Linton Maina und Jan Thielmann vier Optionen für die Flügel-Positionen zur Verfügung.

Fazit: Der direkte Kaminski-Ersatz ist noch nicht gefunden, es muss nachgelegt werden. Immerhin: Maina entpuppte sich zuletzt als ein überraschender Gewinner der Vorbereitung.

Bekommt der FC seine offenkundigen Abwehrprobleme in den Griff?

Eine entscheidende Frage. Wagner und der FC erlebten in der Generalprobe beim SC Paderborn ein defensives Fiasko: zweimal verloren, 2:3 und 3:4 – sieben Gegentore insgesamt. Viel zu viel gegen einen Bundesliga-Aufsteiger. Die Probleme sind klar diagnostiziert: Gideon Mensah ist nach seinem verspäteten Einstieg (WM-Urlaub, Infekt) noch deutlich von seiner Topform entfernt. Auf der rechten Defensivseite konnte auch Alessio Castro-Montes nicht wirklich überzeugen. Der defensiv stabilere Sebastian Sebulonsen fällt aufgrund eines Muskelfaserrisses aus.

Im Abwehrzentrum bildeten Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili das erwartete Duo, spielten sich ein, doch auch sie konnten drei Gegentreffer in nur 14 Minuten nicht verhindern. Simpson-Pusey ist derzeit noch der Stabilste. Wagner weiß, dass jetzt auch intern deutliche Worte fallen müssen.

Fazit: Die Defensive ist Baustelle Nummer eins – Mensah muss wieder zu seiner Topform finden, die rechte Seite braucht Stabilität, und intern muss sich die Mentalität verschärfen.

Wer bildet die neue Führungsachse?

Martel war verlängerter Arm der Trainer, Sprachrohr gegenüber dem Schiedsrichter. Auch die Routiniers Florian Kainz und Dominique Heintz hatten Führungsgewicht. Timo Hübers ebenfalls, doch nach seiner schweren Verletzung ist er noch nicht so weit.

Der FC muss neue Leader hervorbringen. Das ist auch für Wagner wichtig: Der 37-Jährige geht in seine erste Bundesliga-Saison als Cheftrainer und braucht erfahrene Ansprechpartner und Führungsspieler, die ihn entlasten. Kapitän Marvin Schwäbe (31) ist so ein Führungsspieler, hat aber durch seine Position als Torwart auf dem Platz auch Grenzen. Neuzugang Lochoshvili ist mit 28 schon erfahren, geht mit seiner Aggressivität und Leidenschaft voran, hat aber auch noch keine Bundesliga gespielt. Krauß ist zumindest von seiner Art her ein prädestinierter Kandidat.

Kommt jetzt Skhiri, muss er sofort Führungsaufgaben übernehmen. Jan Thielmann, als dienstältester FC-Spieler nominiert, will diese ebenfalls übernehmen. Dafür benötigt er im Vergleich zur Vorsaison eine klare Leistungssteigerung. Positiv: Thielmann befindet sich deutlich im Aufwind. Marius Bülter (33 Jahre, über 200 Spiele) könnte die Rolle des erfahrenen Mentors annehmen, ist aber nicht als Lautsprecher bekannt. Simpson-Pusey und El Mala (bei Verbleib) können trotz jungen Alters in diese Rolle zunehmend hineinwachsen.

Fazit: Eine neue Führungsachse muss sich bilden. Ohne erfahrenen Sechser trägt der junge Kader ein hohes Entwicklungsrisiko. Skhiri könnte für Abhilfe sorgen. Sicher ist das nicht.

Welche Startelf kristallisiert sich heraus?

Abwehr: Simpson-Pusey und Lochoshvili scheinen gesetzt, für Joel Schmied und Rav van den Berg bleibt vorerst die Bank. Defensives Mittelfeld: Wagner dürfte auf Krauß und Johannesson setzen. Okon-Engstler ist nahe dran. Patrik Kristal (18) bekommt derzeit viel Spielzeit, doch der Sprung kommt noch zu früh. Offensives Mittelfeld: El Mala (sofern er bleibt) läuft als Linksaußen auf. Heskey hat viel Potenzial, aber noch Anpassungsprobleme im neuen Land und Verein. Thielmann scheint etwas überraschend als Zehner die Nase vorn zu haben wie Linton Maina auf dem rechten Flügel. Der ebenfalls junge Neuzugang Gil Neves (18, Benfica II) ist vorerst in der U21 eingeplant. Sturm: Ragnar Ache ist die erste Wahl. Mit Thijs Dallinga wurde jetzt ein Mittelstürmer verpflichtet, der seine Klasse nachgewiesen hat, doch der Niederländer steigt erst am Donnerstag ins Training ein. Routinier Bülter lauert, ist immer eine Option. Youssoupha Niang (20) konnte in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen, traf drei Mal. Auch Waldschmidt ist im Sturm eine Alternative.

Wagner muss diese Woche harte Entscheidungen treffen, den noch zu großen Kader verkleinern. Für die jungen Rückkehrer Julian Pauli und Elias Bakatukanda (beide Abwehr) geht es in Richtung erneuter Leihe.

Fazit: Erste Wahl in der 4:2:3:1-Grundordnung sind aktuell in der Viererkette Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili und Mensah, davor Krauß und Johannesson sowie El Mala und Maina auf den Flügeln. Thielmann oder Waldschmidt dürften auf der Zehner-Position beginnen und Ache im Sturmzentrum.

„Wir waren klar besser“: neue FC-Podcast-Folge

In der aktuellen Folge des neuen FC-Podcasts „Wir waren klar besser“ sprechen Lars Werner vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Jürgen Kemper vom „Express“ eben über jene Baustellen im Kader des 1. FC Köln, die kurz vor dem Saisonstart vorhanden sind und bei der Generalprobe des Wagner-Teams am Sonntag beim SC Paderborn noch einmal offensichtlich wurden. Sieben Gegentore kassierte die Mannschaft in zwei Testspielen. Muss man sich da schon Sorgen um die Kölner machen eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt im Pokal in Würzburg? Zudem diskutieren die beiden FC-Reporter darüber, welche Transfers in den nächsten Tagen noch zu erwarten sind. Der geplatzte Rekord-Wechsel von Jungstar Said El Mala nach Dortmund sorgte zuletzt für großen Wirbel, mittlerweile ist RB Leipzig in den Poker eingestiegen. Die spannende Personalie ist erneut ein Themenschwerpunkt.

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