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Junger Neuzugang hat Derby-ErfahrungFC-Wirbelwind Mikey Moore ist bereit für das große Spiel

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Training, 1. FC Köln, von links: Said El Mala, Mikey Moore (1. FC Köln), 06.10.2026, Bild: Herbert Bucco

Zwei Hoffnungsträger des 1. FC Köln – zumindest in dieser Saison: Mikey Moore (r.), Said El Mala

Mikey Moore hat trotz seiner 19 Jahre bereits Derby-Erfahrung und will gegen Gladbach nun erstmals für den 1. FC Köln treffen.

Am Donnerstag am Geißbockheim sprach Mikey Moore zunächst über England. Drei Spiele, drei Siege, zwei Tore und eine Vorlage hatte der 19-Jährige mit der U-20-Nationalmannschaft gesammelt. Dann fiel das Wort Derby – und Moore schmunzelte.

Am Sonntag um 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Köln in Müngersdorf Borussia Mönchengladbach. Moore weiß, was dieses Spiel für die Menschen in Köln bedeutet. Und er weiß, was er selbst gerne beitragen würde: „Das Derby wäre jetzt zu 100 Prozent der richtige Zeitpunkt für mein erstes FC-Tor. Ich wäre mehr als glücklich, wenn das klappen würde. Das Spiel bedeutet den Fans so viel. Ich bin bereit für solche Spiele“, sagte der Engländer. Bei seiner Ankunft in Köln habe man ihm sofort erklärt: „Das ist das große Spiel.“ Nun will Moore ausgerechnet in diesem Spiel erstmals für den FC treffen.

Die drei Siege mit der englischen U 20 haben ihm dabei neues Selbstvertrauen gegeben. „Es hat viel Spaß gemacht. Drei Spiele, drei Siege, ich hatte eine gute Zeit und habe ein paar Tore erzielt“, sagte er. „Es war schön, für England zu treffen“, sagte Moore. „Hoffentlich kann ich das jetzt hier auf den FC übertragen, weil ich hier noch nicht getroffen habe.“ In seinen drei Länderspielen erzielte der Offensivspieler zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Für ein junges Talent ist das eine erfreuliche Zwischenbilanz, für Moore aber vor allem ein Anstoß, nun auch in Köln noch effektiver zu werden. Mit seiner erfrischenden, mutigen Spielweise ist der junge Engländer ohnehin schon auffällig.

Im FC-Trikot hat Moore bislang eine Torvorlage gesammelt. Beim 1:4 in Stuttgart bereitete er den einzigen Kölner Treffer vor, insgesamt kommt er auf 209 Bundesliga-Minuten. Das Tor fehlt ihm noch, der Einfluss auf das Spiel ist aber erkennbar. Moore sucht den direkten Weg, fordert den Ball und versucht, auch gegen enge Abwehrreihen Lösungen zu finden. Nach den Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache ist die Kölner Offensive nun noch stärker auf Spieler wie Moore angewiesen.

Das Derby wäre jetzt zu 100 Prozent der richtige Zeitpunkt für mein erstes FC-Tor. Ich wäre mehr als glücklich, wenn das klappen würde. Das Spiel bedeutet den Fans so viel. Ich bin bereit für solche Spiele.
FC-Neuzugang Mikey Moore

Der Engländer kann auf nahezu jeder Position im Angriff spielen. „Offensiv bin ich flexibel und glaube, dass ich die Lücke schließen kann“, sagte Moore. Das ist für den FC mehr als eine angenehme Zusatzoption. Moore soll zentral für neue Impulse sorgen, kann aber auch auf dem rechten oder linken Flügel eingesetzt werden. Seine Beweglichkeit und seine Fähigkeit, in engen Räumen Lösungen zu finden, machen ihn für Köln besonders wertvoll. Gerade in einem Spiel, in dem es voraussichtlich auf wenige klare Möglichkeiten ankommt, kann diese Unberechenbarkeit entscheidend sein.

Auch mit dem besonderen Druck eines Derbys kennt sich Moore aus. In der vergangenen Saison war er an die Glasgow Rangers ausgeliehen. Er absolvierte 47 Pflichtspiele, erzielte sieben Tore und bereitete vier weitere vor. In zwei Duellen mit Celtic Glasgow traf er jeweils einmal. „Ich hatte das große Glück, schon in einigen Derbys zu spielen, vor allem letztes Jahr für die Rangers in einem der größten Derbys der Welt gegen Celtic. Das war eine unglaubliche Erfahrung und kann mir helfen“, sagte Moore. Diese Derbys haben ihm gezeigt, dass solche Spiele nach eigenen Regeln funktionieren.

Moore will die Erwartungen nicht wegschieben, sondern einordnen. „Wir müssen diesen Druck beiseiteschieben. Wir bereiten uns genauso vor und trainieren mit derselben Intensität und auf dieselbe Art und Weise, aber wenn wir auf den Platz gehen, müssen wir uns bewusst machen, was das für die Menschen bedeutet. Und dann das Beste aus uns herausholen.“ Moore kam im Sommer für ein Jahr auf Leihbasis von Tottenham Hotspur nach Köln. Der Wechsel hatte sich hingezogen, weil er sich nach starken Trainings- und Testspielleistungen wieder näher an die erste Mannschaft der Spurs herangeschoben hatte. Eine Kaufoption wurde nicht vereinbart.

Über seinen Wechsel sagte Moore: „Ich habe sehr frühzeitig mit dem Trainer gesprochen. Er hat mir erklärt, in welcher Rolle er mich sieht. Es war schön, dieses Vertrauen zu spüren. Deshalb habe ich dem Club signalisiert, dass der einzige Verein, zu dem ich gehen möchte, der FC ist, sobald ich grünes Licht bekomme. Jetzt geht es nur darum, dass ich zurückzahle, was der FC in mir gesehen hat.“

Der in Southwark geborene Londoner wurde in der Spurs-Akademie ausgebildet und debütierte in der Saison 2024/25, fünf Wochen nach seinem 17. Geburtstag, in der Premier League. Die Leihe nach Glasgow mit 47 Pflichtspielen, sieben Toren und vier Vorlagen half ihm, sich im Erwachsenenfußball zu behaupten.

In Köln soll Moore nun den nächsten Schritt machen. Der FC hat mit ihm eine Antwort auf den Abgang von Jakub Kaminski gefunden. Der Pole hatte in der vergangenen Saison sieben Tore und fünf Vorlagen zum Klassenerhalt beigetragen, wechselte im Sommer aber zu Benfica Lissabon. Moore soll einen Teil dieser Lücke schließen und der Kölner Offensive eine neue Dynamik geben.

Vorfreude auf ersten gemeinsamen Heimauftritt mit Said El Mala

Noch wartet er auf den ersten gemeinsamen Heimauftritt mit Said El Mala. Die beiden gelten als besonders interessante junge Offensivspieler im FC-Kader. Für Köln wäre ihr Zusammenspiel eine zusätzliche Möglichkeit, das Angriffsspiel variabler zu machen. Moore spricht mit sichtlicher Vorfreude über den 20-Jährigen: „Es macht wirklich Spaß, mit ihm zu spielen, weil Said so ein guter Spieler und auch ein toller Typ ist. Ich hoffe, wir finden in den nächsten Wochen gut zusammen und helfen uns gegenseitig, noch besser zu werden. Ich freue mich darauf, an seiner Seite zu spielen.“ Moore beschreibt El Mala dabei nicht nur als Mitspieler, sondern auch als jemanden, mit dem er sich auf dem Platz gegenseitig weiterbringen kann. Beide sind jung, beide suchen den Weg nach vorn, beide stehen vor ihrem nächsten Entwicklungsschritt. Noch fehlt der gemeinsame Heimauftritt, doch die Vorfreude darauf ist beim Engländer deutlich zu spüren.

Am Sonntag könnte Moore seinem Kölner Einstand die bislang fehlende Pointe hinzufügen. Ein Tor im Derby wäre nicht nur sein erster Treffer für den FC, sondern auch eine schnelle Antwort auf die Frage, wie viel Einfluss der junge Engländer in Köln bereits nehmen kann. Moore selbst bleibt vorsichtig: „Ich möchte keine allzu großen Vorhersagen machen, aber ich hoffe, dass wir gewinnen und ich hoffe, dass ich ein Tor schieße. Wir wissen, wie viel ein Sieg den Fans bedeuten kann. Daher müssen wir den Druck beiseiteschieben, uns aber bewusst machen, wie wichtig dieses Spiel ist.“

Dann schmunzelte Moore wieder. Mehr wollte er über seinen Derby-Plan dann doch nicht verraten.