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Samstag beim HSVKölns Hoffnungs-Duo vor der Premiere

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1. FC Köln vs. Werder Bremen, 3. Spieltag, 12.09.2026, 18.30 Uhr, von links: Said El Mala, Mikey Moore (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

Gegen Bremen zuletzt nur vor dem Spiel zusammen auf dem Platz: die FC-Hoffnungsträger Said El Mala (l.), Mikey Moore

Mikey Moore und Said El Mala sollen im so wichtigen Spiel beim HSV erstmals gemeinsam für den FC wirbeln. Keine Prognose für Hübers-Comeback

Wenn am Samstag (15.30 Uhr) im Hamburger Volkspark der Ball rollt, treffen vor der ungewohnt langen Länderspielpause zwei Traditionsklubs mit unterschiedlichen Ausgangslagen aufeinander. Der Hamburger SV wartet noch auf den ersten Punkt und das erste Tor, der 1. FC Köln will seinen Platz im Mittelfeld festigen. Ein Sieg würde den FC weiter vom HSV distanzieren und der Mannschaft Rückenwind für die Bundesliga-Auszeit geben. Auch für den im Kölner Umfeld weiterhin nicht unumstrittenen Trainer René Wagner ist die Partie ein wichtiger Gradmesser – und eine Gelegenheit, mit seiner Mannschaft ein positives Signal zu setzen.

Wagner erwartet allerdings wahrlich keine Aufgabe, bei der seine Mannschaft die Punkte im Vorbeigehen einsammelt. „Ich glaube nicht, dass wir zu einem Gegner fahren, bei dem wir ganz einfach drei Punkte mitnehmen können“, sagte der FC-Trainer. Der HSV werde sich auf den ersten Heimsieg einschwören und alles dafür tun. „Unsere Aufgabe wird es sein, sie wieder vor Probleme zu stellen und ihre Schwächen auszunutzen. Es wird ein brutal schwieriges Auswärtsspiel, in dem wir drei Punkte holen wollen.“

Es wird ein brutal schwieriges Auswärtsspiel. Der HSV wird sich auf den ersten Heimsieg einschwören und alles dafür tun.
FC-Trainer René Wagner über den Hamburger SV

Am Donnerstag wurde Wagner am Geißbockheim aber recht schnell wieder mit Personalfragen konfrontiert. Bis auf den verletzten Timo Hübers kann der Coach aus dem Vollen schöpfen – und muss erneut vier fitte Profis aus dem Aufgebot streichen. Wie schon vor dem 1:1 gegen Werder Bremen wird es deshalb Härtefälle geben.

Endlich könnte in Hamburg aber die junge, hoffnungsvolle Flügelzange aus Said El Mala und Mikey Moore gemeinsam wirbeln – aller Voraussicht nach von Beginn an. Die beiden Offensivtalente haben bislang noch kein Spiel für den FC zusammen bestritten. El Mala ist nach seinem überstandenen Infekt wieder vollständig belastbar. Gegen Stuttgart hatte der 20-Jährige noch gefehlt, gegen Bremen war er lediglich als Joker zum Einsatz gekommen. Dribbler Moore verließ am Donnerstag das Training vorzeitig, doch Wagner gab Entwarnung: „Wir haben ihn gesteuert. Er muss die Trainingsintensität hier erst einmal verkraften.“ Einem Einsatz steht demnach nichts im Weg.

Brisant bleibt dagegen die Situation von Rav van den Berg. Der 22-Jährige war gegen Bremen erstmals aus Leistungsgründen nicht im Kader und dürfte auch in Hamburg nur geringe Chancen auf einen Platz im Aufgebot haben. Wagner stellte klar, dass der Niederländer aktuell hinter Luka Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey und Joel Schmied die Nummer vier ist. „Es geht um Trainingsleistungen und Dinge, die wir jeden Tag beobachten. Rav weiß, an welchen Themen er arbeiten muss“, sagte Wagner. Van den Berg lasse sich im Training nicht hängen, aktuell reiche es aber nicht, um an der Konkurrenz vorbeizuziehen. „Am Ende sind wir im Profisport und müssen den bestmöglichen Kader auswählen.“ Für den Königstransfer des vergangenen Sommers ist das eine ernüchternde Entwicklung. Rund acht Millionen Euro zahlte der FC für den Niederländer. Nach etwas mehr als einem Jahr ist van den Berg jedoch vom Stammplatz weit entfernt. Wagner kündigte an, dass es auch künftig Situationen geben werde, „in denen er nicht im Kader sein wird“.

Auch Luca Waldschmidt ist nach seiner kurzen Ausfallzeit und der Nicht-Berücksichtigung gegen Bremen wieder eine Option. Ob der Offensivspieler mit nach Hamburg reist, ließ Wagner offen. Die Vielzahl an Möglichkeiten bewertet der Trainer grundsätzlich positiv. „Es ist wichtig zu erwähnen, dass das für uns eine super Situation ist“, sagte er. Nach verletzungsreichen Phasen in der Vergangenheit habe der FC einige Abläufe verändert. „Diese Anpassungen scheinen zu greifen.“

Sebulonsen drängt in die Startelf

Eine Veränderung könnte es auf der rechten Abwehrseite geben. Sebastian Sebulonsen feierte gegen Bremen nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback und ist nun bereit für einen längeren Einsatz. Der Norweger könnte Alessio Castro-Montes aus der Startelf verdrängen. „Seb steht voll im Saft, ist eine Option. Das werden wir im Trainerteam besprechen“, sagte Wagner. Auch Luka Lochoshvili, der im Training umgeknickt war und zunächst humpelte, soll nicht gefährdet sein. „Ich gehe davon aus, dass da nichts war.“

Nach dem HSV-Spiel beginnt die lange Länderspielpause. Der FC trainiert bis Dienstag, danach erhalten die Spieler einige freie Tage. Am folgenden Wochenende ist ein Testspiel gegen Viktoria Köln geplant. Zuvor muss Wagner in Hamburg entscheiden, welche vier fitten Spieler trotz des vollen Kaders nicht dabei sein werden. Für den FC geht es im Volkspark um drei Punkte – und um einen gelungenen Aufbruch in die Pause.

Keine Prognose für Hübers-Comeback

Derweil wagt der Kölner Trainer derzeit keine Prognose für die Rückkehr von Timo Hübers. Der 30-jährige Innenverteidiger hat auf dem Weg zu seinem Comeback einen Rückschlag erlitten und musste sich im August erneut am Knie operieren lassen. Zuvor hatte Hübers bereits Teile der Reha absolviert, auf dem Fahrrad trainiert und das Trainingslager in Kitzbühel begleitet. Nun muss er erneut in den Reha-Rhythmus finden. „Es ist zu früh, um Tendenzen zu erkennen, weil es Zeit benötigt“, sagte Wagner. Der FC werde Hübers „alle Zeit der Welt“ geben und ihn bestmöglich unterstützen. Der ehemalige Kapitän ist weiterhin täglich am Geißbockheim und Teil der Mannschaft. „Wir hoffen, dass er schnellstmöglich wieder zum Fußballspielen kommt, aber da können wir aktuell keinen Ausblick geben“, sagte Wagner. (lw)