Borna Sosa soll Kölns linke Abwehrseite verstärken. Julian Pauli wird erneut verliehen. Mikey Moore wartet noch auf die Arbeitserlaubnis.
Sosa als letztes PuzzleteilDer 1. FC Köln finalisiert seinen Kader

Borna Sosa in der Saisonvorbereitung im Einsatz für Crystal Palace
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Auch beim 1. FC Köln brachte der sogenannte „Deadline Day“, der letzte Tag des Transferfensters in Deutschland, noch Bewegung. Bis 20 Uhr konnten Transfers registriert werden – auch wenn die großen Personalien beim FC bereits zuvor geklärt worden waren.
Die wichtigste offene Personalie betraf die Position des Linksverteidigers. Borna Sosa (28) stand unmittelbar vor einem Wechsel zum 1. FC Köln. Nach Informationen von Sky hatten sich der FC und der kroatische Nationalspieler bereits geeinigt. Mittlerweile sollen die Kölner auch eine Übereinkunft mit Sosas bisherigem Klub Crystal Palace über ein Leihgeschäft ohne Kaufoption erreicht haben und der Spieler bereits in Köln sein. Bis kurz vor Schließung des Transferfensters waren allerdings noch letzte Details zu klären, der Wechsel war noch nicht offiziell bestätigt.
Beim FC sollte Sosa vor allem als Alternative für Neuzugang Gideon Mensah (27) eingeplant sein. Der Ghanaer soll die linke Abwehrseite zunächst besetzen. Sosa könnte dem FC auf dieser Position eine erfahrene Option geben. Nach mehreren Jahren in der Bundesliga und zahlreichen Einsätzen für Kroatien würde der 28-Jährige zudem internationale Erfahrung in den Kader bringen. Beim FC könnte Sosa seine Karriere wieder auf den richtigen Weg bringen.
Nach einem steilen Aufstieg war Sosas Karriere ins Stocken geraten
Sosas Laufbahn hatte beim VfB Stuttgart einst kometenhaft Fahrt aufgenommen. Ein Wechsel zum Deutschen Fußball-Bund war für Sosa im Jahr 2021 ein Thema, damals erhielt er auch wegen seiner in Berlin geborenen Mutter die deutsche Staatsbürgerschaft. Das Vorhaben scheiterte jedoch an den Fifa-Statuten. Seitdem spielt der Linksverteidiger für Kroatien.
In Stuttgart hatte sich der Kroate zu einem der auffälligsten Außenverteidiger der Bundesliga entwickelt und schaffte den Sprung in die Nationalmannschaft. Nach seiner Zeit beim VfB spielte Sosa zunächst bei Ajax Amsterdam und auf Leihbasis beim FC Turin, ehe er in London bei den „Eagles“ landete (Vertrag bis 2028).
Zuletzt ist seine Karriere ins Stocken geraten: Im vergangenen Sommer überwies der englische Klub 2,3 Millionen Euro für den Kroaten, dessen Marktwert inzwischen bei drei Millionen Euro liegt. Das hängt auch damit zusammen, dass Sosa offenbar seine größte Stärke nicht mehr so konstant ausspielen konnte wie in Stuttgart. In 115 Pflichtspielen für den VfB bereitete der Linksfuß 35 Treffer vor – per Flanke aus dem Spiel heraus oder per Standard. Seit seinem Abschied aus Stuttgart gelangen ihm in drei Jahren jedoch nur noch fünf Vorlagen, in den vergangenen beiden Spielzeiten keine einzige. Am Wochenende stand Sosa nicht mehr im Palace-Kader und durfte den Conference-League-Sieger von 2025 verlassen.
1. FC Köln: Julian Pauli vor erneute Leihe – diesmal ins Ausland
Auch auf der Abgabeseite tat sich beim FC etwas. Innenverteidiger Julian Pauli war vom Training freigestellt worden, um einen Wechsel zu ermöglichen. Nach Informationen dieser Zeitung steht der 21-Jährige vor einer weiteren Leihe. Pauli soll sich einem Klub im benachbarten Ausland anschließen. In Österreich und der Schweiz etwa sind die Transferfenster noch länger geöffnet. Sein Vertrag in Köln läuft bis 2028, eine einjährige Leihe ist damit grundsätzlich möglich. In der Vorbereitung hatte Pauli auch wegen der großen Konkurrenz einen schweren Stand. Für seine Position plant der FC offenbar auch perspektivisch mit anderen Lösungen.
Perfekt ist der Wechsel von Patrik Kristal. Der 18-Jährige schließt sich für ein Jahr auf Leihbasis dem FC Thun an. Der Schweizer Meister sicherte sich nach eigenen Angaben zudem eine Kaufoption. Der estnische Nationalspieler war im Juli 2024 nach Köln gekommen und hatte in diesem Sommer die komplette Vorbereitung bei den Profis absolviert und dabei auch überzeugt.
Die Verpflichtung von Mikey Moore hatten die Kölner bereits am Montag bekannt gegeben. Der 19-Jährige von Tottenham Hotspur absolvierte den Medizincheck und unterschrieb am Geißbockheim einen Leihvertrag bis 2027. Eine Kaufoption ist nicht Bestandteil des Deals. Sein erster Einsatz für den 1. FC Köln lässt allerdings noch auf sich warten: Während seine neuen Teamkollegen am Dienstagvormittag auf dem Rasen des Franz-Kremer-Stadions trainierten, musste Moore von außen zuschauen. Statt im Trainingsdress erschien der hochveranlagte Offensivspieler in Zivil. Der Grund ist nach Informationen dieser Zeitung eine noch fehlende Arbeitserlaubnis. Als britischer Staatsbürger benötigt Moore seit dem Brexit entsprechende Dokumente für seine Tätigkeit in Deutschland. Erst wenn die notwendigen Unterlagen vorliegen, darf der Engländer mit der Mannschaft trainieren.
Vergleichbare Probleme gab es im Januar bereits bei Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey. Auch bei Sturm-Neuzugang Reigan Heskey hatte die Genehmigung in diesem Sommer mehrere Tage auf sich warten lassen.
Beim FC sind die Verantwortlichen überzeugt, dass Moore kurzfristig helfen kann. Der Offensivspieler ist fit, kam zuletzt dreimal für die Spurs zum Einsatz und erzielte im Pokal ein sehenswertes Tor. In Köln soll er vor allem die rechte Offensivseite beleben. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler verspricht sich von Moore zusätzliche Kreativität im letzten Drittel. Der Engländer sei technisch stark, mutig im Eins-gegen-Eins und bringe mit seiner Dynamik zusätzliche Variabilität in die Offensive, sagte Kessler.
Moore selbst lobte die Gespräche mit den Kölner Verantwortlichen. „Die Perspektive, hier Bundesliga zu spielen, und die Art, wie der FC spielen möchte, haben mir die Entscheidung leicht gemacht“, sagte er. Die ersten Spiele der Kölner hat der Engländer bereits verfolgt. „Das Team ist super gestartet. Die beiden Spiele im Pokal und gegen Hoffenheim habe ich mir angeschaut. Es freut mich, dass ich jetzt hier bin – und ich möchte der Mannschaft mit möglichst vielen Toren und Vorlagen helfen, damit es so weitergeht und wir eine gute Saison spielen.“
Moore hatte bereits im Alter von 16 Jahren für Tottenham debütiert. In der vergangenen Saison war der variable Rechtsfuß an die Glasgow Rangers ausgeliehen. Nach einer starken Spielzeit in Schottland kehrte er nach London zurück. Tottenham-Trainer Roberto De Zerbi hält große Stücke auf den Offensivspieler, doch mehrere teure Neuzugänge schmälerten Moores Perspektive auf regelmäßige Einsätze. Die Kölner hoffen, dass die Unterlagen spätestens am Donnerstag vorliegen und Moore noch zum Spiel am Freitag um 20.30 Uhr beim VfB Stuttgart mitreisen und einen Kaderplatz einnehmen kann.
