Lukas Kwasniok ist mit dem bisherigen Verlauf des Trainingslagers in La Nucia nicht wirklich einverstanden. Beim 2:1-Sieg im Testspiel gegen Lugano sah er zumindest in Bezug auf die Bereitschaft Fortschritte.
Unzufriedener FC-TrainerLukas Kwasniok fordert mehr Hingabe

FC-Coach Lukas Kwasniok im Trainingslager in La Nucia.
Copyright: Geissblog
Lukas Kwasniok ist unzufrieden. Die bislang gesammelten Eindrücke aus dem Trainingslager haben den Coach des 1. FC Köln nicht überzeugen können. „Ich bin ja immer recht ehrlich, auch zu euch“, sagte Kwasniok am Montagnachmittag beim Gespräch mit den Reportern. „Die ersten zwei, drei Tage waren so, dass ich das Gefühl hatte, wir müssen einen Zahn zulegen. Wir haben abgearbeitet, aber es hat ein Quäntchen gefehlt.“ Aus diesem Grund trommelte der 44-Jährige seine Spieler am Sonntagabend zu einer Ansprache zusammen. „Ich habe etwas länger zur Mannschaft gesprochen und darauf hingewiesen, worum es für den 1. FC Köln geht – nämlich um den Klassenerhalt. Da gehören Gier und Energie in jeder Trainingseinheit dazu.“
Der Auftritt beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen den Schweizer Erstligisten FC Lugano gefiel ihm in dieser Hinsicht schon etwas besser. „Es war so weit alles in Ordnung. Ich habe meiner Mannschaft den Hinweis gegeben, Fußball bitte mit Hingabe zu arbeiten. Das haben die Jungs gemacht. Es war kein Zuckerschlecken, aber wir hatten eine gute Haltung, viel Kommunikation und die Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten. Deswegen bin ich unter dem Strich zufrieden.“ Dennoch bleibt noch viel zu tun bis zum richtungsweisenden Jahresauftakt am Samstag beim Abstiegskonkurrenten 1. FC Heidenheim. „Das Spiel wird nicht in die Annalen des Vereins eingehen“, bewertete Kwasniok das spielerische Niveau des Tests.
Die Jungs, die in der ersten Halbzeit gespielt haben, sind ein Stück weiter vorn in meiner Gedankenwelt für das Wochenende – aber nicht vollumfänglich und auf jeder Position.
Der FC-Coach ordnete seine Mannschaft in beiden Halbzeiten in einem 3:4:3-System an. Vor der Pause bildeten Eric Martel, flankiert von Sebastian Sebulonsen und Dominique Heintz, die Dreierkette. Im Angriff erhielt Marius Bülter den Vorzug vor Ragnar Ache. Zudem saß Said El Mala zunächst nur auf der Bank. Mit einer vergleichbaren Aufstellung werden die Kölner wohl auch in Heidenheim antreten. „Eine Tendenz war schon vorhanden. Die Jungs, die in der ersten Halbzeit gespielt haben, sind ein Stück weiter vorn in meiner Gedankenwelt für das Wochenende – aber nicht vollumfänglich und auf jeder Position“, bestätigte Kwasniok.
Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
- Fußball Calmund über Spielerberater: Oft ahnungslos und geldgierig
- DFB-Pokal Freiburg feiert Pokalheld Müller: „Den Arsch gerettet“
- DFB-Pokal Elfmeter-Krimi: Freiburg zerstört Herthas Finaltraum
- Karnevalssitzung des 1. FC Köln „Mönch“ Kwasniok setzt auf einen Zapfenstreich
- Fußball Bericht: Duisburg-Manager Preetz bei Ski-Unfall verletzt
- „Punkten, punkten, punkten“ Tom Krauß sieht den 1. FC Köln unter Zugzwang
- 2. Fußball-Bundesliga Achillessehne-Operation: Saison-Aus für Stürmer Højlund
Die Kölner waren nach rund einer halben Stunde durch Marius Bülter in Führung gegangen. Der zuletzt formschwache Angreifer verwertete eine Hereingabe von Jan Thielmann (28.). Bülter, der in der Bundesliga letztmals am 22. November gegen Eintracht Frankfurt (3:4) getroffen hatte, dürfte das Erfolgserlebnis guttun. „Bülti hat in den letzten zwei Tagen aufsteigende Tendenz gezeigt. Es tut einem jungen Familienvater auch mal ganz gut, ins Trainingslager zu fahren. Dann schläfst du mal wieder durch und fokussierst dich auf den Fußball. Wir sind guter Dinge, dass er da jetzt nachlegen kann und wird“, erklärte Kwasniok. Kämpferisch tat sich vor allem Jan Thielmann hervor. Der rechte Schienenspieler wandelte in der ersten Halbzeit sogar am Rande einer Gelb-Roten Karte.

Der zuletzt glücklose Stürmer Marius Bülter (r.) traf gegen Lugano zur 1:0-Führung.
Copyright: Geissblog
Nach 45 Minuten wechselte Kwasniok komplett durch – und sah kaum noch gelungene Aktionen seiner Mannschaft. Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Kevin Behrens glich nach knapp einer Stunde sträflich allein gelassen per Kopf aus (56.). Etwas aus dem Nichts gelang dem Bundesligisten doch noch das Siegtor. Nach einem langen Schlag von Torwart Ron-Robert Zieler verlängerte Ragnar Ache per Kopf auf Linton Maina, der den Ball über den herausstürzenden Schweizer Schlussmann ins Netz hob (80.). „Wir hatten eine ordentliche Stabilität und waren in den Umschaltern ganz gut“, resümierte Kwasniok, der sich am Ende eines nicklig geführten Testspiels einen Seitenhieb gegen seinen Kollegen Mattia Croci-Torti nicht verkneifen konnte: „Hätte man nur ihn beobachtet, wäre das vermutlich unterhaltsamer gewesen als die 90 Minuten.“
1. FC Köln, 1. Halbzeit: Schwäbe; Sebulonsen, Martel, Heintz; Thielmann, Johannesson, Huseinbasic, Castro-Montes; Kaminski, Schenten, Bülter. – 2. Halbzeit: Zieler; Mausehund, van den Berg, Özkacar; Maina, Krauß, Kainz, Lund; Waldschmidt, Ache, El Mala.
