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„Punkten, punkten, punkten“Tom Krauß sieht den 1. FC Köln unter Zugzwang

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Analysieren die Lage im Kampf um den Klassenerhalt: FC-Geschäftsführer Thomas Kessler (l.) und Trainer Lukas Kwasniok.

Der Abstiegskampf in der Bundesliga wird wieder enger. Der 1. FC Köln hat nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz - und zwei weitere Schwergerichte vor der Brust.

Der vergangene Spieltag lief nicht nach dem Geschmack des 1. FC Köln. Während die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok mit der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen RB Leipzig eine Überraschung verpasste, ließen die Siege des FSV Mainz 05 (2:0 gegen den FC Augsburg) und des FC St. Pauli (2:1 gegen den VfB Stuttgart) das Feld in der unteren Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga noch enger zusammenrücken. Für den FC hat dies zur Folge, dass der einst komfortable Vorsprung auf den nunmehr von Werder Bremen belegten Relegationsplatz nur noch vier Punkte beträgt. Das Polster auf die direkten Abstiegsplätze schrumpfte ebenfalls. St. Pauli liegt als Tabellen-17. lediglich sechs Zähler hinter den Kölnern. „Wir müssen punkten, die unteren Mannschaften schlafen nicht“, fasste Mittelfeldspieler Tom Krauß die Situation nach dem vierten Rückrundenspieltag zusammen.

Krauß warnte davor, die ansehnliche Leistung von vergangenem Sonntag über das Resultat zu stellen: „Ein Punkt gegen Leipzig wäre sehr wichtig gewesen. Wir können uns nichts davon kaufen, wenn wir sagen, dass wir wieder sehr gut gespielt, gut mitgehalten und Leipzig gestresst haben. Das kann uns vielleicht ein bisschen Selbstvertrauen für die nächsten Wochen geben, aber am Ende steht das Ergebnis. Wir haben 1:2 verloren, das ist das Resultat“, erklärte der formstarke 24-Jährige, der im Duell mit seinem Heimatclub erneut zu den besten Kölnern gezählt hatte.

Unser Ziel für die nächsten Wochen muss sein, dass wir punkten, punkten, punkten.
Tom Krauß, FC-Mittelfeldspieler

Zur „Mannschaft der Stunde“ im Kampf um den Klassenerhalt hat sich derweil der Hinrunden-Vorletzte FSV Mainz 05 aufgeschwungen. Nach der Niederlage in Köln Mitte Januar gewannen die Rheinhessen jedes der folgenden drei Spiele. Mit neun von möglichen zwölf Punkten weisen die unter ihrem neuen Trainer Urs Fischer wiedererstarkten 05er die zweitbeste Rückrundenbilanz auf, welche ihnen zum Sprung aus dem Tabellenkeller verhalf. Der FC St. Pauli wiederum beendete mit dem überraschenden Erfolg gegen Stuttgart seine sechs Spiele lange Sieglosserie und meldete sich im engen Abstiegskampf zurück.

„Man sieht, dass auch die anderen Mannschaften punkten und da sind. Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass wir zuhause gegen Wolfsburg gewonnen haben. Unser Ziel für die nächsten Wochen muss sein, dass wir punkten, punkten, punkten“, forderte Tom Krauß. Die Mainzer Leihgabe stellt sich auf einen langen Abstiegskampf ein: „Jede Woche ist spannend und eine harte Woche gegen den Abstieg. Dafür sind wir aber bereit. Wir wollen auch in Stuttgart wieder versuchen, zu punkten“, sagte Krauß mit Blick auf die schwere Aufgabe am Karnevalssamstag (18.30 Uhr, Sky) beim Tabellenfünften, ehe mit der TSG Hoffenheim am 21. Februar ein weiteres Schwergewicht wartet.

1. FC Köln: Thomas Kessler fordert Fokus auf die eigenen Themen

Thomas Kessler sieht die Kölner nach wie vor in einer guten Ausgangsposition. „Wir haben alles in der eigenen Hand. Wir sind vier Punkte über dem Strich und haben im Verhältnis zur Tabellenregion auch ein gutes Torverhältnis“, erklärte der Geschäftsführer. Mit 23 Punkten aus 21 Spielen und 30:34 Toren belegt der FC unverändert den zehnten Tabellenplatz. Auch die Partie gegen Leipzig habe gezeigt, dass es „auf Kleinigkeiten“ ankomme. „Das ist das Credo der ganzen Saison: Es sind ganz, ganz knappe Spiele. Gegen Wolfsburg haben wir knapp gewonnen, gegen Leipzig knapp verloren“, meinte Kessler. „Jetzt konzentrieren wir uns sehr intensiv auf das Auswärtsspiel beim VfB. Dort müssen wir das ein oder andere Thema einfach besser machen, um wieder etwas mitzunehmen.“

Der nicht gegebene Handelfmeter gegen Leipzig dürfe dann keine Rolle mehr spielen. „Ich finde, wir sollten uns nach dem Spiel auf die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können“, erklärte Kessler. „Lasst uns mal lieber auf die Gegentore konzentrieren, auf die Situationen, bei denen wir keine guten Entscheidungen getroffen haben. Daran können wir arbeiten.“