FC-Zugang Luka Lochoshvili sammelt im Trainingslager Pluspunkte und soll die Kölner Mannschaft führen
Zugang Luka LochoshviliDas neue georgische Kraftzentrum beim FC

Luka Lochoshvili hat sich beim 1. FC Köln auf Anhieb als Führungsspieler angemeldet.
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Im internen Testspiel am Montag führte Luka Lochoshvilis Team 2:0, als die Trainer eingriffen: Der Georgier wechselte die Seiten, was ein wenig an Bolzplatzfußball erinnerte: Wenn eine Mannschaft zu überlegen ist, wechselt der beste Spieler die Seiten. Nun ist der 1. FC Köln ein Bundesligist, und wahrscheinlich ging es René Wagner vor allem darum, unterschiedliche Innenverteidiger-Konstellationen zu testen. Doch der Eindruck drängte sich auf: Lochoshvili ist nach wenigen Trainingstagen bereits ein Kraftzentrum der Kölner Mannschaft. Er selbst fühlt sich nach seinem Wechsel aus Nürnberg gut aufgenommen. „Ich habe ein gutes Gefühl. Ich bin sehr froh, für dieses Trikot zu spielen, für diesen großen Traditionsklub. Ich habe bislang nur Gutes zu berichten. Das Team ist freundlich, die Mitarbeiter, die Spieler. Alle helfen einander“, sagt er.
Mentalität nach innen und außen
Führungsstärke war ein Thema in den Gesprächen mit den Kölner Kaderplanern – Lochoshvili weiß, was von ihm verlangt wird. „Ich kann Mentalität einbringen. Nach innen und außen“, sagt er. „Aggressivität und physische Stärke, das ist meine Spielweise. Ich hoffe, dass ich dem Team damit helfen kann. Ich hoffe, dass ich diese Führungsposition über meine Leistungen auf dem Platz entwickeln kann. Ich bin nicht der aggressive Typ, der ohne Sinn herumschreit.“
Rund fünf Millionen Euro zahlten die Kölner für den 28-Jährigen, der wie die Neuzugänge Gideon Mensah (Ghana) und Paul Okon-Engstler (Australien) Nationalspieler ist. „Ich habe ein paar internationale Spiele gemacht, habe einige Erfahrung. Ich würde mich freuen, etwas davon an die jungen Spieler weiterzugeben“, sagt er.
Dass es im internen Test 2:0 für seine Mannschaft stand, lag nicht zuletzt daran, dass er erneut nach einer Ecke per Kopf getroffen hatte. Schon beim Spiel in Bergisch Gladbach, am Abend vor der Abreise ins Trainingslager nach Kitzbühel, hatte er getroffen. Lochoshvili hat eine interessante Mischung aus Größe, Sprungkraft und Gefühl für die Situation. Angesichts der Kölner Probleme bei Standards in der vergangenen Saison könnte er eine Lücke schließen – oder zumindest dazu beitragen. „Ich hoffe, dass ich weiter Tore erzielen kann. Es kann schon sein, dass mehr daraus wird. Aber ich treffe lieber in offiziellen Spielen, wenn es zählt. Wir trainieren jeden Tag hart, um mehr Tore zu machen. Wir werden sehen“, stellt Lochoshvili in Aussicht.
Die Innenverteidigung ist der Kölner Kaderteil, der den Verantwortlichen derzeit die geringsten Sorgen bereiten dürfte. Joel Schmied taucht dabei etwas überraschend ganz vorn in den Überlegungen seines Trainers auf. Der Schweizer bildete im Training mit Lochoshvili ein Paar; die Talente Jahmai Simpson-Pusey und Rav van den Berg verteidigten als scheinbare B-Variante. Wenngleich fußballerisch eine Mischung aus beiden Paaren womöglich naheliegender wäre – im Ligabetrieb wird das freilich auch vom Gegner abhängen.
Lochoshvili möchte keine vorzeitigen Hymnen auf das neue Kölner Bollwerk anstimmen – nicht so früh in der Vorbereitung. „Wir haben in jedem Mannschaftsteil starke Spieler. Ich bin noch nicht lange genug hier, um da eine Meinung zu haben. Ende des Monats zählt es, dann werden wir klarer sehen. Mein Eindruck ist, dass wir viele starke Spieler haben und jeder motiviert ist. Es ist viel Konkurrenzkampf im Team. Das ist das Wichtigste, denn dann gibt jeder 100 Prozent“, sagt er.
Es war ein interessanter Austausch mit ihnen. Sie haben mir deutlich gemacht, dass sie mich wirklich wollen – was sie von mir wollen, was sie erwarten
Lochoshvili hat bereits in der italienischen Serie A gespielt, in der österreichischen Bundesliga, in der Slowakei – bevor er in Nürnberg den Durchbruch in der 2. Bundesliga schaffte. Die Aufgabe als Führungsspieler beim FC wird nun seine wohl größte Herausforderung. „Die Bundesliga ist eine große Möglichkeit für mich„, sagt der 32-fache georgische Nationalspieler. Sesshaft werden will er nun: Bis 2029 hat er beim FC unterschrieben. „Wir hatten lange Gespräche, aus denen ich nur Gutes berichten kann“, sagt er über den Kontakt mit Thomas Kessler und Tim Steidten. „Es war ein interessanter Austausch mit ihnen. Sie haben mir deutlich gemacht, dass sie mich wirklich wollen – was sie von mir wollen, was sie erwarten.“ Er halte Köln für die richtige Wahl, sagt er, „die Strukturen stimmen, die Ideen der Verantwortlichen. Das hat mir gefallen.“
2024 nahm er an der EM in Deutschland teil, erreichte mit Georgien das Achtelfinale und scheiterte an Spanien, dem späteren Europameister. In der Gruppe hatte Georgien Portugal 2:0 besiegt. Lochoshvili weiß, wie hoch das Niveau sein kann. Die Bundesliga schreckt ihn nicht. „Ich habe schon gegen starke Stürmer gespielt. Je besser die Gegner, desto lieber spiele ich.“
