Bayer Leverkusen besiegt den Hamburger SV mit 1:0, dank Christian Kofanes Tor, und sichert wichtige Champions League-Punkte.
1:0-Sieg in HamburgKritik an Bayer Leverkusens Trainer ebbt wieder ab

Der Dank des Trainers an den Siegtorschützen: Kasper Hjulmand (r.) herzt nach dem Schlusspfiff Christian Kofane.
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Kasper Hjulmand musste kurz vor dem Abpfiff noch einmal tief durchatmen, als der 1:0-Sieg von Bayer 04 Leverkusen im Nachholspiel der Fußball-Bundesliga beim Hamburger SV feststand, machte sich der Däne aber sofort auf zum Matchwinner. Der glückliche Leverkusener Trainerschloss Christian Kofane in seine Arme und klopfte seinem jungen Mittelstürmer anerkennend auf die Schulter. Der 19-jährige Kameruner hatte mit seinem Goldenen Treffer (73.) der Werkself nicht nur drei wichtige Zähler im Kampf um die Champions League-Plätze gesichert, sondern auch die aufkommende Diskussion um Coach Hjulmand verstummen lassen.
Bayer Leverkusens Pressing und Jugendstrategie überraschen Hamburg
„Unser Pressing war viel besser: aktiver, mit besserer Verbindung. Wir sind kompakter gestartet und waren bei den Auslösern aktiver im Pressing, manchmal mit drei, manchmal mit vier. Auch mit dem Ball haben wir es gut gemacht. Wir hatten Großchancen – eigentlich müssten wir mehr Tore schießen“, resümierte Hjulmand, der mit Kofane, Startelf-Debütant Montrell Culbreath und Ibo Maza voll auf die Karte Jugend gesetzt hatte.
Die Idee ging auf. Kofane, der kurzfristig für den muskulär angeschlagenen Patrik Schick in die Startelf gerutscht war, entschied auf Vorlage von Maza mit seinem Treffer die Partie. Zum Spieler des Spiels wurde aber der 20-jährige Maza gekürt. „Mit dem Ball ist Ibo ein richtig guter Spieler und das haben wir heute wieder gesehen. Er ist einfach ein richtig guter Fußballer“, lobte Simon Rolfes.
Bayer Leverkusens Kampf um Champions League-Plätze verschärft sich
Die Erleichterung über den Sieg war dem Bayer-Sportchef nicht nur wegen der vergebenen Großchance der Hamburger in der letzten Aktion des Spiels durch Luka Vuskovic anzumerken: „Wir haben vorher gesagt, dass wir im Kampf um die Champions League-Plätze rankommen müssen. Wir sind in der Jäger-Position, deswegen war dieser Sieg sehr, sehr wichtig. Wir sind näher dran, aber müssen dranbleiben.“
Bayer ist wieder bis auf einen Punkt an RB Leipzig herangerückt, der VfB Stuttgart und Hoffenheim sind drei Zähler voraus. „Es ist auf jeden Fall ein großer Schritt nach vorne gewesen – von der Spielweise, von der Dominanz, von der Intensität, von der Spielfreude, aber auch von der Kampfbereitschaft. Da machen wir weiter“, freute sich Kasper Hjulmand und fügte an: Wenn etwas nicht gut läuft, wird immer über Feuer gesprochen. Aber so einfach ist es nicht. Es ist auch Fußball und wir brauchen beides. Die Spieler wissen, in welchen Phasen wir besser sein können.“
Ibo Mazas Einsatz und der Kampfgeist der Mannschaft
Ibo Maza machte aber deutlich, dass die Einstellung am Mittwoch im Hamburger Volkspark schon eine Rolle gespielt habe: „Ich war einfach heiß, die ganze Mannschaft war heiß, weil wir unbedingt diesen Sieg gebraucht haben. Wir haben gekämpft, wir waren stark in den Zweikämpfen, hatten sogar noch mehr Chancen und hätten die reinmachen können. Aber am Schluss ist der Sieg das Wichtigste“, sagte der algerische Nationalspieler.
Keine Zeit zum Ausruhen: Bayer Leverkusen vor Herausforderungen
Zeit zum Ausruhen haben die Leverkusener keine. Von Hamburg aus geht direkt weiter zum Auswärtsspiel beim heimstarken SC Freiburg. Dann kommt der FC Arsenal mit Kai Havertz und Piero Hincapie zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in die BayArena. Für eine Bewertung von Hjulmands Arbeit war deshalb für Simon Rolfes am Mittwoch noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen: „In zwei Wettbewerben sind wir sehr gut unterwegs. Da haben wir das, was wir letztes Jahr erreicht haben, trotz einer neuen Mannschaft wieder geschafft. In der Bundesliga ist vielleicht ein bisschen mehr Druck und mehr Spannung drauf, aber das ist auch normal. Das habe ich in den Jahren, in denen ich verantwortlich bin, schon häufig erlebt. Da müssen wir durch. Eine Bewertung kann man immer später machen. Jetzt muss man den Moment leben und den Moment gestalten.“
