Bayer 04 Leverkusen ist durch das 1:0 beim Hamburger SV wieder in Schlagweite der Champions League-Plätze. Nun geht es zum SC Freiburg.
Bayer 04 LeverkusenHjulmands Freude an den jungen Wilden

Bayer Leverkusens Montrell Culbreath (l.) im Duell mit Hamburg Giorgi Gocholeishvili.
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Junge Spieler können einer Fußballmannschaft neue Inspiration bringen. Mit ihrer frischen, positiven und offensiven Art verhalfen Montrell Culbreath, Ibrahim Maza und Christian Kofane dem festgefahrenen Bayer Leverkusen zum Befreiungsschlag beim Hamburger SV. Nach dem 1:0 im Nachholspiel lobte Kasper Hjulmand deren „junge Mentalität“ und überlegt sie drei Tage später wieder zum Einsatz zu bringen.
Auch im Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim SC Freiburg könnten der 18-jährige Culbreath oder die anderen Teenager der Werkself helfen. „Man sieht es in seinen Augen“, sprach der dänische Chefcoach über das Leverkusener Eigengewächs und ergänzte: „Montrell hat keine Angst, da war nur Freude. Er mag es einfach Fußball zu spielen.“ Culbreath überzeugte bei seinem Startelfdebüt mit unbekümmerten Aktionen und spürbarer Spielfreude.
Culbreath und Kofane rücken in den Fokus
Zum Abschluss des alten Spieljahres hatte er bereits seine Torpremiere beim 3:1 in Leipzig gefeiert. Nun brachte er Hjulmand ins Schwärmen. „Er hat es sehr gut gemacht“, lobte dieser den Debütanten für die Belebung des rechten Flügels. Anerkennung bekam aber nicht nur der U19-Angreifer selbst, sondern auch die Bayer 04-Akademie. „Ein großes Lob für alle, die mit Montrell gearbeitet haben“, meinte der in Dänemark einst selbst für die Ausbildung junger Fußballer zuständige 53-Jährige.
Dann kam er auf Leverkusens nächsten Glücksgriff. Christian Kofane war in Hamburg nur wegen Patrik Schicks muskulärer Probleme in die Anfangsformation gerückt. Der junge Mittelstürmer ergriff die Gelegenheit aber beim Schopf und ist nach seinem Siegtor im hohen Norden wieder in aller Munde.
Die routinierten Spieler machen es erst möglich, mit jungen Spielern zu spielen.
„Er ist eine fantastische Person“, sprach Hjulmand über den 19-Jährigen und gab die Tatsache zu bedenken, dass der Teenager aus Kamerun erst seit einem Jahr in Europa ist. „Nach einem halben Jahr in Spanien kam er letzten Sommer zu uns“, skizzierte er Kofanes Werdegang und widmete sich auch der Leistungs-Delle des Sechs-Tore-Stürmers. „Nach dem Afrika Cup hatte er ein bisschen Probleme“, erklärte er die neun Bundesliga-Spiele ohne Kofane-Treffer. „Das ist aber ganz natürlich. Wenn du als 18-Jähriger zu deinem ersten großen Erwachsenen-Turnier reist, weiß jeder der mal bei einem Nationen-Cup teilgenommen hat, wieviel Energie man reinstecken muss.“ Kein Wunder also, dass „Kofi“, wie der beidfüßig schussgewaltige Angreifer genannt wird, im Rheinland erst wieder ankommen musste. „Jetzt ist er zurück und ich bin froh“, stellte Hjulmand nach der „großen Leistung“ klar.
Die muskulären Probleme bei Patrik Schick erscheinen ihm vor Freiburg (und mit Blick auf die folgenden Highlights in der Champions League gegen Arsenal London und dem Bundesliga-Duell gegen Bayern München) „schwieriger“. Deswegen könnte Kofane auch am Samstag im Europa-Park-Stadion stürmen. Wobei der smarte Däne nicht blindlings auf seine Talente setzt. „Die routinierten Spieler machen es erst möglich mit jungen Spielern zu spielen“, stellte Hjulmand klar. Erfahrung in einer Mannschaft zu haben sei „so wichtig“.
Bayer mit einem Durchschnittsalter von 25,7 Jahren
Während Bayer 04 mit einem Durchschnittsalter von 25,7 Jahren im Liga-Mittelfeld liegt, zählt der SC Freiburg mit 26,6 Jahren zu den älteren Teams. „Gerade wenn man auswärts gegen sie spielt, ist das eine sehr gute Mannschaft“, zollte der Leverkusener dem Bundesliga-Achten und Europa League-Achtelfinalisten Respekt. Um den Breisgauern die erste Heimniederlage seit August zuzufügen und weiter Druck auf die Champions League-Plätze zu machen, braucht er auch die mit jeweils vier Gelben Karte vorbelasteten Edmond Tapsoba (27), Alejandro Grimaldo (30) und Aleix Garcia (28).
Egal ob jung oder alt. In dieser heißen Saisonphase fordert Hjulmand volle Einsatzbereitschaft von all seinen Profis. Nur dann kann die Werkself ihren Tanz auf drei Hochzeiten fortsetzen und ihre Talente genauso zum Einsatz bringen, wie die alteingesessenen Leistungsträger.
Voraussichtliche Aufstellungen:
SC Freiburg: Atubolu; Treu, Ginter, Ogbus, Günter; Eggestein, Manzambi, Beste, Suzuki, Scherhant; Matanovic. – Bayer 04 Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba, Grimaldo; Garcia, Palacios, Culbreath, Maza; Terrier, Kofane. - SR.: Brand (Schebheim).
