Ausgerechnet der verlorene Sohn Kai Havertz hat im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League einen Erfolg von Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Arsenal verhindert.
Champions LeagueKai Havertz macht Bayer Leverkusen Strich durch die Rechnung

Verdiente Führung: Robert Andrich jubelt nach einem Kopfballtreffer zum 1:0.
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Ausgerechnet Kai Havertz hat Bayer 04 Leverkusen um einen Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gebracht. Der verlorene Sohn der Werkself sorgte bei seiner Rückkehr in die BayArena mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 89. Minute für ein glückliches 1:1 (0:0) des FC Arsenal. Bayer 04 durfte nach der Führung durch Kapitän Robert Andrich von einer guten Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag in London träumen und konnte nach einer starken Leistung erhobenen Hauptes und zuversichtlich vom Platz gehen.
„Wir haben es sehr gut gemacht. Arsenal hat wenig gehabt. Der Elfmeter ist schon sehr wenig. Leider kann man es nicht mehr ändern. Nächste Woche haben wir noch eine Chance“, sagte der hörbar enttäuschte Andrich.
Der Elfmeter ist schon sehr wenig. Leider kann man es nicht mehr ändern.
Bayer-Coach Kasper Hjulmand setzte auf Konstanz und beließ es im Vergleich zum jüngsten 3:3 in der Bundesliga beim SC Freiburg bei einer Änderung. Exequiel Palacios ersetzte seinen argentinischen Landsmann Ezequiel Fernández auf der Doppelsechs neben Aleix Garcia.
Die Marschroute der Werkself war schnell auszumachen. Nichts ins Pressing der Londoner laufen, Ballverluste vermeiden, das eigene Spiel möglichst im Zentrum fixieren und das Tempo verschleppen. Bayer stellte sich in diesem Plan tiefer auf und ließ Arsenal um den Strafraum herumspielen.
Kasper Hjulmands Matchplan geht auf
Hjulmans Matchplan ging aufe, weil Leverkusen auch körperlich mithielt und in der einzigen gefährlichen Szene der Gäste in Halbzeit eins mit Fortuna im Bunde stand. Arsenal schaffte in einem seiner wenigen Umschaltmomente Überzahl auf Bayers linken Seite, wo Alejandro Grimaldo nicht mit nach hinten arbeitete. Über Jurrien Timber kam der Ball zu Viktor Gyökeres und die Überzahl wanderte auf links. Dort zog Gabriel Martinelli an Jarell Quansah vorbei und traf mit links aus neun Metern satt den Querbalken (20.).
Die Hausherren verteidigten vor 30.210 Zuschauern aufmerksam und hätten sich nach vorne ruhig mehr trauen dürfen. Die Abschlüsse von Christian Kofane (7.) und Ibrahim Maza (15./45.+1) waren entweder zu harmlos oder zu ungenau. Zur Pause hatte sich das Gefühl entwickelt, dass mehr als das achtbare 0:0 für die Hjulmand-Elf drin gewesen wäre. Zu diesem Gefühl passte, dass Bayer 04 46 Prozent Ballbesitz und den einzigen Eckball der ersten Hälfte auf seiner Seite hatte.
Bayer 04 belohnt sich für mutige Anfangsphase der zweiten Hälfte
Kasper Hjulmand muss in der Pause auch gefühlt haben, dass sein Team den Tabellenführer der Premier League überraschen kann. Der erste Angriff nach dem Wechsel bestätigte die Vermutung. Garcia führte den Anstoß schnell auf Maza aus, der Kofane im Strafraum fand. Der 19-Jährige legte auf Grimaldo ab, nach dessen Flanke Martin Terrier David Raya im Arsenal-Tor zu einer Glanztat zwang. Zwölf Sekunden waren da in Hälfte zwei gespielt.
40 Sekunden später jubelte ganz Leverkusen. Rayas Parade brachte die zweite Ecke für Bayer 04, das die Standard-Könige von der Insel mit ihren eigenen Waffen schlug. Grimaldo schlug den Ball auf den langen Pfosten, wo sich die Leverkusener in einem Pulk versammelt hatten. Maza blockte Eberechi Eze an der Grenze zum Erlaubten. Dadurch konnte sich Robert Andrich im Rücken der Engländer davonstehlen und aus kurzer Distanz zum 1:0 zwischen Raya und Pfosten ins kurze Eck einnicken (46.).
Der deutsche Vizemeister zog sich nach der Führung wieder in seinen tiefen Block zurück, ließ Arsenal versuchen und lauerte auf Umschalter. Den Engländern fiel nicht viel ein und auch die drei mickrigen Standards verpufften. Bayer verteidigte angeführt von Sechser Palacios und dem sehr aufmerksamen Edmond Tapsoba weiter fehlerlos.
Wir haben reif und erwachsen gespielt, waren sehr griffig.
Arsenal-Coach Mikel Arteta brachte erst Kraftpaket Noni Madueke (60.) und dann unter dem Beifall der Bayer 04-Fans Kai Havertz (74.). Der Ex-Leverkusener führte sich mit einem unabsichtlichen Ellbogencheck gegen Andrich ein, der zu Boden ging und behandelt werden musste.
Die Gäste bleiben weiter vieles schuldig, wären durch Timbers Kopfball aus fünf Metern aber fast zum 1:1 gekommen (85.). Der Favorit hatte aber das Glück auf seiner Seite. Madueke dribbelte sich zwischen Tillman und Grimaldo in den Strafraum und ging zu Boden, als Tillmann beim Versuch zu grätschen mit seiner rechten Hüftseite auf den Fuß auf den linken Fuß des Engländers fiel. Schiedsrichter Umut Meler pfiff Strafstoß und auch der VAR entschied nichts anderes. Kai Havertz trat unter den Pfiffen der Bayer-Fans an und verwandelte links unten zum schmeichelhaften Ausgleich (89.) und verzichtete auf den Torjubel gegen seinen Ex-und Ausbildungsclub.
„Wir haben reif und erwachsen gespielt, waren sehr griffig. Das späte Gegentor ist bitter. Ob das ein Elfmeter war, ich weiß es nicht“, sagte der beim Elfmeter machtlose Bayer-Keeper Janis Blaswich.
Statistik:
Bayer 04 Leverkusen: Blaswich; Quansah, Andrich, Tapsoba; Poku, Palacios (81. Fernádez), García, Grimaldo; Terrier (81. Hofmann), Maza (74. Tillman); Kofane. — FC Arsenal: Raya; J. Timber, Saliba, Gabriel Magalhaes, Hincapié; Rice, Zubimendi; Saka (60. Madueke), Eze (81. Jesus), Martinelli; Gyökeres (74. Havertz). —SR.: Meler (Türkei). — Zuschauer: 30.210 (ausverkauft). —Tore: 1:0 Andrich (46.), 1:1 Havertz (89/Foulelfmeter). —Gelbe Karten: Andrich, Poku, Palacios, Grimaldo; Martinelli, Zubimendi, Havertz.
