Der KEC fand am Mittwoch in Spiel eins der Playoff-Halbfinal-Serie keine Mittel, die Berliner Offensive zu stoppen.
Halbfinal-Start verpatztKölner Haie verlieren 3:6 bei den Eisbären Berlin

Berlins Marcel Noebels (hinten) schiebt ein zum 3:1, Haie-Keeper Janne Juvonen schaut dem Puck nur hinterher.
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Der Start ins Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist den Kölner Haien misslungen. Beim Titelverteidiger Eisbären Berlin, ihrem Angstgegner, verloren die KEC-Profis am Mittwoch Spiel eins der Serie „Best of 7“ mit 3:6 (1:2, 1:3, 1:1). Zwar zeigten die Haie vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof phasenweise ordentliches Eishockey, sie waren aber defensiv nicht so stabil wie gewohnt, sodass die abgeklärt spielenden Eisbären sie einige Male auskonterten.
Auch KEC-Goalie Janne Juvonen rettete die Haie diesmal nicht. Der Finne wurde nach 40 Minuten gegen Felix Brückmann ausgetauscht. „Wir haben eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht, wir hatten auch Chancen, haben sie aber nicht genutzt. Berlin hat dagegen seine Chancen eiskalt genutzt. Wir müssen das sofort abhaken, es geht am Freitag weiter“, sagte Haie-Stürmer Maxi Kammerer bei MagentaSport. Die zweite Begegnung der Serie findet am Freitag um 19.30 Uhr in der Lanxess-Arena statt.
Es gab kein vorsichtiges Abtasten in diesem Spiel: Die Eisbären legten aggressiver und druckvoller los als die Haie – und auch erfolgreicher. Adam Smith erzielte bei Vier-gegen-Vier in der fünften Minute aus spitzem Winkel das 1:0 für Berlin und erwischte dabei Juvonen auf dem falschen Fuß. Vier Minuten später erhöhte der 19-jährige Verteidiger Moritz Kretzschmar nach Vorlage von Frederik Tiffels auf 2:0 und bejubelte seinen ersten DEL-Treffer.
Valtteri Kemiläinen mit dem Anschluss
Zwischen den beiden Berliner Toren hatte der Kölner Finne Juhani Tyrväinen eine große Chance, scheiterte nach einem Solo jedoch im Abschluss. Der Anschluss gelang dem KEC 42 Sekunden nach dem 0:2 in Überzahl: Der finnische Verteidiger Valtteri Kemiläinen überwand nach Zuspiel von Louis-Marc Aubry Berlins Keeper Jonas Stettmer mit einem Schuss von der blauen Linie. Sekunden vor der Pause hätte Frederik Storm der Ausgleich gelingen können – doch Stettmer parierte.
Die Haie waren zwar im Spiel, hatten auch Offensivmomente und ein ansprechendes Powerplay. Die Angriffsstärke der Berliner bekamen sie jedoch nicht unter Kontrolle. Immer wieder schalteten die Gastgeber schnell um und kamen gefährlich ins Kölner Drittel; die Folge war ein weiterer Doppelschlag. Zunächst traf Marcel Noebels, der den Puck artistisch über Juvonen zum 3:1 ins Tor bugsierte (25.). 54 Sekunden später erhöhte Jonas Müller nach Vorarbeit von Tiffels auf 4:1.
Kölner Haie mit zu vielen Fehlern
Als Patrick Russell den KEC in der 34. Minute mit einem Unterzahltor auf 2:4 heranbrachte, währte die Freude der Kölner nur kurz. Denn zwei Minuten später schoss Youngster Kretzschmar mit seinem zweiten Treffer des Abends das 5:2 für Berlin. „Wir haben Chancen, machen sie aber nicht rein. Berlin nutzt unsere Fehler aus“, stellte Haie-Angreifer Dominik Bokk in der Pause vor dem Schlussdrittel fest. Coach Kari Jalonen überraschte damit, dass er Juvonen, den DEL-Torhüter des Jahres, vom Eis nahm und gegen Brückmann austauschte, wohl um ein Zeichen zu setzen.
Immerhin schoss Berlin zunächst kein weiteres Tor, dem KEC gelang es aber auch nicht, die Eisbären unter Druck zu setzen. Bereits fünf Minuten vor dem Ende nahm Jalonen den Torhüter zugunsten eines Feldspielers vom Eis – der Berliner Les Lancaster traf zum 6:2 ins leere Tor. Gregor MacLeod setzte den Schlusspunkt mit seinem Treffer zum 3:6.
Kölner Haie: Juvonen (41. Brückmann) – Kaski, Austin – Kemiläinen, Vittasmäki – M. Müller, Sennhenn – Glötzl – Russell, MacLeod, Kero – Bokk, Aubry, Storm – Niedenz, Tyrväinen, Kammerer – Uher, van Calster, Tuomie. – Zuschauer: 14.200 (ausverkauft). – Schiedsrichter: MacFarlane, Kozari. – Strafminuten: Berlin 10/Köln 6. - Tore: 1:0 Smith (4:14), 2:0 Kretzschmar (8:10), 2:1 Kemiläinen (8:52), 3:1 Noebels (23:42), 4:1 J. Müller (24:48), 4:2 Russell (33:30), 5:2 Kretzschmar (35:22), 6:2 Lancaster (57:22), 6:3 MacLeod (58:07).
