Abo

Drei Rote Karten bei EröffnungIttrich über WM-Schiri: „Weiß nicht, ob er noch ein Spiel pfeift“

3 min
Patrick Ittrich in Zivil im Stadion.

Patrick Ittrich ist bei der WM 2026 für MagentaTV als Schiedsrichter-Experte im Einsatz.

Drei Rote Karten beim WM-Auftakt sorgen für einen Rekord. Experte Patrick Ittrich bewertet die umstrittene Leistung.

Der Auftakt der WM 2026 ist von einem Platzverweis-Rekord geprägt. Die umstrittene Schiedsrichterleistung im Eröffnungsspiel wurde anschließend von Experte Patrick Ittrich bewertet.

Die Auftaktpartie der Weltmeisterschaft zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) stellte eine neue Bestmarke auf. Niemals zuvor in der Geschichte der WM-Eröffnungsspiele gab es drei Platzverweise. Der brasilianische Unparteiische Wilton Pereira Sampaio zog mit seinen teils eher schwer nachvollziehbaren Entscheidungen Kritik auf sich.

Umstrittene Durchsage nach Videobeweis

Am Freitagmorgen wurde die Performance des brasilianischen Referees im „Breakfast Club“ von MagentaTV detailliert analysiert. Der Sender hat für diese Aufgabe den Experten Patrick Ittrich engagiert. Der 47-jährige ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter hatte seine aktive Laufbahn erst vor Kurzem beendet.

Pereira Sampaio verteilte am Donnerstagabend insgesamt drei Rote Karten, wobei Ittrich die Platzverweise gegen Yaya Sithole (Südafrika) und Cesar Montes (Mexiko) als gerechtfertigt ansah. Kontroversen löste jedoch der zweite Feldverweis gegen Themba Zwane aus. Diese Szene, der Südafrikaner kam mit seiner Hand ins Gesicht von Roberto Alvarado, hatte der Referee zunächst übersehen.

Erst nach Intervention des Videoassistenten und Prüfung der Aufnahmen entschied Sampaio auf Platzverweis. Seine anschließende Erklärung über die Stadionlautsprecher geriet jedoch stockend und unsicher, was bei den Spielern für Irritation sorgte.

Ittrich zeigte jedoch Verständnis für seinen früheren Kollegen und verwies auf die sprachliche Hürde. „Wie erkläre ich das den Leuten auf Englisch? Wir haben in Deutschland einen Dreischritt, dass wir sagen: ‚Überprüft wurde; nach Ansicht der Bilder; finale Entscheidung‘. Damit wir immer das Gleiche sagen und wir uns nicht verhaspeln“, erläuterte Ittrich das standardisierte Vorgehen in Deutschland. Er fügte hinzu, dass die Fifa die Schiedsrichter besser schulen müsse: „Man merkt, er weiß gar nicht, was er richtig sagen soll. Das wirkt dann ein bisschen konfus. [...] Da müssen sie ran, definitiv.“

Der MagentaTV-Analyst Jan Henkel stufte dieses „Announcement“ als die schwächste Leistung des Unparteiischen im gesamten Spiel ein. Ittrich schloss sich dieser Einschätzung an: „Das war der größte Fehler! Und dann merkt man auch, ab da geht es bergab. Das merkst du als Schiedsrichter und dann wirst du nervös. Das war der Knackpunkt für ihn.“

Es bleibt ungewiss, ob Wilton Pereira Sampaio nach diesem Auftritt ein weiteres Spiel bei der Weltmeisterschaft leiten darf. Ittrich äußerte sich zweifelnd: „Das ist in der Tat schwierig, weil man nie in die Köpfe der Schiri-Ansetzer schauen kann. Er hat hier eine Rote Karte nicht gegeben, die auch schwer, finde ich, zu sehen war. Die musst du nicht zwingend als Schiedsrichter erkennen, kannst du. Aber ob er ein zweites Spiel bekommt, das weiß ich nicht.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.