Mit der Fußball-Champions-League ist der Eishockey-Wettbewerb finanziell nicht vergleichbar. Für die Haie überwiegt dennoch der sportliche Reiz, sich mit Europas besten Teams zu messen.
Viel Aufwand, wenig GeldWarum sich die Kölner Haie trotzdem auf die Champions Hockey League freuen

Thomas Berglund, Trainer der Kölner Haie, beim Training mit den KEC-Profis.
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Die Kölner Haie haben einige Flugkilometer vor sich. Am Donnerstagmorgen bricht der KEC in einer gecharterten Maschine nach Salzburg auf. Am Abend starten die Haie dort bei Red Bull Salzburg (19.15 Uhr, MagentaSport) in die Saison 2026/27 der Champions Hockey League. Gleich am nächsten Morgen fliegen sie weiter ins finnische Tampere, wo sie am Samstag (16 Uhr) auf Tappara Tampere treffen.
Mit einem fast 40-köpfigen Tross ist eine solche Reise ebenso aufwendig wie kostspielig. Nach den ersten beiden Spieltagen der europäischen Liga dürften die Haie ihre Antrittsprämie von 90.000 Euro, die jeder CHL-Teilnehmer erhält, verbraucht haben.
Es ist ein großartiger Wettbewerb, weil wir auf die besten Mannschaften aus verschiedenen Ländern treffen und uns mit neuen Gegnern und Herausforderungen messen können
Aber es geht in diesem Wettbewerb auch nicht um finanziellen Nutzen. Sondern eher um Ruhm und Ehre und darum, sich auf der europäischen Bühne zu präsentieren. Der neue Haie-Trainer Thomas Berglund, im März CHL-Finalist mit seinem vorigen Verein Lulea HF, sieht es so: „Es ist ein großartiger Wettbewerb, weil wir auf die besten Mannschaften aus verschiedenen Ländern treffen und uns mit neuen Gegnern und Herausforderungen messen können.“ Der Schwede ergänzt: „Natürlich ist die DEL für uns die Nummer eins, aber die CHL ist eine großartige Möglichkeit, uns mit den besten Teams Europas zu messen und zu zeigen, was wir können.“
Man könnte es auch so ausdrücken: Die CHL, die seit 2014 stattfindet, hat sich als ein Wettbewerb etabliert, den die Klubs nicht nur akzeptieren, sondern wegen seines sportlichen Reizes auch mögen. Sponsoren freuen sich ihrerseits über die Vergrößerung ihrer Reichweite. Sportlich steht aber für jeden der 24 teilnehmenden Vereine aus Finnland, Schweden, Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Polen, Tschechien und der Slowakei die nationale Meisterschaft an erster Stelle.
Die Partien finden jenseits des großen Fernsehmarktes statt
Von der Bedeutung der schillernden Champions League im Fußball, die bei der Namensgebung als Vorbild diente, ist die CHL somit Lichtjahre entfernt. Simple Zahlen machen den Unterschied deutlich: Während der Sieger im Fußball 25 Millionen Euro für den Titelgewinn erhält, muss sich der Gewinner des Eishockey-Wettbewerbs mit einer Prämie von 100.000 Euro begnügen. Für den Einzug ins Achtel-, Viertel- und Halbfinale gibt es jeweils 30.000 Euro. Summa summarum kann ein Verein inklusive Antrittsprämie also maximal 280.000 Euro in der CHL einstreichen.
Die Partien finden, ebenfalls anders als im Fußball, überwiegend jenseits des großen Fernsehmarktes statt. Zu sehen sind die Spiele in Deutschland beim Pay-per-View-Portal Sporteurope.TV; der Eishockey-Sender MagentaSport zeigt pro Spieltag eine Partie mit deutscher Beteiligung.
Trotzdem sind beim KEC alle froh, zum ersten Mal seit 2014 wieder in der CHL mitspielen zu dürfen. „Wir treffen auf neue Gegner und messen uns auf europäischem Spitzenniveau. Diese Mannschaften sind uns nicht so vertraut, wie die Teams aus der DEL. Das sorgt für eine andere Spannung und eine große Vorfreude bei uns allen“, meint Haie-Sportdirektor Matthias Baldys. Zudem kommt es den Eishockey-Profis entgegen, dass sie sich in der Vorbereitung auf die DEL-Saison, die für die Haie am 18. September startet, nicht länger durch Testspiele quälen müssen, sondern bereits in den Wettbewerbsmodus schalten können. „Ab sofort geht es in jedem Spiel um etwas. Die Spieler werden fokussierter und das Spiel nimmt an Intensität zu“, sagt Baldys.
Die Kölner Zuschauer scheinen sich ebenfalls auf die europäischen Spiele des KEC zu freuen. Für ihr erstes CHL-Heimspiel am 10. September in der Lanxess-Arena gegen den schwedischen Titelverteidiger und fünfmaligen CHL-Sieger Frölunda Göteborg haben die Haie schon mehr als 14.800 Tickets verkauft. Der alte Bestwert von 14.567 Zuschauern wurde 2016 bei einem Heimspiel des SC Bern gegen Sparta Prag aufgestellt.
Am 12. September geht es für den KEC mit einer Heimpartie gegen Klagenfurt weiter, die in Krefeld stattfindet, da die Deutzer Arena belegt ist. Danach folgen CHL-Partien der Haie gegen Herning (7.10.) und in Genf (14.10.). Anschließend kommen die besten 16 Teams der gemeinsamen Tabelle ins Achtelfinale. Die Plätze 17 bis 24 scheiden aus. Einen CHL-Sieger aus der DEL gab es noch nicht. München kam 2019 ins Finale, verlor es aber mit 1:3 gegen Frölunda.
