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Kölner HaieWie Sportdirektor Matthias Baldys den wilden Saisonstart einordnet

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07.05.2024, Köln: Der Sportdirektor der Kölner Haie Matthias Baldys. Foto: Arton Krasniqi

Matthias Baldys, Sportdirektor der Kölner Haie

Der Sportdirektor des KEC spricht nach den ersten vier DEL-Spieltag.en über die neue Kölner Mannschaft und Trainer Thomas Berglund.

Vier Spiele haben die Kölner Haie in der Saison 2026/27 der Deutschen Eishockey-Liga hinter sich, die Bilanz fällt weniger berauschend aus, als es sich die Haie-Chefs nach den starken Auftritten zuvor in der Champions Hockey League wohl erhofft hätten: Sechs Punkte, 19 Tore – bei 21 Gegentoren, also mehr als fünf pro Partie – so viele wie kein anderes DEL-Team kassiert hat.

Matthias Baldys, der Sportdirektor des KEC, sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Nicht, weil ihm die Zahl der Gegentreffer gefällt. „Das sind zu viele“, sagt er. Entscheidend sei für ihn vielmehr, führte er aus, dass sich erklären lasse, wie sie zustande gekommen seien. „Wenn wir nicht wüssten, wo sie herkommen, wenn wir uns das nicht erklären und herleiten könnten, dann wäre das ein Punkt, mit dem wir uns stärker beschäftigen müssten.“

Zu viele Strafminuten

Baldys macht die Probleme weniger an der vom neuen Trainer Thomas Berglund propagierten Spielweise fest, die offensiver angelegt ist als die des Vorgängers Kari Jalonen, als an deren Umsetzung. Im Eishockey gehe es immer um die bekannten Grundlagen: Zweikämpfe, Schärfe, Fokus, gute Entscheidungen und die richtige Absicherung. „An diesen Basics arbeiten wir jeden Tag.“ Zudem gelte es, die vielen Strafminuten, die die Haie in den ersten Spielen sammelten, herunterzufahren: „Da sind wir uns alle einig: Das waren zu viele. Auf der Gegenseite funktioniert unser Powerplay aktuell sehr gut, was das letzte Drittel in Augsburg, in dem wir sehr stabil und gut gespielt haben, bewiesen hat.“

Der Gesamteindruck der Mannschaft sei gut – Baldys' Argument: Einschließlich der Champions Hockey League haben die Haie in sieben ihrer acht bisherigen Pflichtspiele gepunktet, lediglich beim 4:8 gegen Wolfsburg gingen sie leer aus. „Wir haben gezeigt, dass wir so, wie wir spielen wollen, erfolgreich sein können“, sagt der Sportdirektor.

Der finnische Haie-Torhüter Janne Juvonen (32), in der vergangenen Saison noch der überragende Keeper und DEL-Torhüter des Jahres, ist bislang zwar von seinen damaligen Werten weit entfernt. Sein Gegentorschnitt in der DEL beträgt 5,21, die Fangquote 80,22 Prozent. Baldys hält die Statistiken aber zum momentanen Zeitpunkt für nicht aussagekräftig. „Janne wurde in Augsburg mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen und hat dann direkt zwei Gegentore kassiert. Aber: Der erste Treffer ist abgefälscht, beim zweiten wird er meiner Meinung nach behindert. Wichtig ist dann doch die Reaktion von Janne, der – wie die Mannschaft – einen ganz starken Schlussabschnitt gespielt hat. Darauf bauen wir auf.“

Kölner Haie wollen keinen Torhüter nachverpflichten

Nachdem sich Felix Brückmann in der 39. Minute verletzt hatte, kam Juvonen aufs Eis – und kassierte schnell im Augsburger Powerplay das 2:3. Vor dem dritten Augsburger Tor zum 3:3, das kurz darauf fiel, war Juvonen gefoult worden – was die Schiedsrichter aber durchgehen ließen. Der Finne erholte sich davon und war im Schlussdrittel, in dem die Haie sehr konzentriert spielten, ein starker Rückhalt für seine Vorderleute.

Wie lange Brückmann pausieren muss, wollen die Haie nicht verraten. Anlass, einen Torhüter nachzuverpflichten, sieht Baldys, wie er sagt, nicht. Woraus sich wohl schließen lässt, dass Brückmann sich nicht so schwer erwischt haben dürfte wie vor einem Jahr, als er wegen einer Knieverletzung gut zehn Wochen passen musste. Damals kam Juvonen als nachträgliche Verstärkung.

Mit sieben neuen Spielern hat Baldys den Kader für 2026/27 angereichert. Von großen jährlichen Umbrüchen hält er wenig. „Stabilität und Kontinuität im Kader sind wichtige Komponenten, um langfristig erfolgreich zu sein, von daher lassen wir uns bei nur einem punktlosen von acht Spielen nicht beunruhigen“, sagt er.

Heimspiel gegen München am Freitag

Für Coach Berglund, den 57-jährigen Schweden, der erstmals in seiner Trainerkarriere außerhalb seines Heimatlandes arbeitet, findet Baldys nach den ersten Monaten der Zusammenarbeit nur lobende Worte. „Der Trainer vermittelt in seiner Arbeit, dass hinter seinen Entscheidungen ein klarer Plan steckt“, sagt er. Auch der Austausch funktioniere „top“.

In der vergangenen Saison spielten die Haie mit Jalonen eine überragende Hauptrunde, die sie auf Tabellenplatz eins beendeten, waren aber in den Playoffs nicht mehr in Bestform, sodass sie im Halbfinale an den Eisbären Berlin scheiterten. „Wir konnten da nicht noch eine Schippe drauflegen“, sagt Baldys. Das wollen sie diesmal besser machen. Am Freitag (19.30 Uhr) geht es aber erst einmal in der Lanxess-Arena mit einem Heimspiel gegen München weiter, am Sonntag (16.30 Uhr) mit einer Partie beim ERC Ingolstadt.