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Kölner Haie„In der Champions League spielt kein Team, nur um dabei zu sein“

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Haie-Zugang Marcel Noebels

Haie-Zugang Marcel Noebels

Der KEC absolviert am Donnerstagabend seinen Europapokal-Auftakt in Salzburg. Neuzugang Marcel Noebels hat Erfahrung mit dem Wettbewerb.

Marcel Noebels hat aus seinen fast zwölf Jahren bei den Eisbären Berlin den Erfahrungsschatz aus fünf deutschen Eishockey-Meisterschaften mit nach Köln gebracht. Hinzu kommt eine große Routine in der Champions Hockey League, an der er mit Berlin siebenmal teilnahm. Letzteres ist in diesen Tagen besonders wertvoll für die Haie, denn sie starten am Donnerstag (19.15 Uhr, MagentaSport) mit einem Spiel in Salzburg in den europäischen Wettbewerb, für den sie sich erstmals seit 2014 qualifiziert haben.

Schnelles Wiedersehen mit Kari Jalonen

„In der Champions League spielt keine Mannschaft, nur um dabei zu sein“, meint der 34-jährige Stürmer. „Wir haben ein schweres Auftaktprogramm. Gerade auswärts in Salzburg und Tampere müssen wir zeigen, wie weit wir schon sind und wo wir als Mannschaft stehen. Das ist ein guter Prüfstand für uns.“ Am Samstag treten die Haie bei Tappara Tampere an (16 Uhr, Sporteurope.TV), trainiert von ihrem vorigen Trainer Kari Jalonen. Vor dem DEL-Start folgen noch Partien gegen den schwedischen Titelverteidiger Frölunda (10. September) und gegen Klagenfurt (12. September), danach in Herning (7. Oktober) und Genf (14. Oktober).

Die Mannschaft des neuen Haie-Coaches Thomas Berglund wird also einige Wettkampfpraxis sammeln, bevor es am 18. September im Heimspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg erstmals in der Liga ernst wird. Das sei ein Vorteil, meint Noebels – denn: „Der Wettbewerbsmodus ist dann schon eingeschaltet. In Freundschaftsspielen nimmt man in der einen oder anderen Situation vielleicht noch etwas den Fuß vom Gas, oder es fehlt an der letzten Konzentration.“

Marcel Noebels hat sich schnell in Köln eingefunden

Seinen Platz in der Kölner Mannschaft scheint Noebels bereits gefunden zu haben. In den Testspielen der Haie spielte er in der ersten Sturmreihe zusammen mit Patrick Russell und Gregor MacLeod, was ihm gut gefällt: „Ich denke, dass wir drei uns gefunden haben und der Trainer mit der Situation glücklich ist. Wir spielen auch im Powerplay zusammen, ergänzen uns gut als offensive Spielertypen und bekommen viel Vertrauen vom Trainerteam. Wir müssen uns natürlich noch weiter einspielen.“

Seit Anfang August bereiten sich die Haie mit Berglund auf die Saison vor. Der 57 Jahre alte schwedische Coach, der erstmals außerhalb seines Heimatlandes arbeitet, stand im vergangenen Februar mit seinem alten Verein Lulea HF im CHL-Finale, das er knapp gegen Frölunda verlor. Das Spielsystem, das er mit den Haien praktizieren will, gleicht dem in Lulea angewandten: Es ist offensiv, aggressiv und laufintensiv. Noebels gefällt es: „Ich kann mir gut vorstellen, dass das sehr gut zu unserer Mannschaft passt. Man muss dem Ganzen aber etwas Zeit geben. Der schwedische Spielstil hat viel mit Wechseln, Scheibenbesitz sowie damit zu tun, dem Gegner kaum Zeit und Raum zu geben. Ich glaube, dass das eine sehr gute Sache für uns ist.“

Die Heim-WM 2027 im Fokus

Die Haie haben ihren Kader im Hinblick auf die doppelte Belastung durch DEL und CHL gestaltet und für Qualität in der Tiefe gesorgt. Besonders in der Offensive wird es, sofern alle Spieler fit sind, einige Konkurrenz um die Plätze geben. Noebels sieht darin kein Problem: „Wir verfolgen alle dasselbe Ziel. Deshalb weiß jeder, dass eine solche Entscheidung am Ende der Mannschaft und damit dem Teamerfolg dient. Ich gehe davon aus, dass es jeden einmal treffen wird. Das Trainerteam wird darauf achten, die Einsätze zu verteilen und zu schauen, wo wir stehen. Deshalb ist es gut für uns, dass wir 17 Stürmer haben, die alle spielen können.“

Variationen werden sich auch dadurch ergeben, dass in der CHL aus dem vollen Kader geschöpft werden kann – ohne Vorgaben, was ausländische Spieler oder Junioren angeht. In der DEL müssen hingegen bei einem vollständigen Kader mit 19 Feldspielern drei Plätze mit U23-Spielern besetzt werden.

Noebels, der in seiner Karriere 125 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft absolvierte, hat neben seinen Einsätzen beim KEC natürlich auch die WM im Mai 2027 im Fokus, die in Düsseldorf und Mannheim ausgetragen wird. Den neuen Eishockey-Bundestrainer André Rankel, der in der vergangenen Woche vorgestellt wurde, kennt er aus seiner Berliner Zeit sehr gut. „Ich habe lange mit André zusammengespielt, sogar in einer Reihe“, berichtet Noebels. „André wird seine eigenen Vorstellungen haben, und ich bin gespannt, wie er es angeht.“