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1. FC KölnManuel Hartmann geht  Herausforderung ohne Nervosität an

4 min
02.11.2024, Fussball-B-Junioren-Bayer 04-1.FC Köln

TR: Manuel Hartmann (Köln)

Foto: Uli Herhaus

Manuel Hartmann, Trainer der U 21 des 1. FC Köln. 

Der neue Trainer der U 21 des 1. FC Köln startet mit seinem Team am Samstag in die Regionalliga-Saison. Gegner ist ein gern gesehener Gast.

Mit dem Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück beginnt für die U-21-Fußballer des 1. FC Köln am Samstag (14 Uhr) im Franz-Kremer-Stadion eine neue Regionalliga-Saison – und zugleich eine neue Ära. Erstmals steht Manuel Hartmann als Cheftrainer an der Seitenlinie. Für den 42-Jährigen ist die Aufgabe der nächste Schritt seiner Entwicklung, nachdem er zuletzt die U 17 des FC betreut hatte.

Der Wechsel kam kurzfristig Anfang Juli zustande, doch die Vorfreude auf die neue Herausforderung überwog schnell. Ganz ohne Wehmut sei der Abschied von seiner bisherigen Mannschaft nicht erfolgt. „Das Schwierigste war es, mich von meiner Mannschaft zu verabschieden. Ich war darauf eingestellt, sie noch ein Jahr in der U17 zu begleiten“, erklärte Hartmann. „Das war schon sehr emotional und da sind bei den Spielern und auch bei mir ein paar Tränchen geflossen.“

Manuel Hartmann befindet sich im regen Austausch mit Vorgänger Evangelos Sbonias

Viel Zeit zum Grübeln blieb ihm nicht. Während er seinerzeit samstags noch mit der U 17 arbeitete, startete bereits zwei Tage später das Trainingslager der U 21 in Hennef. Für Hartmann sei die neue Position genau die Aufgabe, auf die er in den vergangenen Jahren hingearbeitet habe. Zwischen Nachwuchs- und Profifußball könne er seine Vorteile am besten einbringen: „Ich bin überzeugt davon, dass ich im Übergangsbereich als Ex-Profi und Ex-Leader für die jüngeren Spieler meine Stärken am meisten ausspielen kann und der FC auch den größten Mehrwert bekommt.“

Die enge Zusammenarbeit und Verzahnung der verschiedenen Jahrgänge in der FC-Akademie hätten den Übergang aus der U 17 in die U 21 erleichtert. Mit seinem U-21-Vorgänger Evangelos Sbonias, der inzwischen zum Trainerteam der Profis gehört, habe Hartmann sich zuletzt fast täglich ausgetauscht: „Ich habe mich bei ihm erkundigt, wie der Kader aussieht, wie er die Vorbereitung angegangen wäre. Von seiner Erfahrung kann ich profitieren.“

Mein Anspruch ist immer, dass man im Spiel sieht, was wir uns erarbeitet haben. Ich verspüre dann diese Elektrizität im Körper und darauf freue ich mich
Manuel Hartmann, Trainer der U 21 des 1. FC Köln

Im Sommer 2023 waren Sbonias und Hartmann noch Konkurrenten im Auswahlprozess für die Position des U-21-Trainers. Damals setzte sich Sbonias durch. „Wir sind damit von Beginn an offen und kollegial umgegangen“, betonte Hartmann.

In den ersten Wochen mit der neuen Mannschaft sei es darum gegangen, Vertrauen aufzubauen und die Basis für die Zusammenarbeit zu schaffen: „Wir konnten den Rahmen in den Bereichen Mentalität, Intensität und Professionalität legen. Das sind für mich die Schlagwörter, die für eine U 21 essenziell sind.“

Ganz neu ist die Mannschaft für Hartmann keineswegs. Viele Gesichter im Kader kannte Hartmann bereits, weil er sie selbst in den jüngeren Jahrgängen trainiert oder – wie Assad Kotya-Fofana – sogar zum FC geholt habe. Entsprechend leicht sei der Einstieg gefallen.

Spielerisch setze Hartmann auf Kontinuität. Die Spielidee der Akademie soll sich auch bei der U 21 – und darüber hinaus – fortsetzen: „Wir wollen im Spiel pressen, aggressiv verteidigen, schnell den Ball wieder haben und variabel und flexibel mit dem Ball agieren – und hoffentlich auch attraktiven Fußball spielen. Denn deswegen gehen die Leute ins Stadion.“

Mit dem Regionalliga-Auftakt betritt Hartmann zwar als Cheftrainer Neuland, Nervosität verspüre er deshalb aber kaum. Vielmehr überwiege die Vorfreude auf die neue Bühne: „Mein Anspruch ist immer, dass man im Spiel sieht, was wir uns erarbeitet haben. Ich verspüre dann diese Elektrizität im Körper und darauf freue ich mich.“

U 21 des 1. FC Köln kassierte letzte Heimniederlage gegen Wiedenbrück 2017

Gleichzeitig wisse er, dass ihn in der Regionalliga andere Bedingungen erwarten – größere Kulissen, stärkere Emotionen und auch Gegenwind von den Rängen. „Vielleicht wird man mal irgendwo vor 2000 Zuschauern auf der Bank bepöbelt. Dann musst du klar bleiben, denn der Auftrag ist es, den Jungs zu helfen.“

Der SC Wiedenbrück ist im Franz-Kremer-Stadion zum Auftakt ein gern gesehener Gast. Die letzte Heim-Niederlage datiert aus dem Jahr 2017. Von den sieben Aufeinandertreffen am Geißbockheim seither gewann der FC fünf (zwei Unentschieden). Die statistischen Vorzeichen für einen gelungenen Hartmann-Einstieg sind also vorhanden.