Der Stürmer versucht sein Glück nach enttäuschenden Jahren in der Kölner Südstadt. Sein Debüt könnte er schon am Sonntag feiern.
Ex-Drittliga-TorschützenkönigJannik Mauses Neustart bei Fortuna Köln

Jannik Mause hat lernen müssen, dass es im Fußball nicht nur aufwärts geht.
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„Im Fußball kann es nicht immer nur nach oben gehen“, sagt Jannik Mause kurz nach seiner Ankunft beim SC Fortuna Köln. Erst vorige Woche hat der 28-jährige Stürmer seinen Vertrag beim 1. FC Kaiserslautern aufgelöst, um beim Drittliga-Aufsteiger neu zu starten. In der Südstadt steht der 1,88 Meter große Rechtsfuß unter besonderer Beobachtung. Schließlich kommt Mause mit dem Label „Drittliga-Torschützenkönig“ an die Vorgebirgsstraße.
In der Saison 2023/24 erzielte der gebürtige Aachener, der in den Nachwuchsleistungszentren des 1. FC Köln und Mainz 05 ausgebildet wurde, 18 Tore für den FC Ingolstadt. Danach wurde er für 600.000 Euro von den Roten Teufeln in die 2. Bundesliga geholt. Nun lässt er die Station in der Pfalz plus die beiden erfolglosen Leihen zu Greuther Fürth und RW Essen hinter sich.
Gute Erfahrung in Kaiserslautern
„Für mich persönlich war die Zeit in Kaiserslautern wertvoll“, erklärt Mause und ergänzt: „Ich habe viel Erfahrung gesammelt, man sieht Spieler wie Marlon Ritter oder Ragnar Ache und bekommt mit, welche Qualität in der 2. Bundesliga steckt.“
Seine eigenen Stärken konnte der ehemalige DFB-Juniorennationalspieler am Betzenberg (13 Spiele, zwei Tore und eine Vorlage) zu selten einbringen und scheiterte auch in Fürth (fünf Einsätze ohne Scorerpunkte) und RWE (zwölf Spiele, drei Treffer). „In Fürth war es schwierig, weil wir im Abstiegskampf waren und der Trainer auf erfahrene Spieler gesetzt hat“, blickt Mause auf das Frühjahr 2025 unter Jan Siewert zurück. Sein Leihgeschäft nach Essen wurde vorzeitig abgebrochen, wohl auch, weil es zwischen Stürmer und Trainer Uwe Koschinat nicht immer gepasst hatte.
In Bezug auf die damals öffentliche Kritik zu seiner Trainingsbereitschaft, Fitness und körperlichen Verfassung will Mause er die Fußballfans in der Südstadt beruhigen. „Ich habe mein letztes Drittliga-Spiel vor acht Monaten (beim 0:0 in Verl; Anm. d. Red.) gemacht und weiß, dass es nach der langen Pause ein bis zwei Wochen dauern kann, bis alles wieder funktioniert“, bemerkt der zuletzt bei Kaiserslauterns U 23 trainierende Angreifer.
Ursache für körperliche Probleme gefunden und behoben
Seine größten körperlichen Probleme, die schon vor fünf Jahren bei Alemannia Aachen auftraten, ihn bei den Schanzern in Ingolstadt aber nicht am 18-Tore-Rekord hinderten, seien ausgeräumt. Die wiederkehrenden Schmerzen an Adduktoren und Hüfte waren auf einen durch die Nerven fehlerhaft angesteuerten Muskel zurückgegangen. Erst im Frühjahr stellte ein Kölner Arzt die Ursache fest. Seitdem ist Mause schmerzfrei.
„Die ersten Einheiten waren anstrengend, aber ich kann mir schon vorstellen, im Kader für das Düsseldorf-Spiel zu sein“, sagt der Neuankömmling. Nicht nur im „durchweg positiven“ und „extrem wichtigen“ Austausch mit Cheftrainer Matthias Mink, sondern auch durch das Wiedersehen alter Weggefährten wie Tom Geerkens (FC Wegberg-Beeck), Vleron Statovci und Florian Heister (beide Alemannia Aachen), David Haider Al-Azzawe (TSV Steinbach) oder des ebenfalls „Last-minute“ verpflichteten Cedric Harenbrock (Junioren-Nationalmannschaft) konnte sich Mause schnell akklimatisieren. Und er möchte am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf gleich den ersten Erfolg im ausverkauften Südstadion feiern.
„Eigentlich gehört dieser Gegner von den Möglichkeiten und Gegebenheiten mindestens eine Klasse höher“, spricht Mause über den „Riesen“ aus der Landeshauptstadt. „Aber in dieser Dritten Liga kann jeder jeden schlagen. Bei uns überwiegt die Vorfreude, wir spüren weniger Druck.“
Jannik Mauses Rolle bei Fortuna
Auch wenn er nicht im Vollbesitz seiner fußballerischen Kräfte ist und den neuen Spielstil erst verinnerlichen muss, glaubt er, der Fortuna helfen zu können. „Ich möchte am Spiel teilnehmen, Bälle bekommen und versuchen, etwas zu kreieren“, ergänzt er die Ausführungen seines Chefcoachs Mink, der das „Bälle festmachen“ ebenso lobte wie seinen „Tiefgang“. Zwar pressten die Schanzer 2023/24 unter Michael Köllner höher, als es die Fortuna für gewöhnlich tut, Mause ist sich aber sicher: „Auch wenn wir vielleicht etwas defensiver stehen, können wir nach Ballgewinnen und im schnellen Umschalten sehr torgefährlich sein. Das war in Ingolstadt auch so.“
Dass es im Fußball nicht immer nur nach oben gehen kann, hat der gereifte Rheinländer in den vergangenen zwei Jahren erfahren. Nun möchte er mit Fortuna die Dritte Liga halten und auch persönlich wieder vorankommen. „Die Erwartungshaltung interessiert mich nicht wirklich“, stellt der Torschützenkönig von 2023/24 klar und ergänzt: „Dass ich damals die Kanone geholt habe, macht mich sehr stolz, aber es ist eben ein Tagesgeschäft.“
Natürlich werde man als Stürmer an Toren gemessen. Er möchte den Neustart in der Südstadt aber ohne Tor- oder Scorerziele angehen. „Für mich geht es darum, vollständig fit zu werden und wieder an meine Leistung heranzukommen. Dann kann ich der Mannschaft helfen und wieder diese Selbstverständlichkeit und Selbstvertrauen entwickeln.“
