Der 28-Jährige kennt die Dritte Liga aus vier Jahren bei Rot-Weiss Essen und Rostock. Sein Wissen soll dem Südstadt-Klub helfen.
Fortuna KölnNeuzugang Cedric Harenbrock setzt auf Zusammenhalt und Konkurrenzkampf

Fortuna Kölns Neuzugang Cedric Harenbrock soll mit seiner Erfahrung beim Kampf um den Klassenerhalt helfen.
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Es gibt Mannschaften, die sich nur über einzelne Spieler definieren. Und es gibt Mannschaften, deren größte Stärke darin liegt, dass einer für den anderen einsteht. Der SC Fortuna Köln gehörte in der vergangenen Saison zur zweiten Kategorie. Der Aufstieg in die Dritte Liga war nicht allein das Ergebnis von individueller Qualität, sondern auch von Zusammenhalt, Verlässlichkeit und einem Teamgefüge, das über Monate gewachsen war. Genau das Gefühl hat Cedric Harenbrock in der Südstadt schnell wahrgenommen. „Ich habe sofort gemerkt, dass es sehr familiär zugeht – und das ist nicht selbstverständlich“, sagt der 28-Jährige.
Harenbrock verstärkt die Offensive
Nach zwei Jahren beim FC Hansa Rostock ist der offensive Mittelfeldspieler zurück in Nordrhein-Westfalen. Fortuna soll für ihn mehr sein als die nächste Station: ein vertrautes Umfeld, eine neue sportliche Aufgabe – und möglichst bald wieder regelmäßige Spielzeit.
„Der Wechsel bringt mich wieder deutlich näher an meine Heimat, meine Familie und meine Freundin“, sagt der Neuzugang. Der gebürtige Wuppertaler wurde bei Bayer 04 Leverkusen ausgebildet, spielte anschließend sieben Jahre für Rot-Weiss Essen und sammelte zuletzt bei Rostock weitere Erfahrung im Profifußball. Für Essen und Rostock kommt er auf 95 Einsätze in der Dritten Liga, 16 Tore und 14 Vorlagen. Fortuna bekommt einen Akteur, der die Liga kennt und weiß, worauf es in engen Spielen ankommt.
Seine Rolle in Köln ist noch nicht endgültig festgelegt. Harenbrock möchte sich nicht mit der Rolle des Ergänzungsspielers begnügen, sondern um einen Platz in der Offensive kämpfen. „Natürlich hoffe ich auch auf möglichst viel Spielzeit, damit ich wieder in meinen Rhythmus komme“, sagt er. Der Konkurrenzkampf, etwa mit Nico Thier, schreckt ihn nicht ab. Im Gegenteil.
„Die Offensive ist sehr gut besetzt. Für die Mannschaft kann das nur gut sein, denn dadurch entsteht im Training und in den Spielen ein hoher Konkurrenzkampf“, sagt er. Jeder müsse um seinen Platz kämpfen, zugleich hebe die Qualität des Einzelnen das Niveau der gesamten Mannschaft. Fußball, sagt Harenbrock, sei schließlich auch ein Wettbewerb – und gerade dann hilfreich, wenn er die Spieler nicht voneinander entfernt, sondern einander näherbringt. Harenbrock selbst will vor allem im letzten Drittel wirken.
Am Sonntag gegen Hoffenheim II
„Ich sehe meine Stärken darin, Chancen zu kreieren und selbst torgefährlich zu sein. Dazu kommt meine Abschlussstärke“, erklärt der Mittelfeldakteur. Er wolle Mitspieler zudem in gute Situationen bringen. Dass die Dritte Liga nicht nur spielerische, sondern auch mentale Anforderungen stellt, weiß Harenbrock aus eigener Erfahrung: „Ich bin jetzt seit vier Jahren in der Dritten Liga und kenne sie deshalb schon ganz gut.“
Er kenne die unterschiedlichen Spielweisen und könne möglicherweise einschätzen, was gegen bestimmte Gegner gefragt sei. Dieses Wissen wolle er an seine neuen Mitspieler weitergeben. „Unser Vorteil kann sein, dass wir sehr geschlossen auftreten und als Mannschaft funktionieren“, sagt Harenbrock. Wenn jeder für den anderen arbeite und seine Aufgabe erfülle, könne Fortuna auch gegen individuell stärker besetzte Mannschaften bestehen.
Das dürfte am Sonntag bei der TSG Hoffenheim II besonders wichtig werden. „Hoffenheim II ist eine starke und individuell gut besetzte Mannschaft“, sagt Harenbrock: „Sie versuchen, Situationen immer spielerisch zu lösen“. Mit dem 17-jährigen Jakov Dedic (vier Spiele, zwei Tore) hat Hoffenheim zudem ein großes Talent in den eigenen Reihen. Die ersten Spiele in der Dritten Liga haben gezeigt, dass Fortuna auch gegen anspruchsvolle Gegner bestehen kann.
Nach der Auftaktpleite gegen Großaspach (0:1) trotzen die Südstädter jeweils Alemannia Aachen (1:1) und Fortuna Düsseldorf (0:0) einen Punkt ab, beim SC Verl gewann die Mannschaft von Trainer Matthias Mink mit 2:1 und steht somit bei fünf Punkten nach vier Spielen. Nun soll aus den gesammelten Erfahrungen ein Fundament für die weitere Saison entstehen.
Das Teamgefüge bildet dafür die Basis, erklärt Harenbrock: „Es ist nicht so, dass hier jeder nach dem Training sofort nach Hause fährt. Die Jungs verbringen gern noch etwas Zeit miteinander. Ich finde es schön, dass dieser Zusammenhalt beibehalten wird und auch mit den Neuzugängen weiterlebt. Das war und ist eine Stärke von uns.“ Am Ende formuliert Harenbrock das Saisonziel dennoch bewusst nüchtern: „Ich glaube, niemand hat vor abzusteigen. Ich habe das noch nie erlebt und will es nie erleben.“

