Fortunas Präsident Hanns-Jörg Westendorf spricht Klartext. Und gibt Trainer Matthias Mink die volle Rückendeckung.
Krise bei Fortuna Köln„So können wir nicht weitermachen. Das weiß jeder im Klub“

Präsident Hanns-Jörg Westendorf hofft auf den Umschwung bei Fortuna Köln.
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Vier Niederlagen in Serie, fünf Spiele mit einem mageren Offensivertrag (ein Tor) und der vorletzte Tabellenplatz: Die Bilanz des Aufsteigers SC Fortuna Köln ist in wenigen Zahlen erzählt. Beim 1:2 gegen die Würzburger Kickers mühte sich die Elf von Trainer Matthias Mink nach Kräften, am Ende stand trotzdem eine Niederlage auf dem Papier. Der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen ist wieder etwas gewachsen.
Unterstützung für Trainer Matthias Mink
Fortuna Kölns Präsident Hanns-Jörg Westendorf zeigt sich unzufrieden: „Dass wir gegen den Abstieg spielen würden, war uns von Anfang an klar. In dieser starken und gut besetzten Liga müssen wir uns mit namhaften Gegnern messen. In den ersten Spielen waren wir mit der Punktausbeute zufrieden. Was danach kam, habe ich ehrlich gesagt so nicht erwartet: Fünf Spiele, in denen wir nur ein Tor erzielt haben, den Elfmeter eingeschlossen, und vor allem vier Niederlagen in Folge.“ Die Liste, mit der sich der Klub aus dem Kölner Süden derzeit auseinandersetzen muss, ist lang.
Westendorf sieht auch unbeeinflussbare Faktoren im Spiel. „Sicherlich war auch viel Pech dabei.“ Die Fortuna sei nie die schlechtere Mannschaft gewesen, in Münster hätte sie 1:0 führen müssen. Auch gegen Würzburg sei man nicht die schlechtere Mannschaft gewesen, selbst wenn es insgesamt kein gutes Spiel gewesen sei. Und gegen Stuttgart sei die Fehlentscheidung des Schiedsrichters als unglücklicher Umstand hinzugekommen, erklärt Westendorf.
Das Pech soll aber keine Ausrede sein: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht plötzlich sechs Punkte Rückstand haben. Drei Punkte kannst du innerhalb eines Spiels aufholen. Wenn du aber sechs oder sogar neun Punkte hinterherhängst, wird es verdammt schwierig. Es hilft uns jetzt nicht weiter, einfach zu sagen, dass alles unglücklich gelaufen ist. Wir brauchen Punkte. Wir haben noch 26 Spiele vor uns, und die müssen wir nutzen. Die Situation müssen wir verdammt ernst nehmen“, so der Präsident.
Der Blick richtet sich nun auf Samstag, wenn die Fortuna bei Waldhof Mannheim (Carl-Benz-Stadion, 14 Uhr) antritt. Es geht um den ersten Sieg seit Wochen und darum, den Anschluss nicht vollends zu verlieren. Westendorf gibt Trainer Mink diesbezüglich volle Rückendeckung: „Er ist sich bewusst, dass wir Punkte holen müssen. Den Elfmeter kann er schließlich nicht selbst verwandeln, und auch die Chancen in Münster kann er nicht selbst nutzen. Wir müssen weiterarbeiten und unsere Stärken beibehalten, insbesondere in der Abwehr und im defensiven Verhalten. Offensiv müssen wir allerdings effizienter werden und endlich eine eingespielte Formation finden. Aber ich stelle Matthias als Trainer nicht infrage.“
Westendorf warnt und hofft auf Verbesserung
Mit Blick auf den Kader verweist der 61-Jährige darauf, dass die Fortuna vor gerade einmal drei Monaten aufgestiegen sei; damals sei die Welt noch in Ordnung gewesen. „Mit einem überschaubaren Etat sind wir aus der Regionalliga West in die Dritte Liga gekommen. Vor Ende der Transferperiode haben wir noch einmal in die Tasche gegriffen und für unsere Verhältnisse namhafte Spieler als Verstärkungen geholt“, sagt Westendorf. Diese müssten nun schnell vollständig in die Mannschaft integriert werden. Dessen sei sich auch Mink bewusst. „Ich vertraue auf seine Fähigkeiten.“
Sein Fazit fällt deutlich aus: „Wir sind uns der Schwierigkeit und der kritischen Situation bewusst. Wir nehmen das nicht einfach hin, denn wir wissen, dass wir uns jetzt keine weiteren Niederlagen erlauben können. Wir müssen den Anschluss halten. Wir glauben an den Trainer und an die Mannschaft, müssen aber schnell den Hebel umlegen. So können wir nicht weitermachen. Das weiß jeder im Klub.“ Am Samstag in Mannheim wird sich zeigen, wie schnell dieser Hebel umgelegt werden kann.
