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Pokalduell mit Eintracht HohkeppelEine Pflichtaufgabe mit Tücken für Fortuna Köln

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Iraklis Metaxas während seiner Zeit als Trainer bei Eintracht Hohkeppel an der Seitenlinie.

Iraklis Metaxas während seiner Zeit als Trainer bei Eintracht Hohkeppel an der Seitenlinie. 

Der Südstadt-Klub will in die nächste Runde des Mittelrheinpokals. Hohkeppels Ex-Trainer Iraklis Metaxas, Coach der U23 von Fortuna Köln, warnt vor dem Gegner.

Auf dem Papier ist die Rollenverteilung klar: Drittligist Fortuna Köln tritt am Samstag (15 Uhr) in der ersten Runde des Mittelrheinpokals beim Mittelrheinligisten Eintracht Hohkeppel an. Gespielt wird im Parkstadion des TuS Lindlar, weil die Anlage in Köttingen den Sicherheitsanforderungen nicht genügt. Doch im Pokal kann aus einer Pflichtaufgabe schnell eine unangenehme Prüfung werden.

Metaxas warnt vor Hohkeppel

Iraklis Metaxas, derzeit Trainer von Fortuna Köln II, stand von Oktober 2024 bis April 2025 bei Hohkeppel an der Seitenlinie, bevor der 59-Jährige in den Kölner Süden wechselte. „Jedes Spiel ist erst einmal schwierig, jedes Spiel muss man annehmen. Und der Pokal ist immer anders schwierig, weil es immer wieder Überraschungen gibt“, sagt der gebürtige Kölner.

Hohkeppel werde die Partie als „Highlightspiel des Jahres“ begreifen. Fortuna brauche Geduld, wenn der Gegner tief stehe und jeden Zweikampf annehme. „Fortuna hat die bessere Mannschaft und das bessere Spielerpotenzial“, sagt Metaxas. Dennoch müsse der Drittligist aufpassen. „Der Hauptgrund ist, dass man sich von diesen Umständen, von diesen etwas amateurhafteren Umständen, dazu verleiten lässt, das Spiel nicht so anzugehen wie ein Pflichtspiel. Sonst würde ein Erstligist nie gegen einen Drittligisten oder geschweige denn gegen einen Viertligisten verlieren. Das kommt aber immer wieder vor, weil die Fahrt dorthin und die ganzen Umstände nicht mehr so sind, wie man sie als Profi gewohnt ist.“

Hohkeppel spielte in der Saison 2024/25 in der Regionalliga West. Die fehlende Infrastruktur machte dem Verein damals jedoch einen Strich durch die Rechnung und verhinderte den Klassenerhalt. Nach dem vorhergegangenen Aufstieg hatte Hohkeppel sogar den Sprung in die Dritte Liga als Ziel ausgegeben. Metaxas fand das mutig, wie er erzählt: „Mir hat das gefallen. Das ist ein Grundgedanke, der mir sehr liegt. Über den Weg, wie man diese Ziele verfolgt, konnte man sicherlich geteilter Meinung sein – aber die Ziele an sich finde ich gar nicht so falsch.“


Der SC Fortuna Köln hat auf den Kreuzbandriss von Jasper Löffelsend reagiert und Florian Heister verpflichtet. Der 29-jährige Rechtsverteidiger, der auch links eingesetzt werden kann, löste erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag beim Liga-Konkurrenten Alemannia Aachen auf. Der gebürtige Neusser bringt viel Erfahrung mit: 19 Einsätze in der 2. Bundesliga für Jahn Regensburg, sowie 78 Spiele in der 3. Liga und 84 in der Regionalliga West stehen für den Rechtsfuß zu Buche. Zudem wurde er mit Aachen und Viktoria Köln Regionalliga-Meister. Bei Fortuna trifft er auf Trainer Matthias Mink, unter dem er bereits beim TSV Steinbach spielte und Robin Afamefuna, der ebenfalls aus der Kaiserstadt in die Kölner Südstadt gewechselt war.


Auch Kevin Theisen betont die weiterhin hohen Ambitionen seines Vereins. „Wir wollen in der Liga wieder ganz oben mitspielen, das hat für uns oberste Priorität“, stellt Hohkeppels Sportdirektor und Geschäftsführer klar. Die Mannschaft haben sie nach dem knapp verpassten Wiederaufstieg 2025/26 deutlich verjüngt. Um Leistungsträger wie Firat Tuncer oder Rudolf Gonzalez wurde ein neues Gerüst aufgebaut, das „Hunger und Gier“ ins Team bringen soll.

Kontroverse Verpflichtung

Besonders die Verpflichtung eines ehemaligen Jugendspielers des 1. FC Köln sorgte dabei für Kontroversen. Der 22-Jährige wurde im April vom Landgericht Köln zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt. Nach Überzeugung der Kammer hatte er sich auf der A555 ein illegales Autorennen geliefert. Einem daraus resultierenden Unfall starben eine Mutter und ihre Tochter. Die Verteidigung legte Revision ein, das Urteil ist deshalb noch nicht rechtskräftig. Vor dem Pokal-Kracher lässt Theisen keine Unruhe zu und betont die rein sportliche Bewertung des Sommertransfers. Auf den Social-Media-Sturm bezog der Verein schon Juni Stellung, ordnete die Raserei als „tragischen Verkehrsunfall“ ein und erklärte „einem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auf den Fußball zu konzentrieren.“

Herausfordernd beschreibt Theisen die Organisation rund um den Pokalkracher gegen die Fortuna. „Wir haben mit rund 60 Helfern alles getan, um am Samstag einen besonderen Fußballnachmittag erleben zu können“, sagt der Geschäftsführer. Auch wenn er rund um den Mittelrheinpokal alle Hände voll zu tun hatte, blieb er einem Ritual treu. Einmal die Woche tauscht sich Theisen mit Metaxas aus. „Wir haben nach wie vor ein super Verhältnis und tauschen uns immer gerne über Fußball aus“, attestiert er seinem Ex-Trainer großen Sachverstand. Dessen Einordnung als „Highlightspiel des Jahres“ teilt Theisen unbedingt und ergänzt: „Für uns muss alles zusammenkommen, um dieses Spiel zu gewinnen.“