Beim Final-Four-Turnier in Frankfurt trifft das Team von Trainer Tibor Weißenborn auf den Berliner HC.
HockeyRot-Weiss Köln feiert nach 7:4 beim Club an der Alster Einzug ins DM-Halbfinale

Die Hockeyspielerinnen von Rot-Weiss Köln feiern nach dem Sieg beim Club an der Alster ihren Einzug ins DM-Halbfinale.
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Die knapp 100 mitgereisten Fans sangen „Oh, wie ist das schön“, Trainer Tibor Weißenborn pustete kräftig durch und die Kölner Spielerinnen tanzten im Kreis: Die Freude und Erleichterung über den Einzug ins Final Four waren unübersehbar, schließlich hatte der KTHC Rot-Weiss die Endrunde im Kampf um die Deutsche Hallen-Meisterschaft zuletzt dreimal in Folge verpasst.
„Die Mädels haben sich das Ticket nach Frankfurt maximal verdient“, kommentierte Weißenborn den 7:4 (4:2)-Erfolg im Viertelfinale beim Club an der Alster. „Pünktlich zu den Playoffs die beste Saisonleistung abzurufen, zeugt von Qualität.“
Die Mädels haben sich das Ticket nach Frankfurt maximal verdient. Pünktlich zu den Playoffs die beste Saisonleistung abzurufen, zeugt von Qualität
Gerade in puncto Intensität und Einstellung sei man „auf den Punkt dagewesen“. Vor allem im zweiten Viertel, als Sophie Prumbaum (17.), Antonia Lonnes (19.), Maja Weber (22., Kurze Ecke) und Inma Hofmeister (23.) die Kölner Konterstärke gnadenlos ausspielten und ein 0:1 wettmachten – 4:1. Die frühere RW-Akteurin Hannah Gablac verhinderte mit ihrem Eckentreffer 30 Sekunden vor der Halbzeit ein perfektes Viertel aus Sicht der Gäste.
In der 46. Minute war es Nika Hansen, die ein starkes Solo mit dem Treffer zum 5:2 krönte. Doch Emelie Tödter (51., KE) und Nele Aring (56., Siebenmeter) brachten den Champion der Nord-Staffel wieder auf 4:5 heran. Auf den Doppelschlag durch Hansen (56.) und Paula Brux (57.) fanden die Hamburgerinnen aber keine Antwort mehr.
Trainer Tibor Weißenborn lobt den Teamgeist von Rot-Weiss Köln
Angesichts sechs unterschiedlicher Torschützinnen hob Weißenborn einmal mehr die Breite des Kaders hervor: „Wir haben nicht die eine Spielerin, die alles kurz und klein schießt. Wir sind einfach unberechenbar.“ Auch der Teamgeist sei ein großer Trumpf. Selbst nicht in den Kader berufene Spielerinnen wie Mai Steinebach oder Fee Mazkour (Weißenborn: „Das waren absolute Härtefälle“) fieberten von der Tribüne aus mit und feuerten ihre Teamkolleginnen unentwegt an.

Lisa Höllriegl, Torhüterin von Rot-Weiss Köln, pariert im Viertelfinale gegen den Club an der Alster einen Torschuss.
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„Auch in der Endrunde werden wir jede Einzelne brauchen“, betont der Olympiasieger vor dem Halbfinale am Samstag (14.15 Uhr) gegen den Berliner HC. „Wir reisen mit dem kompletten Hallenkader an und werden alle gemeinsam das Abschlusstraining am Freitag bestreiten – unabhängig davon, wer es ins Aufgebot schafft.“
So oder so erwartet Weißenborn eine knifflige Aufgabe gegen die stärkste Mannschaft aus dem Osten, die wie der Club an der Alster ohne Punktverlust durch die Hauptrunde marschierte. Das Ergebnis im Viertelfinale gegen den Münchner SC (3:2) bezeichnet der Coach als „typisch. Berlin verteidigt extrem kompakt und ist genau wie wir sehr, sehr schwer zu knacken.“ Hinzu kämen Unterschiedsspielerinnen wie die frisch gebackenen Hallen-Europameisterinnen Benedetta Wenzel (Abwehr) und Philine Drumm. Letztere holte sich mit 30 Hauptrunden-Treffern die Torjägerkanone und schlug auch im Duell mit dem MSC wieder zweimal zu.
Zu einem Wiedersehen mit EM-Heldin Julia Sonntag dürfte es nicht kommen, zumindest nicht auf dem Feld. Zum einen fehlte die Kölner Keeperin in Hamburg krankheitsbedingt, zum anderen erwies sich Lisa Höllriegl einmal mehr als sicherer Rückhalt im Tor.
Sie und ihre Vorderleute greifen nun in Frankfurt nach dem Blauen Wimpel. Im Falle eines Erfolgs über Berlin käme es im Endspiel am Sonntag (12 Uhr) entweder zum Duell mit Titelverteidiger Mannheimer HC oder West-Champion Düsseldorfer HC. „Klar wollen wir ins Finale, aber dafür müssen wir voll da sein“, so Weißenborn. Ein Appell, der sich auch an die Fans und Spielerinnen auf der Tribüne richtet.

