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HockeyRot-Weiss Köln vermisst seine Vollstrecker

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Jubel bei Raphael Hartkopf (l.) und Rot-Weiss Köln in der Partie gegen Harvestehude.

Das Team von Trainer Pasha Gademan unterliegt Harvestehude 5:6 nach Penaltyschießen und gewinnt 6:1 gegen den Club an der Alster.

Die Feldhockey-Weltmeisterschaft hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Als sich die acht WM-Helden des KTHC Rot-Weiss Köln am Samstag kurz vor dem Anpfiff der Bundesliga-Saison zum Gruppenfoto aufstellten, trugen nur vier von ihnen ein Trikot. Kapitän Tom Grambusch, Christopher Rühr, Justus Warweg und Michel Struthoff mussten zum Auftakt gegen den Harvestehuder THC allesamt verletzungsbedingt zuschauen und posierten in lässiger Zivilkleidung.

Während letzteres Trio schon beim nächsten Heim-Doppelspieltag gegen München und Berlin wieder zum Schläger greifen soll, wird Grambusch wohl frühestens am 11. Oktober auf den Platz zurückkehren. Dann steht in Eindhoven das voraussichtlich entscheidende Match gegen den belgischen Topklub Royal Orée im Kampf um den Einzug ins EHL-Finalturnier an.

Das sind zwei verschenkte Punkte. Wir hatten die Spielkontrolle und satte 28 Kreiseintritte, haben aber nur eine einzige Ecke herausgeholt und uns einfach nicht belohnt
Pasha Gademan, Trainer von Rot-Weiss Köln

Auch ohne die vier besagten Weltmeister bekamen die Zuschauer im Rewe-Sportpark tolles Hockey geboten. Nachdem die Einlaufkinder rot-weiße Luftballons in den Himmel hatten emporsteigen lassen, lieferten sich die beiden Halbfinalisten der Vorsaison ein intensives Match. Nach der 5:6 (1:1, 0:0)-Niederlage im Penaltyschießen sprach Cheftrainer Pasha Gademan allerdings von „zwei verschenkten Punkten. Wir hatten die Spielkontrolle und satte 28 Kreiseintritte, haben aber nur eine einzige Ecke herausgeholt und uns einfach nicht belohnt.“

Nicht nur Rühr, Warweg und Struthoff wurden als Vollstrecker schmerzlich vermisst, sondern auch Fabio Seitz. Der Stürmer musste nach einem Stockschlag mit einer offenen Wunde am Schienbein früh vom Feld – und fällt wohl länger aus. Trotzdem steuerte RWK nach dem Führungstreffer durch Raphael Hartkopf (42.) auf einen Heimsieg zu, ehe aus heiterem Himmel der Ausgleich fiel (52./Kurze Ecke). Im Penaltyschießen scheiterten Zugang Hugo von Montgelas und Hartkopf am deutschen U-21-Nationaltorhüter Jasper Ditzer, so dass die Gäste aus Hamburg den Extrapunkt entführten.

Immerhin: Den Bundesliga-Spielerinnen des KTHC Rot-Weiss gelang nur wenige Stunden später die Revanche, denn beim Debüt ihres neuen Trainers Julian Tarres bezwangen sie den HTHC mit 4:3 (1:0, 1:1) im Shoot-out. Nicht zuletzt dank ihrer Nummer eins Lisa Höllriegl, die zum Saisonauftakt gleich vier Penaltys entschärfte.

Für Gademan war das Glas trotz des fehlenden Happy Ends halb voll: „Die Jungs haben große Überzeugung ausgestrahlt und mir persönlich sehr viel Freude bereitet. Es hat Bock gemacht zuzusehen.“ Tags darauf sollte auch das Resultat stimmen. Die Kölner Führung durch Paul Glander (13.) glich der Club an der Alster zwar per Ecke aus (22.), doch im dritten Viertel bescherte Florian Adrians der Heimmannschaft per Doppelschlag einen Zweitore-Vorsprung (32./40.).

Jakob Brilla, Hugo von Montgelas und Paul Glander stechen bei Rot-Weiss Köln heraus

In der 46. Minute zeigte Jakob Brilla, warum man ihn im Sommer verpflichtet hatte: Der Zugang vom TSV Mannheim versenkte eine Ecke wuchtig zur 4:1-Führung. Anschließend machten Glander (49.) und Hartkopf (58.) das halbe Dutzend voll – 6:1.

Neben dem neu verpflichteten Weltmeister-Duo um Abwehr-Ass Brilla und Mittelfeldmotor von Montgelas (Gademan: „Durch ihn wird unser Spiel noch attraktiver“) stach auch Glander heraus. Der Außenverteidiger wurde am Sonntag kurzerhand zum Zehner umfunktioniert und stellte mit zwei Toren und einem Assist (zum 3:1) seine Spielmacher-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Gademan sprach von einem „überragenden Auftritt“. Einem Auftritt, der Lust gemacht hat auf mehr.