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MittelrheinpokalBlau-Weiß Köln feiert sich und seine Leistung

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7.10.2026, Köln: Sport - Fußball Mittelrheinpokal -  Eichenkreuz Sportanlage Köln - Blau-Weiß Köln vs Viktoria Köln - Trainer Daniel Hubert Blau Weiß Köln.  Foto: Thilo Schmülgen

Daniel Hubert, Trainer von Blau-Weiß Köln

Der Landesligist verliert gegen Viktoria Köln, ist aber dennoch zufrieden. Porz und Lindenthal sind ebenfalls raus.

Mit Sprechchören feierten Fans, Spieler, Betreuer und Trainerteam ihren SC Blau-Weiß Köln. Kurzzeitig wirkte es, als sei dem Fußball-Landesligisten der große Coup im Mittelrheinpokal gelungen. Als habe der Außenseiter die Profis von der anderen Rheinseite mehr als nur ein bisschen ärgern können. Tatsächlich war es aber der Stolz über die sportliche Leistung und das Event als Ganzes, der den blau-weißen Jubel auslöste. Denn die Amateure hatten sich am Mittwochabend trotz starker Leistung in der zweiten Runde des Pokals dem Drittligisten Viktoria Köln mit 0:2 geschlagen geben müssen. Doch Trauer herrschte keinesfalls.

„Ich finde, wir haben uns hier sehr, sehr gut verkauft“, sagte Sven Henke, Sportlicher Leiter des Landesligisten. „Wir haben hier Fußball gespielt und mutig hinten raus das Spiel gemacht. Man hat teilweise den Unterschied zwischen den Ligen nicht gemerkt.“ Lediglich in zwei Szenen wurde er sichtbar: beim wuchtigen Kopfballtor von Jakob Sachse in der 42. Minute sowie bei der schönen Kombination vor dem 2:0-Endstand durch Niklas Jahn (77.).

Blau-Weiß lässt Chancenliegen

Kurz zuvor hatte Blau-Weiß mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich liegen gelassen. „Wir hatten eine ungefähr zehnminütige kleine Druckphase mit zwei Ecken hintereinander, tollen Kombinationen und leider auch einem guten gegnerischen Torwart, der auf dem rutschigen Boden die Bälle abgefangen hat“, resümierte Henke. „Wir haben sehr viel dazugelernt. Wir planen weiterhin, Partys und solche Veranstaltungen durchzuführen. Und wer weiß, ob so ein Los oder noch einmal etwas Ähnliches kommt. Wir sind auf jeden Fall bestens darauf vorbereitet.“

Marian Wilhelm, Trainer der Viktoria, war hingegen unzufrieden. „Unsere Leistung war nicht gut“, kritisierte der Coach des Drittliga-Zweiten. „Wir hatten viel Ballbesitz und viel Kontrolle, aber für das, was wir können, einfach zu wenig Druck auf das Tor. Die Bedingungen kommen sicherlich dazu, aber das darf für heute keine Ausrede sein.“

Wilhelm meinte damit das Flutlicht, das im Vergleich zu professionellen Bedingungen eher einer Taschenlampe entsprach, sowie die 20-minütige Gewitterunterbrechung in der zweiten Halbzeit. Hinzu kam der Gegner, „kein normaler Landesligist“, wie Wilhelm attestierte. „Blau-Weiß muss man hervorheben: Der Gegner hat in ganz vielen Spielsituationen sehr, sehr gut verteidigt und sich in der zweiten Hälfte auch einige Spielanteile geholt.“ Letztlich habe seine Mannschaft aber die wichtigste Aufgabe erfüllt: den Einzug in die nächste Runde.

Während die Viktoria am Sonntag (16.30 Uhr) nach der langen Länderspielpause das Westduell bei Alemannia Aachen bestreitet, empfängt Blau-Weiß in der Landesliga 1 am Fort Deckstein den TuS Oberpleis (15.15 Uhr).

Porz und Lindenthal scheiden aus

Am Mittwochabend endete auch für zwei andere Kölner Klubs die Pokalreise. Die Mittelrheinligisten SpVg Porz und SC Borussia Lindenthal-Hohenlind sind ausgeschieden.

Porz musste sich beim FC Hennef 05 mit 0:1 (0:0) geschlagen geben. „Das Ergebnis ging in Ordnung, weil der Gegner spritziger war und mehr Torchancen hatte“, fand Porzer Co-Trainer Tugay Düzelten. Die SpVg hatte den Pokalwettbewerb genutzt, um Akteuren Spielzeit zu verschaffen, die bislang weniger zum Einsatz gekommen waren. So feierte Levent Salih Usta seine Pflichtspielpremiere im Porzer Dress, und auch Hyunjin Lim und Ade Mihdi durften sich über einen ungewohnten Startelfeinsatz freuen.

Während die Hennefer munter aufspielten, kamen die Gäste kaum zu aussichtsreichen Abschlusssituationen. Nach 63 Minuten erzielte Philipp Köhl dann das überfällige 1:0 für die 05er. Der eingewechselte Abderrahman Rabhi vergab die beste Chance auf den Ausgleich, scheiterte aber am Hennefer Keeper. „Wir müssen das Ausscheiden akzeptieren. Unser Fokus gilt dem Abstiegskampf in der Meisterschaft“, betonte Düzelten. Sein Team tritt am Sonntag (15.30 Uhr) in der Meisterschaft beim TuS Blau-Weiß Königsdorf an.

Lindenthal kassiert Abreibung

Keine Chance hatte der SC Borussia Lindenthal-Hohenlind beim FC Wegberg-Beeck. Mit 0:6 (0:4) endete die Partie im Beecker Waldstadion. „Es kam wirklich einiges zusammen“, sagte Borussia-Coach Sascha Zinken mit Blick auf eine auf mehreren Positionen veränderte Startelf, auf das für den tiefen Naturrasenplatz falsche Schuhwerk vieler Spieler und auf einen bärenstark aufspielenden Kontrahenten. „Die Wegberger Mannschaft war die beste, die ich aus unserer Liga bislang gesehen habe. Selbst mit unserer vermeintlich besten Elf hätten wir wohl verloren“, wollte Zinken keine Ausreden suchen.

Die Niederlage hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn nicht Keeper Lasse Behlen einen so guten Tag erwischt hätte. Der Lindenthaler Torwart zeigte sich mehrfach auf dem Posten und parierte auch einen Elfmeter, den es beim Stand von 0:2 nach einem Foul von Linus Brockmeyer gegeben hatte. Für die Gastgeber trafen Merlin Schlosser (8.), Timo Agaltsev (16.), Nico Czichi (31.), Paul Daniels (33., 48.) und Tim Beckers (54.). „Ich hoffe, dass einige unserer Spieler aus dieser Begegnung etwas mitgenommen haben. Die Niederlage müssen wir jetzt abhaken und uns auf die Liga konzentrieren“, erklärte Zinken.

Seine Mannschaft spielt am Sonntag (15.30 Uhr) bei der U23 von Fortuna Köln, die als Reserveteam im Mittelrheinpokal nicht spielberechtigt ist.