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Nicole Bender-Rummler„Es wird Zeit, dass wir beim 1. FC Köln Geschichte schreiben“

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Google Pixel Frauen-Bundesliga: 1. FC Köln - 1. FFC Turbine Potsdam, 11.05.2025 Nicole Bender-Rummler. Google Pixel Frauen-Bundesliga, 1. FC Köln - 1. FFC Turbine Potsdam, 22. Spieltag, am 11.05.2025, Franz-Kremer-Stadion, Köln DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video *** Google Pixel Frauen Bundesliga 1 FC Köln 1 FFC Turbine Potsdam, 11 05 2025 Nicole Bender Rummler Google Pixel Frauen Bundesliga, 1 FC Köln 1 FFC Turbine Potsdam, 22 Spieltag, am 11 05 2025, Franz Kremer Stadion, Köln DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Meuselx

Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball beim 1. FC Köln. 

Die  Direktorin für Frauen-und Mädchenfußball  spricht im Interview über die Erfolge des Bundesligateams und die starke Nachwuchsarbeit.

Frau Bender-Rummler, sind Sie froh, dass Sie sich – anders als in den Vorjahren – bereits seit Weihnachten der Planung der kommenden Saison widmen konnten?

Nicole Bender-Rummler: Natürlich war die Freude sehr groß, weil es erstmals so war, dass wir entspannt und frühzeitig planen konnten. Das war ein gutes Gefühl, so früh in der Saison zu spüren, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Da kann ich mich dran gewöhnen.

Hinter dem 1. FC Köln liegt die beste Saison seiner Bundesliga-Geschichte. Was war das Erfolgsrezept dahinter?

Am Anfang der Saison lief es noch etwas holprig, aber im Verlauf der Saison hat man klar die sportliche Entwicklung gesehen. Auf dem Platz, aber auch menschlich hat sich die Mannschaft hervorragend weiterentwickelt. Wir haben eine Wahnsinnsenergie im Team. Diese Dynamik ist auch ein Erfolgsrezept.

Trotz einer zwischenzeitlichen Durststrecke war die Rückrunde unterm Strich sogar um einen Punkt erfolgreicher als die Hinrunde. Hat der sieglose Februar mit insgesamt drei Niederlagen zwischenzeitlich an den Nerven gezerrt?

Gar nicht, weil wir wussten, was wir können und Vertrauen hatten. Britta Carlson und ihr Trainerteam haben jedes Spiel und jede Phase sehr gut analysiert und die richtigen Hebel gefunden. Die Mädels sind alle lernfähig und entsprechend haben wir gesehen, dass sie das Ruder herumgerissen haben.

Die Mannschaft hat die Messlatte mit dem siebten Platz und 37 Punkten selbst sehr hoch gelegt. Mit welchem Ziel gehen Sie in die kommende Saison? Schielen Sie Richtung Europa?

Nein, wir müssen bei allen Ambitionen auch immer einen klaren Kopf bewahren. Wir sind gut beraten, weiter Schritt für Schritt zu planen. Ich habe immer gesagt, dass wir geduldig sein müssen. Wir werden natürlich jetzt an dieser Saison gemessen und natürlich wollen wir uns weiterentwickeln. Wir haben aber noch keinen Tabellenplatz für die kommende Saison ausgegeben. Wir sammeln jetzt erstmal unsere Kräfte. Wenn der Kader komplett steht, werden wir schauen, welche Ziele wir uns stecken.

Mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FSV Mainz 05 steigen zwei Vereine auf, die sicher größere Ambitionen haben werden als nur den Klassenerhalt. Erhöht das auch den Druck auf den FC, weil inzwischen beinahe jeder Handgriff sitzen muss, um die eigene Entwicklung nicht zu gefährden?

Je besser die Konkurrenz ist, desto besser werden wir auch und müssen es auch sein. Wir wollen uns mit den Besten messen, da ist es egal, wie der Verein heißt oder welcher Klub in der Ersten Liga spielt. Eine starke Bundesliga ist gut für uns alle. Ich freue mich aber für den VfB Stuttgart und unseren ehemaligen Trainer Sascha Glass.

Mit Sara Agrez, Adriana Achcinska und Aurora Mikalsen verliert der FC durchaus Qualität. Warum ist es nicht gelungen, diese Spielerinnen zu halten?

Es gehören ja immer zwei Seiten zu Verhandlungen und Gesprächen. Da gilt es dann auch die Schritte zu respektieren, die die Spielerinnen gehen wollen. Sara Agrez wollte schon immer mal nach England, jetzt kann sie in Liverpool spielen. Wir drücken ihr die Daumen, dass sie dort erfolgreich sein wird. Es ist schön zu sehen, dass englische Klubs mittlerweile auch Spielerinnen von uns holen wollen. Das heißt, dass wir sichtbar sind und einen guten Job machen. Das würde ich dann nicht negativ beurteilen. Ada war jetzt fünf Jahre bei uns und will jetzt noch mal einen Schritt außerhalb ihres zuletzt gewohnten Umfelds gehen. Aurora möchte gerne mehr Spielzeit, die konnten wir ihr nicht zusichern. Irina Fuchs hat es als junge Torhüterin in dieser Saison bis zu ihrer Verletzung richtig gut gemacht und auch Lisa Schmitz war bei ihren Spielen ein Rückhalt.

Auf der anderen Seite hat mit Sandra Jessen eine Spielerin, die im Fokus englischer Vereine stand, ihren Vertrag beim 1. FC Köln verlängert. Werten Sie dies auch als Vertrauensbeweis für Ihre Arbeit?

Das zeigt, dass wir Topspielerinnen halten können, auch wenn englische Klubs interessiert sind. Wir haben alles dafür getan, dass es Sandra und ihrer Familie bei uns gut geht. Ihr war es dann wichtig, dem Verein etwas zurückzugeben. Das spiegelt auch ihren Charakter wider und ist schon eine romantische Seite des Fußballs.

Wir sind mit unserer Akademie ein Aushängeschild in Deutschland
Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen-und Mädchenfußball beim FC, über die Nachwuchsarbeit des Klubs

Mit Pauline Nelles kehrt eine Spielerin ans Geißbockheim zurück. Wird die ehemalige deutsche U-Nationalspielerin auch direkt zur Nummer eins zwischen den Pfosten?

Da müssen wir die Vorbereitung abwarten. Wir sprechen keine Stammplatzgarantie aus. Für Paule gilt es erst einmal nach ihren Jahren in den USA möglichst schnell auf Bundesliganiveau zu kommen. Dass sie das kann, davon sind wir überzeugt. Wir haben ihr offen mitgeteilt, dass sie nach heutigem Stand erst einmal die Herausforderin von Irina Fuchs und Lisa Schmitz ist. Aber es zählt das Leistungsprinzip bei Britta Carlson. Wenn alle im Training Gas geben, spielt immer die Beste.

Die U 21 steht kurz vor dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Wie bewerten Sie das?

Zunächst ist es ein großartiges Zeichen für unsere U 21, dass sie es bisher fast aus eigener Kraft geschafft hat, weil wir im Saison-Verlauf kaum Spielerinnen aus der ersten Mannschaft dafür abgestellt hatten. Sie hat eine konstante Saison gespielt. Das bedeutet auch, dass wir eine sehr gute Nachwuchsarbeit betreiben. Wir sind mit unserer Akademie ein Aushängeschild in Deutschland. Die Spielerinnen nehmen eine fantastische Entwicklung und Carolin Elsen, Julia Schiffarth und Jil Schäfer haben ihre ersten Profi-Verträge unterschrieben. Der Fokus im U-Bereich ist nicht das Ergebnis, sondern die Ausbildung.

Wie groß wäre Ihre Zuversicht, dass sich die U 21 diesmal länger als eine Saison in der zweiten Bundesliga halten könnte?

Zunächst müssen wir das 4:0 aus dem Hinspiel gegen Kiel noch über die Ziellinie bringen. Aber grundsätzlich wird es Zeit, dass wir auch hier Geschichte schreiben. Es wäre natürlich unser Ziel, nicht wieder abzusteigen und den nächsten Schritt auch in dieser Hinsicht zu machen.